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"Dramatisch verschlechtert" - Euro-Wirtschaft hat Hand an der Bremse

BeitragVerfasst: 5. Jun 2018 12:50
von Weltbookadmin47
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Dienstag, 05. Juni 2018
"Dramatisch verschlechtert" - Euro-Wirtschaft hat Hand an der Bremse

Noch sind die Indikatoren im Wachstumsbereich. Doch sie geben nach. Angesichts der zunehmenden politischen Unwägbarkeiten ist vom Optimismus der Unternehmen zu Jahresbeginn wenig übrig geblieben.


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Die Konjunktur in der Eurozone hat im Mai erneut Tempo eingebüßt und so langsam zugelegt wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, sank um einen Zähler auf 54,1 Punkte. Das Wachstum beim Neugeschäft ließ deutlich nach und die Unternehmen stellten so wenig ein wie zuletzt im August 2017, wie aus der Umfrage des Forschungsinstituts unter rund 5000 Firmen hervorgeht.

"Angesichts sich verschlechternder Wirtschafts-Indikatoren bei gleichzeitig gestiegener politischer Unsicherheit hat sich der Ausblick der Eurozone im Vergleich zu den rosigen Aussichten zum Jahresbeginn dramatisch verschlechtert," sagte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.
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Die Abkühlung seit Jahresbeginn fand auf breiter Front statt. Demnach stemmte sich nur Spanien erfolgreich gegen den Abwärtstrend. "Das krisengeschüttelte Italien vermeldete unterdessen zum vierten Mal hintereinander die niedrigste Wachstumsrate unter den vier größten Euro-Mitgliedsstaaten", sagte Williamson. In Deutschland sank der Index um 1,2 auf 53,4 Punkte und markierte damit ein 20-Monatstief. In Frankreich gab es ein 16-Monatstief von 54,2 Zählern. Das Barometer signalisiert bei mehr als 50 Punkten Wachstum.

Quelle: n-tv.de , jwu/rts

Die Welt konsumiert amerikanisch - Studie zeigt riesigen US-Handelsübersch

BeitragVerfasst: 12. Jun 2018 15:22
von Weltbookadmin47
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Dienstag, 12. Juni 2018
Die Welt konsumiert amerikanisch - Studie zeigt riesigen US-Handelsüberschuss

Von Max Borowski

US-Präsident Donald Trump riskiert einen Handelskrieg, weil Handelspartner wie China und Deutschland die USA angeblich über den Tisch ziehen. Ein Deutsche-Bank-Analyst macht eine andere Rechnung auf.

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Laut US-Präsident Donald Trump ist es "der größte Diebstahl der Weltgeschichte": das mehr als 550 Milliarden Dollar große Minus der USA in der Handelsbilanz mit China. In Trumps Vorstellung bedeutet dies, dass sein Land "viele Milliarden Dollar verliert", nicht nur an China, sondern an "praktisch jedes Land, mit dem es Geschäfte macht". Eine Studie der Deutschen Bank stellt diese Sicht auf die Dinge jedoch grundsätzlich infrage: Tatsächlich erziele die US-Wirtschaft bei ihren Geschäften mit dem Rest der Welt einen gigantischen jährlichen Überschuss von 1,4 Billionen US-Dollar, berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf Berechnungen des Deutschen-Bank-Analysten Zhang Zhiwei.

Laut Zhang ist die herkömmliche Handelsbilanz, die den Handel von Gütern und Dienstleistungen über Landesgrenzen hinweg berücksichtigt, kein adäquates Abbild der internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Entscheidend sei dagegen, was US-Firmen bei ihren Geschäften mit anderen Ländern verdienen. Deswegen bezieht Zhang in seine Berechnung unter anderem die Gewinne von Tochterunternehmen im Ausland mit ein. Das Ergebnis: "US-Unternehmen haben dem Rest der Welt in den vergangenen zehn Jahren mehr verkauft, als andere Länder den USA verkauft haben", schreibt Zhang in seiner Analyse.

Der Ökonom verdeutlicht seinen Ansatz am Beispiel der enormen Gewinne, die etwa Autobauer wie General Motors oder der iPhone-Hersteller Apple in China machen. "Chinesische Konsumenten kaufen mehr iPhones und mehr Autos von GM als US-Verbraucher", so Zhang. Diese Autos und Telefone zählen in der Handelsbilanz nicht als US-Exporte, da sie großteils in China von Tochterunternehmen der US-Konzerne hergestellt und vertrieben werden. Es handelt sich laut Zhang aber um US-Produkte. Denn die Gewinne gingen letztlich an US-amerikanische Unternehmen.
Deutschland bleibt im Plus

Mit seiner Methode kommt Zhang im chinesisch-amerikanischen Handel statt auf ein Minus von mehreren Hundert Milliarden Dollar auf einen Überschuss zugunsten der USA von 30 Milliarden Dollar. Dabei habe sich die Balance in den vergangenen Jahren zugunsten der USA verschoben und würde das wohl auch weiter tun - falls Trump keinen Handelskrieg vom Zaun breche und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen nachhaltig störe. Denn der zunehmende Wohlstand der chinesischen Mittelschicht heize die Nachfrage nach solchen Produkten, die Konzerne wie GM und Apple liefern, an.
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Auch im Handel mit vielen anderen Ländern wie Mexiko und Kanada erzielt die US-Wirtschaft laut Zhangs Berechnungen Überschüsse statt der Defizite in der herkömmlichen Handelsbilanz. Zu den wenigen Handelspartnern, die den USA tatsächlich mehr verkaufen, als US-Unternehmen dort absetzen können, gehört allerdings Deutschland, dessen Autoexporte Trump ein besonderer Dorn im Auge sind.

Ob Trump und seine Berater sich von Zhangs Ansatz überzeugen lassen, ist allerdings fraglich. Denn die Berechnungen des Analysten geben zwar ein realistisches Bild der finanziellen Interessen der US-Unternehmen im Ausland. In Trumps Rhetorik geht es aber nicht nur um den angeblichen "Diebstahl" von Hunderten von Milliarden von Dollar. Der US-Präsident argumentiert, trotz Vollbeschäftigung in den USA, immer wieder mit den Arbeitsplätzen in der industriellen Produktion. Und ein Großteil der Produkte, die US-Unternehmen etwa in China verkaufen, werden eben dort von chinesischen Arbeitern hergestellt.
Video https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wi ... 60214.html
Strafzölle wegen Handelsungleichgewicht: Hat Trump mit seinen Vorwürfen recht ?
02.06.18 – 01:46 min
Quelle: n-tv.de

Ende des Aufschwungs ? - ZEW-Index deutet ernste Sorgen an

BeitragVerfasst: 13. Jun 2018 14:45
von Weltbookadmin47
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/ZEW-Inde ... 75934.html
Ende des Aufschwungs ? - ZEW-Index deutet ernste Sorgen an

Börsenprofis blicken zunehmend skeptisch auf die konjunkturellen Aussichten. Der ZEW-Index bricht im Juni stärker ein als erwartet. Der drohende Handelskrieg mit den USA und die Lage in Italien werfen dunkle Schatten voraus. Sind die deutschen Boom-Jahre vorbei?


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Die Stimmung unter Finanzmarktexperten hat sich im Juni deutlich eingetrübt. Das Barometer für ihre Erwartungen im kommenden halben Jahr sank im Juni um 7,9 Zähler auf minus 16,1 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 207 Analysten und Anlegern mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Absinken auf minus 15 Zähler gerechnet.
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Der ZEW-Index fällt damit im Juni auf den tiefsten Stand seit knapp sechs Jahren. Schlechter stellten sich die Konjunkturaussichten Deutschlands zuletzt im September 2012 dar. Das an den Märkten vielbeachtete Stimmungsbarometer liegt weiterhin erheblich unter dem langfristigen Durchschnittswert von plus 23,4 Punkten.
"Ausblick deutlich verschlechtert"

Die gegenwärtige Lage schätzten die Experten in der ZEW-Umfrage ebenfalls schlechter ein als zuletzt. "Die jüngste Eskalation im Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten sowie Befürchtungen hinsichtlich einer das Finanzsystem destabilisierenden Politik der neuen italienischen Regierung hinterlassen ihre Spuren im Konjunkturausblick für Deutschland", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Hinzu kommen schlechter als erwartet ausfallende Daten für Exporte, Produktion und Aufträge der deutschen Industrie für April.

"Der Ausblick für die nächsten sechs Monate hat sich in Folge deutlich verschlechtert", erklärte Wambach. Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal mit 0,3 Prozent so langsam gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Experten gehen aber davon aus, dass das Tempo im Frühjahr wieder anzieht. Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft seit gut acht Jahren in einer weitgehend stabilen Phase des Aufschwungs.

Die frostige Stimmung bleibt offenbar nicht auf Deutschland beschränkt: Auch mit Blick auf die Perspektiven außerhalb der stärksten Wirtschaftsmacht der Eurozone trüben sich die Aussichten ein. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone fielen auf minus 12,6 (plus 2,4) Punkte und der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage auf plus 39,9 (56,1) Punkte.
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Quelle: n-tv.de , mmo/rts https://www.n-tv.de/wirtschaft/ZEW-Inde ... 75934.html

"Kräftige Gewitterwolken" - Ifo-Institut senkt Konjunkturprognose

BeitragVerfasst: 19. Jun 2018 13:00
von Weltbookadmin47
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ifo-Inst ... 87367.html
Dienstag, 19. Juni 2018
"Kräftige Gewitterwolken" - Ifo-Institut senkt Konjunkturprognose

Deutlich schlechter entwickelt habe sich die deutsche Wirtschaft in den ersten Monaten des Jahres, teilt das Ifo-Institut mit. Die Ökonomen senken ihre Konjunkturprognose gleich um 0,8 Prozentpunkte. Mit ihrer Einschätzung sind sie nicht allein.


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Das Münchner Ifo Institut erwartet im laufenden Jahr ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum in Deutschland als bisher. "Die Wirtschaft hat sich in den ersten Monaten des Jahres deutlich schlechter entwickelt als gedacht", teilte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser mit.

Video https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wi ... 73460.html
Weltindex im Mai: Italien und US-Strafzölle belasten weltweite Konjunktur
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Für 2018 sei demnach nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 Prozent zu erwarten. Im Frühjahr hatte das Institut noch einen Anstieg um 2,6 Prozent prognostiziert. Für das kommende Jahr wurde die Prognose von 2,1 Prozent auf 1,8 Prozent reduziert. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen.

"Am deutschen Konjunkturhimmel brauen sich derzeit kräftige Gewitterwolken zusammen", sagte Wollmershäuser. Er verweist zum Beispiel auf außenwirtschaftliche Risiken, etwa die Ungewissheit über weitere Handelseinschränkungen wie etwa Zölle. Die USA hatten Strafzölle auf Importe von Aluminium und Stahl auch aus Europa verhängt. Zudem eskaliert derzeit der Handelsstreit zwischen Washington und Peking.

Auch das Essener RWI-Institut senkte seine Wachstumsprognose zuletzt deutlich. Die Konjunktur werde 2018 wohl nur um 1,8 Prozent anziehen und nicht wie bisher erwartet um 2,4 Prozent, teilten die Forscher und Regierungsberater mit. Für 2019 rechnen sie mit einem Anstieg der deutschen Wirtschaftsleistung um nur noch 1,5 statt 1,9 Prozent. Ursachen hierfür seien schlechtere Exportaussichten aufgrund der staatlichen Abschottungsmaßnahmen etwa der USA.
"Klima ist rauer geworden"

"Das außenwirtschaftliche Klima ist rauer geworden", sagte RWI-Chefökonom Roland Döhrn. "Selbst wenn nur kleine Teile des deutschen Exports von den durch die USA verhängten Zöllen betroffen sind, dürfte das Aufkeimen des Protektionismus negativ auf das Exportklima wirken und Unternehmen vorsichtiger agieren lassen." Zudem seien die Firmen verunsichert durch die unklare Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU vor dem Hintergrund des geplanten EU-Austritts.
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Zuletzt hatten auch andere Institute ihre Wachstumsprognosen deutlich zurückgenommen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) etwa erwartet für das laufende Jahr noch 1,9 Prozent. Die Ökonomen begründeten das unter anderem mit "hohen Risiken". So könnte der Handelskonflikt mit den USA weiter eskalieren und sich die Schuldenkrise in Italien noch verschärfen.

Die Bundesregierung hat ihre Prognose zuletzt ebenfalls heruntergeschraubt. Sie ist aber etwas optimistischer und rechnet für 2018 noch mit einem Wachstum von 2,3 Prozent. 2019 soll es dann noch ein Plus von 2,1 Prozent werden. Die Bundesbank erwartet einen Anstieg des BIP um 2,0 Prozent. Bei ihrer letzten halbjährlich vorgelegten Prognose im Dezember hatten die Ökonomen noch ein Plus von 2,5 Prozent vorhergesagt.

Ein Ende der wirtschaftlichen Erholung sei trotz der deutlichen Prognosesenkung aber nicht in Sicht, betonten auch die Ifo-Experten. "Wir glauben, dass sich der deutsche Aufschwung fortsetzt, wenn auch nicht in demselben Tempo wie 2017", sagte Wollmershäuser.

Laut RWI sorgt am Arbeitsmarkt aber die erwartete schwächere Konjunktur dafür, dass sich der Beschäftigungsaufbau verlangsamt und die Arbeitslosigkeit nur noch wenig sinkt. Insbesondere am Bau und im Pflegebereich bestehe zwar Arbeitskräftebedarf. Dieser werde jedoch häufig durch Zuwanderung gedeckt. Die Arbeitslosenquote werde wohl nur noch leicht von 5,3 Prozent in diesem Jahr auf 5,2 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen.

Quelle: n-tv.de , mli/dpa

Widerstand gegen Trump wächst - Türkei und Indien verhängen Vergeltungszöl

BeitragVerfasst: 21. Jun 2018 13:53
von Weltbookadmin47
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Tuerkei- ... 91087.html
Donnerstag, 21. Juni 2018
Widerstand gegen Trump wächst - Türkei und Indien verhängen Vergeltungszölle

Die Spirale aus neuen Abgaben und Vergeltungszöllen dreht sich weiter: Nach der EU und Russland verhängen nun auch die Türkei und Indien Vergeltungszölle auf Produkte aus den USA. Betroffen sind unter anderem Öl, Autos und Whisky.


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Im Handelsstreit mit den USA wehren sich immer mehr Länder gegen die von der Regierung in Washington verhängten Zölle. In der Türkei werden ab sofort neue Abgaben auf US-Produkte der Öl-, Chemie- und Maschinenbauindustrie fällig. Auch Waren wie Autos, Whisky, Kosmetik, Kohle und Tabak sollen mit Zöllen belegt werden.

Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci erklärte, die Abgaben seien eine Reaktion auf die "nicht tragbaren" Zölle, die die USA auf Stahl erhoben haben. Das Volumen der neuen türkischen Abgaben von knapp 267 Millionen Dollar entspreche der Belastung, die durch die neuen US-Abgaben auf türkische Produzenten zukommt.

Zugleich erhöhte Indien die Zölle auf Stahl und Eisen sowie auf Agrarprodukte aus den USA. Auch hier soll damit laut dem Stahlministerium der Unmut gegenüber US-Abgaben gezeigt werden.
Trump prüft Verhängung neuer Zölle
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Die USA haben Importzölle von 25 Prozent auf Stahl und von zehn Prozent auf Aluminium verhängt. Die Regierung von Präsident Donald Trump liegt in Handelsfragen vor allem mit der EU und mit China über Kreuz.

Ab Freitag gelten in der EU Vergeltungszölle auf US-Waren wie Jeans, Erdnussbutter und Motorräder im Wert von 2,8 Milliarden Dollar. Trump prüft deshalb nun die Verhängung von zusätzlichen Zöllen auf Autos aus europäischer Produktion. Die Spirale aus neuen Abgaben und Vergeltungszöllen schürt die Furcht vor einem Handelskrieg.

Quelle: n-tv.de , ftü/rts

Unternehmen ignorieren Risiken - Deutschlands Spitzenplatz ist in Gefahr

BeitragVerfasst: 24. Jun 2018 09:55
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https://www.n-tv.de/wirtschaft/Deutschl ... 94586.html
Unternehmen ignorieren Risiken - Deutschlands Spitzenplatz ist in Gefahr

Ein Gastbeitrag von Andreas Glunz

Die Situation der deutschen Wirtschaft ähnelt der der Nationalmannschaft: Guter Ruf, tolle Spieler, aber der Platz an der Weltspitze ist in Gefahr. Die Unternehmen müssen jetzt auf neue globale Risiken reagieren.


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"Fußball ist ein simples Spiel. 22 Männer jagen 90 Minuten lang einen Ball und am Ende gewinnen immer die Deutschen." - Gary Lineker hat nicht nur den Ruf des deutschen Fußballs auf den Punkt gebracht. Die englische Fußballlegende fasst auch passend das Bild zusammen, das weltweit von der deutschen Wirtschaft vorherrscht. Aber ähnlich wie "Jogis Jungs" nach der Blamage gegen Mexiko vor einer ungewissen Zukunft bei der laufenden WM stehen, läuft auch die hiesige Wirtschaft Gefahr, ihre Zukunftsfähigkeit aufs Spiel zu setzen, indem sie geopolitische Herausforderungen unterschätzt.



Fakt ist: Die externen Risiken für deutsche Unternehmen sind gestiegen. Die Weltwirtschaft war lange Zeit sehr stabil. Doch nicht erst seit dem Handelsstreit zwischen EU und USA wird die Lage immer volatiler. Wenn die Unternehmen darauf nicht reagieren, könnte es mit den Titeln Exportweltmeister und Wirtschaftsstandort Nummer eins schnell vorbei sein. Denn: Der Wettbewerb wird härter - in der Wirtschaft wie beim Fußball. Oder hätte jemand vor vier Jahren Mexiko oder Island als ernstzunehmende Gegner für die damaligen WM-Finalisten Deutschland und Argentinien kommen sehen? Eben.

Entsprechend bezeichnend sind die Ergebnisse der KPMG-Studie "Future Readiness Index". 70 Prozent der in der Studie befragten Unternehmen blicken optimistisch nach vorne. Doch sehen nur 20 Prozent der Firmen - eine von fünf! - wirtschaftspolitische Entwicklungen als wichtiges Thema der nächsten fünf Jahre an. Iran-Krise, Brexit, Handelsstreit zwischen USA und EU, alles Nebensachen? Vorsicht vor Fehleinschätzungen. Diese Themen sollten die Unternehmen definitiv stärker im Blick behalten.

Nur noch Exportweltmeister der Herzen?
Andreas Glunz ist Wirtschaftsprüfer und Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Andreas Glunz ist Wirtschaftsprüfer und Bereichsvorstand International Business bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Wenn schnell und effektiv reagiert wird, kann die Bewegung in den Märkten auch einen deutlichen Mehrwert schaffen und Chancen eröffnen. So könnte dies der richtige Zeitpunkt sein, das geschäftliche Potenzial von Ländern und Regionen auszuschöpfen, die in letzter Zeit nicht so oft im Fokus der deutschen Wirtschaft waren: Afrika beispielsweise, Südamerika, Indien, der Mittlere Osten oder Südostasien. Neben dem Gewinn neuer Absatzmärkte streut solch eine Strategie außerdem das unternehmerische Risiko - in einer so volatilen Weltwirtschaft ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Der Weggang aus einem Markt kann derweil nur die Ultima Ratio darstellen und sollte wenn möglich vermieden werden.
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Um optimal auf etwaige Entwicklungen der internationalen Wirtschaft und unerwartete geopolitische Störfälle vorbereitet zu sein, sollten Unternehmen fortlaufend Szenario-Analysen durchführen. Dazu gehört auch, geplante Investitionen in potenziell instabilen Regionen umfassend auf den Prüfstand zu stellen. Darüber hinaus kann die Optimierung von unternehmerischen Prozessen - etwa durch Digitalisierung oder Digital-Labor- und Robotics-Lösungen - Unternehmen schlanker und flexibler machen. Dies kann Kosten einsparen und so einen Vorteil im internationalen Wettbewerb bedeuten, gerade wenn es zu Extrakosten wie höheren Zöllen oder anderen Handelshemmnissen kommt.

Das alles zeigt: Die Lösung kann auf keinen Fall "Weiter wie bisher!" lauten. Denn nichts ist so gefährlich wie das Ausruhen auf den bisherigen Stärken. Stattdessen braucht es - und da unterscheiden sich Fußball und Wirtschaft nicht stark voneinander - eine konsequente Analyse und Auseinandersetzung mit neuen Herausforderungen. Viele Länder machen im internationalen Wettbewerb Quantensprünge - China etwa in der Digitalisierung - und wenn deutsche Unternehmen hier nicht massiv investieren, werden Marktanteile verloren gehen. Und dann wird Deutschland maximal noch Weltmeister der Herzen - während andere um den Wirtschafts-World-Cup kämpfen.

Video https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wi ... 51939.html
Frank Meyer spricht mit Martin Utschneider: "Kurzfristig haben wir ein Horrorszenario"
23.03.18 – 11:39 min

Quelle: n-tv.de