HERZLICH WILLKOMMEN IM WELTINFONETZ

Registrieren sie sich jetzt um die Foren

uneingeschränkt im Mitgliederstatus nutzen  zu können

Gäste können Links in den Foren und Themen nur zum lesen öffnen

Unser Forum steht Ihnen KOSTENLOS zur Verfügung

Ich wünsche Ihnen viel Spass und Erfolg beim surfen

BITTE BEACHTEN SIE UNSERE FORENREGELN ZUM IMPRESSUM

im 1. Forum

Ihr Weltbookadmin


UMWELT und NATURSCHUTZ

THEMENÜBERSICHT :
KRITIKEN - KURIOSES - DIE ERDE LEBT UND BEBT - UMWELT und NATURSCHUTZ - STAMMTISCH - TREFF - Info Gesundheit - Forschung Universum - ENTHÜLLUNGEN - HAUS und GARTEN - HANDEL - WIRTSCHAFT & ARBEIT biete - suche - TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser - Witze von A bis Z - Comedy - Kabarett - Luft und Raumfahrt - AUSGRABUNGEN - FUNDSACHEN - FORSCHUNG - ZURÜCK IN DIE VERANGENHEIT - FORSCHUNG ERNÄHRUNG - PC-HILFE zur SELBSTHILFE - RATGEBER - TIPPS und TRICKS - JUSTIZ - JUSTIZIRRTÜMER - VERDACHTS- und HAFTUNGSFÄLLE -
Info KINDER UND JUGENDSCHUTZ - FORSCHUNG - TECHNIK - ENERGIE - KLIMA - KLIMAWANDEL - KLIMASCHUTZ - KLIMAKATASTROPHEN - ERD und WELTGESCHICHTE - MEINE FREUNDE - DEINE FREUNDE - Die schleichende Gefahr: ELF-Wellen - VERMISST - GESUCHT - FRAUENTREFF - Altrentner werden diskriminiert - ABZOCKE - TÄUSCHUNGEN - BETRUG AM VERBRAUCHER - ARMUT IN REICHEN LÄNDERN - Von Politik und Gesellschaft vergessen ? - KULTUR in DEUTSCHLAND und ihre GEGENSÄTZE - SPORTSTAMMTISCH - MEIN BUNDESLAND - MEINE STADT - DEUTSCHLAND - ÖSTERREICH - SCHWEIZ -
VERSTEIGERUNGEN - ZWANGSVERSTEIGERUNGEN -
Info: VERKÄUFE - KAUFGESUCHE - UFO's - BESUCH AUS FREMDEN WELTEN - REALITÄT oder TÄUSCHUNG - MIT WERBUNG ZUM ERFOLG - Info: IMMOBILIENMARKT Häuser - Wohnungen - Grundstücke - Anlageobjekte -
WELTBOOK-NETZWERKER-TREFF - WELTARMUT - ERNÄHRUNGSARMUT - ONLINE - SPIELE -
WOCHENENDGRUNDSTÜCKE - SCHREBERGÄRTEN -

FollowersFollowers: 2
BookmarksBookmarks: 0
Views: 16989

"Es geht ums Überleben" - Biopestizide - die Revolution auf dem Acker ?

Postby Weltbookadmin47 » 13. Aug 2018 10:53

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Biopestizide ... 66794.html
"Es geht ums Überleben" - Biopestizide - die Revolution auf dem Acker ?

Schädlinge plagen die Landwirtschaft schon immer. Moderne Pflanzenschutzmittel helfen, aber belasten oft die Umwelt: Sie vernichten nicht nur unerwünschte Insekten, sondern auch nützliche. Sind biologische Mittel ein Ausweg aus dem Dilemma?


Twittern
Teilen

Seite versenden
Seite drucken
Zur Startseite UMWELT und NATURSCHUTZ
forum-kategorie-f5/umwelt-und-naturschutz-t61.html

Vor großen Worten schreckt Thomas Brück nicht zurück, wenn er die Bedeutung seiner Forschung beschreibt: "Es geht nicht nur um die Bienen, es geht ums Überleben der Menschheit." Der Biotechnologe von der TU München arbeitet unter anderem an der Entwicklung von biologischen Pflanzenschutzmitteln - Mitteln, die Schädlinge vertreiben und dabei die Umwelt samt nützlicher Arten schonen.

Kürzlich stellte er mit seinem Team im Fachmagazin "Green Chemistry" ein biologisch abbaubares, ökologisch unbedenkliches Insektizid vor, das Blattläuse mit einem abschreckenden Geruch vertreibt, für nützliche Insekten wie Bienen, Käfer oder Schmetterlinge aber ungiftig ist. "Mit unserem Ansatz ermöglichen wir einen fundamentalen Wechsel im Pflanzenschutz", sagte Brück. "Statt Gift zu versprühen, das immer auch nützliche Arten gefährdet, vergrämen wir gezielt nur die Schädlinge."
Besonders umstritten: Glyphosat und Bienengifte
Video https://www.n-tv.de/mediathek/sendungen ... 15607.html
Chemischer Pflanzenschutz am Pranger: Südtiroler Gemeinde will pestizidfrei werden
07.07.18 – 03:08 min

Hintergrund: Viele synthetische Pestizide vernichten auf dem Acker nicht nur unerwünschte Insekten oder Krankheitserreger, sondern nützliche oder zumindest unschädliche Organismen gleich mit. Zu den wohl bekanntesten - und umstrittensten - Mitteln zählen der Unkrautvernichter Glyphosat und die sogenannten Bienengifte aus der Gruppe der Neonikotinoide. Für drei der letztgenannten Mittel hatte die EU kürzlich ein Freilandverbot ausgesprochen. Die Neonikotinoide dürfen demnach nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden. Das langersehnte Verbot wird von Umweltschützern als wichtiges Signal gefeiert. Eine heile Ackerwelt wird es aber nicht schaffen.

Denn die Landwirte werden ihre Nutzpflanzen weiter vor Schädlingen schützen müssen - und dabei auf andere Mittel zurückgreifen, deren Umweltwirkung schlimmstenfalls nicht besser ist als die der Vorgänger. Als mögliche umweltfreundliche Alternativen gelten nicht-synthetische, biologisch unbedenkliche Pflanzenschutzmittel, die auch unter dem Begriff Biopestizide zusammengefasst werden. Derzeit werden solche Mittel vor allem im Ökolandbau eingesetzt, wo synthetische Pestizide weitgehend tabu sind.

Doch auch für die konventionelle Landwirtschaft werden die Ökomittel zunehmend interessant. "Weltweit gewinnen naturstoffliche Mittel an Bedeutung", sagt Stefan Kühne vom Institut für Strategien und Folgenabschätzung am Julius Kühn-Institut (JKI) - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. "Bei uns ist der Marktanteil allerdings noch eher bescheiden."
Natürlich vorkommende Substanzen
Tabakpflanzen produzieren in ihren Blättern einen Stoff, um Schädlinge abzuhalten.
Tabakpflanzen produzieren in ihren Blättern einen Stoff, um Schädlinge abzuhalten.
(Foto: picture alliance/dpa)

Als Biopestizide werden unter anderem natürlich vorkommende Substanzen bezeichnet, die gegen bestimmte Schädlinge wirken - so wie das Insektizid der Münchner Forscher. Brück und seine Mitarbeiter orientierten sich an einem Stoff, den Tabakpflanzen natürlicherweise in ihren Blättern produzieren, um Schädlinge abzuhalten: Cembratrienol, kurz CBT-ol. Die Wissenschaftler ließen diesen Stoff biotechnologisch von Bakterien herstellen und zeigten, dass das Mittel, das als Spray auf Pflanzen aufgebracht werden kann, Blattläuse vertreibt.

Unter etlichen anderen Mitteln ist im Ökolandbau zum Beispiel die Nutzung von Extrakten des tropischen Niembaums etabliert. Sie werden etwa als Fraßgift gegen Kartoffelkäfer sowie zur Regulierung anderer beißender, saugender und blattminierender Insekten eingesetzt.

Eine zweite Gruppe von Biopestiziden umfasst Organismen, die gezielt auf Schädlinge losgelassen werden. Das können Mikroorganismen sein wie Pilze, Bakterien oder Viren. Oder auch Nützlinge wie Insekten, Raubmilben und räuberische Nematoden. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler, einen Schadschmetterling, der erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste im Maisanbau verursachen kann. Die nur etwa einen Millimeter kleinen Schlupfwespen legen ihre Eier in die Gelege der Maiszünsler - und bremsen so deren Vermehrung. Als dritte Gruppe von Ökomitteln gibt es sogenannte Pflanzenstärkungsmittel (auch: Biostimulanzien), die sich nicht direkt gegen Schädlinge richten, sondern die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erhöhen.
Vorteil: Umweltverträglichkeit
Biopestizide richten sich meist nur gegen Schädlinge und verschonen andere Tiere.
Biopestizide richten sich meist nur gegen Schädlinge und verschonen andere Tiere.
(Foto: picture alliance / Michael Reich)

Der große Vorteil der Biopestizide ist ihre Umweltverträglichkeit. Sie werden schnell abgebaut und reichern sich deshalb nicht in der Umwelt an. Außerdem wirken sie meist selektiver, richten sich also nur gegen die Schädlinge oder allenfalls eng verwandte Organismen, während andere Organismen geschont werden.

Dass sie trotz dieser Vorteile noch ein Nischendasein führen, liegt vor allem daran, wie zumindest in Industrienationen Landwirtschaft betrieben wird, nämlich quasi industriell. "Die Landwirtschaft arbeitet hier mit Hochleistungssorten, optimierten Düngesystemen und definierten Pflanzenschutzmitteln, um maximalen Ertrag zu erzeugen", sagt Bruno Moerschbacher vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster. "In dieser Landwirtschaft funktionieren die biologischen Mittel noch nicht gut genug. Man kann Chemie nicht einfach durch Biologie ersetzen."
"Pflanzenschutz ist ein Gesamtkonzept"

Dass Biopestizide die herkömmlichen Mittel einfach ersetzen können, glaubt auch Kühne vom JKI nicht. "Pflanzenschutz ist ein Gesamtkonzept." Das gehe bei der Wahl der Sorten los über geeigneten Wechsel der angebauten Kulturen und zielgerichteten Düngemitteleinsatz bis hin zur Förderung von Nützlingen durch Blühstreifen, die dann auf natürliche Weise in den Feldkulturen Schädlinge regulieren. "Solche althergebrachten Maßnahmen sind in den vergangenen 60 Jahren verloren gegangen."

Viele Fachleute sehen dennoch großes Potenzial in den Ökomitteln, vor allem aufgrund der Umweltproblematik in der konventionellen Landwirtschaft und zunehmenden Problemen mit Resistenzen gegen herkömmliche Mittel. Um die Einsatzmöglichkeiten auszuweiten seien unter anderem detaillierte Untersuchungen zur Wirkweise der Substanzen nötig, sagt Moerschbacher. "Bei vielen biologischen Substanzen weiß man anders als bei chemischen Mitteln gar nicht so genau, wie sie wirken."

Der Biologe erforscht seit Langem die Einsatzmöglichkeiten von Chitosan im Pflanzenschutz. Chitosan kann etwa aus Krabbenschalen gewonnen werden und erhöht die Krankheitsresistenz von Pflanzen - "wenn man Glück hat", wie Moerschbacher sagt. Bei der Herstellung von Chitosan entstehe ein Molekülgemisch, dessen Wirksamkeit variiere. Gelänge es, das richtige Molekül zu identifizieren, ließe sich die Wirksamkeit eines Mittels erhöhen. Im Labor und im Gewächshaus funktioniere das schon, erste Feldversuche seien erfolgreich.
Kombination verschiedener Mittel

Auch durch Kombination verschiedener Mittel untereinander oder mit synthetischen Wirkstoffen ließen sich die Einsatzmöglichkeiten der Biopestizide noch erheblich ausweiten. Ein deutsch-indisches Forscherteam um Moerschbacher hat etwa Chitosan mit konventionellen Kupferfungiziden und einem biologischen Nützling kombiniert und damit Pflanzen im Weinbau in Deutschland und im Kartoffelanbau in Indien behandelt. Die Nutzpflanzen waren dadurch wirksam vor Krankheiten geschützt, der problematische Kupfereinsatz stark verringert, berichtet Moerschbacher.

Womöglich erweist sich in diesem Zusammenhang gerade die industrialisierte Landwirtschaft als nützlich. Denn heute rollen oft keine bloßen Trecker mehr über die Felder, sondern intelligente Hochleistungsmaschinen, deren Bordcomputer satellitengestützte Analysen vornehmen, um etwa den nötigen Einsatz von Düngemitteln zu errechnen. Zunehmend fließen in solche Systeme auch aktuelle Wetterdaten und Prognosen zum Schädlingsaufkommen ein, so dass auch Pflanzenschutzmittel gezielter eingesetzt werden können. "Das kann den Aufwand für den Landwirt erheblich reduzieren und die Umwelt entlasten", sagt Moerschbacher.

Derzeit sind einer Vergleichsstudie aus dem vergangenen Jahr zufolge in Europa deutlich weniger Biopestizide zugelassen als etwa in den USA, China, Indien oder Brasilien. Die Experten machen in ihrem im Fachmagazin "Pest Management Science" veröffentlichten Artikel dafür unter anderem das in der EU komplexere Zulassungsprozedere verantwortlich.

"Unser Zulassungssystem ist auf Chemie ausgerichtet", sagt auch der Münsteraner Biologe Moerschbacher. Viele Biopestizide bestehen aus einem Substanz-Cocktail, der nicht so klar definiert ist wie ein synthetisches Mittel und dessen Zusammensetzung auch noch variieren kann. Die Zusammensetzung von Algenextrakten etwa schwanke in Abhängigkeit vom Klima, erläutert Moerschbacher. "Für biologische Mittel braucht man andere Definitionen, sie müssen über ihre Funktion beurteilt werden statt über die Wirkmoleküle."
Entwicklungskosten bremsen Einsatz
Mehr zum Thema

Kritik der Stiftung Warentest: Glyphosat in alkoholfreiem Bier gefunden 23.05.18 Kritik der Stiftung Warentest Glyphosat in alkoholfreiem Bier gefunden
Gegen das Bienensterben: EU-Gericht bestätigt Auflagen für Insektizide 17.05.18 Gegen das Bienensterben EU-Gericht bestätigt Auflagen für Insektizide
Keine echte Hilfe für die Bienen: Experte kritisiert Neonicotinoid-Verbot 29.04.18 Keine echte Hilfe für die Bienen Experte kritisiert Neonicotinoid-Verbot
Pflanzenschutzmittel im Honig: Bienen sind weltweit Giften ausgesetzt 06.10.17 Pflanzenschutzmittel im Honig Bienen sind weltweit Giften ausgesetzt
Insektizide töten langfristig: Deutlich weniger Hummeln legen Eier 14.08.17 Insektizide töten langfristig Deutlich weniger Hummeln legen Eier

Auch die Entwicklungskosten bremsen nach Ansicht vieler Fachleute den Einsatz von Biopestiziden. "Wir kennen viele wirksame Substanzen. Aber die Entwicklung zu einem marktreifen Produkt ist sehr aufwendig", sagt Kühne. Von der Forschung bis zur Marktreife fielen Kosten in Höhe von etwa 250 Millionen Euro an bei einer Entwicklungszeit von zehn bis zwölf Jahren. "Das ist ein enormer Aufwand - und das in Konkurrenz zu den synthetischen Mitteln, die sehr viel günstiger zu entwickeln und zu produzieren sind." Für kleine Unternehmen sei das nicht zu stemmen.

Und die Großen? Die haben das Potenzial der Mittel längst erkannt und bringen sich dementsprechend in Stellung, etwa der Chemie-Konzern Bayer. "Biologika haben einen hohen Stellenwert bei Bayer", teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Die Bedeutung des biologischen Pflanzenschutzes werde in Europa zunehmen, dementsprechend investiere Bayer in die Entwicklung solcher Mittel.

In den vergangenen Jahren habe Bayer durch "strategische Akquisitionen" - also Unternehmensübernahmen - Expertise in Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing von Biologika aufgebaut. "Wir sehen ein großes Marktpotenzial, vor allem bei Anwendungen von biologischen Insektiziden und Fungiziden im Obst- und Gemüseanbau. Aber auch in Ackerbaukulturen wie Mais, Soja, Baumwolle und Raps."

Es bleibt abzuwarten, inwieweit Biopestizide eine umweltfreundliche Wende in der Landwirtschaft herbeiführen können. Um es mit einem Bild aus der Branche zusammenzufassen: Das Feld wird derzeit intensiv beackert.

Quelle: n-tv.de , Anja Garms, dpa
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Massensterben im Meer" - Rote Flut" spült den Tod an Floridas Strände

Postby Weltbookadmin47 » 16. Aug 2018 12:35

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Rote-Flut-sp ... 71917.html
Massensterben im Meer" - Rote Flut" spült den Tod an Floridas Strände

Von Christoph Rieke

Tonnenweise tote Fische, Schildkröten und Delfine, dazu bestialischer Gestank: Ein uraltes Naturphänomen verwandelt die Strände im Südwesten Floridas in Todeszonen. Eine Alge erstickt jegliches Leben im Meer. Schuld haben Menschen.


Twittern
Teilen

Seite versenden
Seite drucken

Eine leichte Meeresbrise, weißer Sand und der Blick auf blaues Wasser, springende Delfine: An vielen Stränden Floridas ist das passé. Denn zwischen der Tampa Bay und Naples an der Südwestküste des US-Bundesstaats erinnert kaum noch etwas daran, dass dieser Landstrich einmal zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Welt zählte. Die einst malerischen Strände sind nun mit Millionen Fischkadavern übersät, davor wogt eine grün-rötlich schimmernde Brühe. Ein strenger Geruch rundet die Weltuntergangs-Atmosphäre in diesen subtropischen Gefilden ab. Kein Wunder, dass sich dort trotz der Hauptsaison nur wenige Menschen an den Stränden aufhalten.
(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Die "Rote Flut" ("Red Tide") schwemmt den Tod an. Bei dem Naturereignis handelt es sich um eine starke Algenblüte. Ausgelöst wird sie durch ein Überangebot an Nährstoffen und warmes Wasser, sagt Werner Ekau n-tv.de. "In der Regel sind das Cyanobakterien, also Blaualgen, oder Dinoflagellaten", erklärt der Meeresbiologe vom Leibniz-Institut für Marine Tropenforschung in Bremen. Zu letztgenannter Algenart zählt die Karenia brevis. Und die gedeiht nahe Florida nicht nur prächtig, sondern vergiftet auch die Fische.

Die Fachwelt zählt Wasserpflanzen wie die Karenia brevis zu den "harmful algal blooms" - zu den gefährlichen Algenblüten. Das Hauptproblem sind laut Ekau die Nährstoffe. "So können die Algen relativ schnell wachsen, große Bestände aufbauen und viel Biomasse produzieren." Wenn es keine Organismen gibt, die diese Masse aufnehmen können, sterben die Pflanzen ab. Dann sinken sie zu Boden und verbrauchen den Sauerstoff. "Dadurch ersticken die Tiere", sagt Ekau.
Uraltes Naturphänomen
Von dem Massensterben ist auch die sogenannte Unechte Karettschildkröte betroffen.
Von dem Massensterben ist auch die sogenannte Unechte Karettschildkröte betroffen.

Den Ursprung des Übels wähnt der Meeresbiologe hunderte Kilometer nordwestlich der betroffenen Gebiete: "Der Mississippi ist überdüngt und bringt viele Nährstoffe in den Golf von Mexiko." Ähnliche Prozesse seien auch in europäischen Gewässern zu beobachten - zum Beispiel in weiten Teilen der Ostsee, wo in tieferen Wasserschichten der Sauerstoff fehle.

Ohnehin ist die "Rote Flut" kein neues Phänomen. Einigen Theorien zufolge sollen die rötlich schimmernden Algenblüten einst dem Roten Meer seinen Namen gegeben haben. Die ersten dokumentierten "Red Tides" an der Golfküste Floridas hat es laut der Regierung in den 1840er-Jahren gegeben. Seitdem blühen die gefährlichen Algen regelmäßig, in immer extremeren Ausmaßen. Normalerweise blühen sie nur im späten Sommer und im Herbst. Nun bewuchern sie bereits seit Oktober den Meeresgrund.
Tote Seekühe, Schildkröten und Delfine

Ein Ende des maritimen Massensterbens ist nicht in Sicht. Mittlerweile sind mehr als 240 Kilometer der Küste mit Tierkadavern bedeckt. Für die Region Siesta Key zeigt der Monitor der Meeresforschungsorganisation Mote Marine Laboratory unter der Kategorie "Tote Fische" den Status "heavy" an. Selbst zentnerschwere Tiere wie Meeresschildkröten und Seekühe erliegen der Plage. Auf Sanibel Island spülte die "Rote Flut" gar einen acht Meter langen Walhai an. Die Tiere sind wehrlos. Fische sind die ersten Opfer. Wenn sie nicht wegen Sauerstoffmangel ersticken, sterben sie durch das Gift der Karenia brevis. Das Fatale: Sie nehmen die Giftstoffe nicht nur mit der Nahrung, sondern auch über die Haut auf. "Das geht dann in die Nahrungskette. Vögel, Robben oder andere Fischfresser können dann ebenfalls vergiftet werden", sagt Ekau.
Datenschutz

Auch Menschen bekommen die Folgen der "Roten Flut" zu spüren. Lokale Medien berichten über Hautreizungen, brennende Augen, Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsprobleme nach Strandbesuchen. Ekau rät deshalb dazu, Kontakt mit den Algen und mit dem Wasser unbedingt zu vermeiden. Langfristig sollte auch auf Muschelgerichte verzichtet werden: "Bei Lebensmittelvergiftungen können Sie davon ausgehen, dass die Muscheln vorher Wasser mit toxischen Algen gefiltert haben."
Katastrophenzustand im Urlaubparadies

Zu Beginn der Woche rief der Gouverneur von Florida, Rick Scott, den Notstand für sieben Countys aus. Der Republikaner versprach mehr als 1,5 Millionen US-Dollar für ein Hilfsprogramm und Aufräumarbeiten. Bislang wurden laut "Sarasota Herald Tribune" 66 Tonnen toter Meerestiere entsorgt - die regionale Fischereiwirtschaft steuert auf eine verheerende Bilanz zu. Schätzungen der nationalen Wetter- und Ozeanografie­behörde zufolge verursacht die "Rote Flut" jährlich US-weite Wirtschaftsschäden in Höhe von 82 Millionen Dollar - dieses Jahr werden sie wohl deutlich höher ausfallen.
Mehr zum Thema

Nähr- wird zu Schadstoff: Die Ostsee bleibt überdüngt 10.08.18 Nähr- wird zu Schadstoff Die Ostsee bleibt überdüngt
"Tote Zonen" befürchtet: Blaualgen bedrohen Ostseestrände in Polen 25.07.18 "Tote Zonen" befürchtet Blaualgen bedrohen Ostseestrände in Polen
Wenn große Seen warm werden, hat das andere Auswirkungen aufs Phytoplankton als bislang angenommen. 25.09.17 Klimawandel beeinflusst Farbe Große Seen werden blauer und grüner

Bis auf die Aufräumarbeiten können die Bewohner Südwest-Floridas im aktuellen Fall nichts gegen die "Rote Flut" tun. Auf ein Ende der Algen-Pest dürfen sie dennoch hoffen. "Erholen kann sich der Lebensraum auf jeden Fall", sagt Ekau. "Allerdings gibt der Mensch dem Ökosystem in der Regel zu wenig Zeit, um sich von derartigen Phasen zu erholen." Um neue todbringende Fluten zu verhindern, sieht der Meeresforscher die Landwirtschaft und die Politik in der Verantwortung. "Sie müssen die Landwirtschaft dazu bringen, weniger Dünger zu verwenden", sagt er. Solange die fatale Nährstoffzufuhr bestehe, sei es eine Sisyphusarbeit. Die stark dezimierten Arten würden sich nicht gleich wieder regenerieren. Bis sich das alte Ökosystem wieder stabilisiere, brauche es Zeit und Ruhe.

Bilderserie https://www.n-tv.de/mediathek/bilderser ... 70723.html
BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern Tödliche Algen-Plage in Florida "Rote Flut" überschwemmt Strände mit Kadavern

Quelle: n-tv.de
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Re: UMWELT und NATURSCHUTZ

Postby Günther Wolfram » 19. Aug 2018 02:16

8-)
User avatar
Günther Wolfram
 
Posts: 63
Joined: 10.2014
Location: Oberbayern
Gender:

Noch kein EU-Verbot - Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser

Postby Weltbookadmin47 » 12. Oct 2018 10:03

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Hunderte-Ton ... 67160.html
Freitag, 12. Oktober 2018
Noch kein EU-Verbot - Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser

In Peelings und Zahnpasta findet man heute kaum noch Mikroplastik. Einer Studie zufolge gelangen trotzdem 980 Tonnen pro Jahr ins deutsche Abwasser. Aber nicht nur die Partikel könnten zur Gefahr für Meere und Flüsse werden.


Teilen

Seite versenden
Seite drucken


Auch nach Selbstverpflichtungen von Herstellern gelangt in Deutschland laut einer Studie noch tonnenweise Mikroplastik aus Kosmetik sowie Wasch- und Putzmitteln ins Abwasser. Pro Jahr kämen schätzungsweise rund 980 Tonnen zusammen, geht aus einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik im Auftrag des Naturschutzbundes (Nabu) hervor. Kleinste Plastikteilchen gelangten in Flüsse und Meere, da Kläranlagen sie nicht vollständig zurückhielten. Zudem kämen sie auch mit Klärschlamm auf Felder und damit in die Umwelt, hieß es.
Video
Startschuss für "The Ocean Cleanup": Riesiger Vorhang soll Pazifik vom Plastik befreien
09.09.18 – 01:31 min
Startschuss für "The Ocean Cleanup" Riesiger Vorhang soll Pazifik vom Plastik befreien

Bisher habe sich die Industrie beim Vermeiden von Mikroplastik auf feste Reibkörper aus Produkten wie Peelings konzentriert, sagte Nabu-Expertin Katharina Istel. In Zahnpasten sind feste Kunststoffpartikel laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) nicht mehr im Einsatz, in anderen Produkten wie speziellen Reinigern sei die Menge sehr stark reduziert worden. In Deutschland verpflichteten sich viele Hersteller freiwillig zum Verzicht auf die Reibkörper, sogenannte Microbeads - mit Fokus auf Produkten, die zum Wiederabspülen gedacht sind. Anders sieht es aus bei Artikeln wie Haarspray oder Nagellack, die erst einmal auf dem Konsumenten bleiben, zumindest teilweise aber doch beim späteren Waschen im Abfluss landen dürften.
Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man feste und unlösliche Polymere (Kunststoff), die kleiner als fünf Millimeter sind. Der Stoff wird unter anderem von der Kosmetikindustrie als Schleifmittel, Füllstoff und Bindemittel eingesetzt.

Die Mehrzahl der Kläranlagen ist nicht darauf ausgelegt, Mikroplastik aus dem Abwasser zu filtern. So gelangen die Partikel in offene Gewässer. Genau wie größere Plastik-Teilchen ist Mikroplastik wasserunlöslich und schwer abbaubar. Der vollständige chemische Abbau der Kleinstpartikel kann einige hundert Jahre dauern.

Studienautor Jürgen Bertling sagte mit Blick auf Microbeads, er sehe "keinen Grund, die Definition so eng zu halten". Der Fraunhofer-Erhebung zufolge wird Mikroplastik weiter in anderen Funktionen eingesetzt: etwa um Produkte zu trüben, um damit Filme bilden zu können sowie als Füllstoff. Der Nabu forderte vor diesem Hintergrund ein generelles EU-Mikroplastik-Verbot in Kosmetik und Reinigungsmitteln. Als Mikroplastik werden Partikel bis maximal fünf Millimeter Größe bezeichnet.

Doch auch weitere, schwer abbaubare Inhaltsstoffe seien für Laien kaum erkennbar, bemängeln die Naturschützer. Es geht um bestimmte chemische Verbindungen, die teils als schwer abbaubar gelten: sogenannte gelöste Polymere. Diese gelangen der Studie zufolge in weitaus größeren Mengen als Mikroplastik ins Abwasser. Die Autoren gehen von jährlich 46.900 Tonnen aus. Die Substanzen fungieren zum Beispiel als Enthärter, Schmutzabweiser und Emulgator. Angesichts der hohen Eintragsmengen und der nicht abzuschätzenden Risiken für die Umwelt müssten auch schwer abbaubare wasserlösliche Polymere über die europäische Chemikaliengesetzgebung reguliert werden, forderte Bertling. Die Frage, wie lange ein Stoff in der Umwelt bleibe, müsse ein viel stärkeres Gewicht bekommen als etwa Kriterien wie die Größe von Partikeln.
Auswirkungen noch ungewiss

Bisher werden Polymere, einschließlich Mikroplastik, laut Bertling zwar als "kaum umweltgefährdend" eingestuft. Das liegt Experten zufolge aber auch daran, dass die meisten Stoffe noch gar nicht näher auf ihre Umweltverträglichkeit hin geprüft wurden. Dass in der Fraunhofer-Studie eine gemeinsame Betrachtung von Mikroplastik und gelösten Polymeren befürwortet wird, nennt der IKW auf Anfrage "nicht gerechtfertigt" und verweist auf unterschiedliche Größe, Struktur und physikalisch-chemische Eigenschaften. Zudem seien bisher "keine negativen Effekte" gelöster Polymere in umweltrelevanten Konzentrationen bekannt, auch trügen sie nicht zur Meeresverschmutzung bei.
Mehr zum Thema

In Ländern wie Ghana sind die Strände teilweise voll mit Plastikabfällen, die über das Meer angeschwemmt werden. 22.09.18 Minister fordert Umdenken Müller sagt Plastikmüll den Kampf an
Von Autoreifen und Schuhsohlen: Mikroplastik kommt nicht nur vom Duschbad 04.09.18 Von Autoreifen und Schuhsohlen Mikroplastik kommt nicht nur vom Duschbad
Kunststoff in der Nahrungskette: Mikroplastik gelangt über Mücken in Vögel 19.09.18 Kunststoff in der Nahrungskette Mikroplastik gelangt über Mücken in Vögel
Unterschätztes Problem: Auch Biomüll ist mit Plastik verseucht 05.04.18 Unterschätztes Problem Auch Biomüll ist mit Plastik verseucht

Manche Experten sehen das anders: Egal, ob feste Partikel oder "flüssige Kunststoffe" - die Unterscheidung sei "Haarspalterei", beide seien ähnlich gefährlich, sagte die Umweltchemikerin Gesine Witt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Der Nabu bezeichnet Putzmittel mit Kennzeichnungen wie dem Blauen Engel und zertifizierte Naturkosmetik als "bessere Wahl" aus Umweltsicht.

Eine frühere Studie des Fraunhofer-Instituts hatte gezeigt, dass hierzulande pro Jahr insgesamt 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangen. Die größte Quelle ist demnach Reifenabrieb. Anders als bei Kosmetik, Wasch- und Putzmittel, die in vielen Fällen beabsichtigt im Abwasser landen, gilt der Eintrag aus anderen Quellen bislang meist als kaum vermeidbar.

Quelle: n-tv.de , agr/dpa

Zur Startseite UMWELT und NATURSCHUTZ
forum-kategorie-f5/umwelt-und-naturschutz-t61.html#.W8BjXvWYRdg
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Erkenntnisse aus der Arktis - "Der Meeresgrund ist ein Plastik-Endlager"

Postby Weltbookadmin47 » 30. Oct 2018 10:43

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Der-Meeresgr ... 77439.html
Dienstag, 30. Oktober 2018
Erkenntnisse aus der Arktis - "Der Meeresgrund ist ein Plastik-Endlager"


Twittern
Teilen

Seite versenden
Seite drucken


Plastikmüll entwickelt sich zu einer globalen Umweltkatastrophe. Bis 2050 werden sich einer UN-Schätzung zufolge Plastikabfälle in den Meeren verzehnfachen. Was das bedeutet, sieht die Meeresbiologin Melanie Bergmann überdeutlich, wenn sie in der Arktis ihrer Arbeit nachgeht.

n-tv.de: Sie haben ursprünglich auf einem anderen Gebiet geforscht, wie sind Sie auf das Thema Plastik im Meer aufmerksam geworden?
Melanie Bergmann: Das Alfred-Wegener-Institut betreibt in der Arktis das Tiefseeobservatorium "Hausgarten". Zu diesem Stationsnetz fahren wir jedes Jahr und nehmen an bestimmten Positionen Proben vom Wasser und vom Sediment in der Tiefsee. Dazu gehören auch Beobachtungen mit einem geschleppten Kamerasystem. Ich habe für meine Arbeit die Kamerabilder ausgewertet, um einzuschätzen, ob es durch den Klimawandel Veränderungen bei der Fauna am Meeresboden gibt. Sind da plötzlich weniger Seesterne einer Art oder mehr Seegurken oder Schwämme? Bei der Durchsicht dieser Bilder ist mir aufgefallen, dass wir 2011 deutlich mehr Müll hatten. Daraufhin habe ich das genauer untersucht, auch an anderen Stationen.
Bilderserie https://www.n-tv.de/mediathek/bilderser ... 73404.html
In den mehr als 20 Jahren seit dieser Entdeckung hat sich im Umweltbewusstsein der Menschen einiges getan. Gerade das macht ihn so gefährlich. Inzwischen ist klar, es gibt fünf dieser Müllstrudel auf den Weltmeeren. Dabei stößt er auf ein Areal, in dem es von schwimmendem Plastik nur so wimmelt. Netze, Tüten, Flaschen Riesige Plastikinseln treiben im Meer

Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?
Es hat sich bewahrheitet, dass wir da einen Trend haben. An einer Station hat sich der Müll sogar innerhalb von zehn Jahren verzwanzigfacht. Wir haben dann angefangen, auch Mikroplastik zu untersuchen und davon über 6000 Teilchen pro Kilogramm gefunden. Wenn man sich diesen Anteil im Bezug auf eine Kilo-Tüte Zucker vorstellt, versteht man, dass das wirklich viel ist.

Die Arktis ist ja weit von menschlichen Ballungsräumen entfernt, wie kommt das Plastik Ihrer Meinung nach dorthin?
Es gibt dafür keine einfache Erklärung. Der Hauptteil wird sicher mit Wind und Wellen von Nordeuropa aus oder auch aus dem Atlantik mit dem Golfstrom gen Norden driften. So geschieht das auch mit natürlichem Treibgut. Zudem wird immer mehr Plastik produziert und dann gelangt natürlich auch immer mehr ins Meer. Durch den Klimawandel gibt es außerdem immer weniger Eis in der Arktis, dadurch kommen auch immer mehr Schiffe bis dorthin. Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe hat deutlich zugenommen, die Zahl der Touristen hat sich in zehn Jahren verdreifacht. Auch die Fischerei hat dort zugenommen. Und leider ist es unweigerlich so: Dort, wo der Mensch sich aufhält, gelangt auch Müll ins Meer.

Können Sie aus Ihrer Forschung sagen, woher das Plastik stammt, das Sie finden?
Wir arbeiten mit Touristen auf Kreuzfahrtschiffen zusammen, die beispielsweise die Strände von Spitzbergen säubern. Die haben für uns untersucht, was zu finden ist. Dabei haben wir festgestellt, dass ein Großteil des Plastiks aus der Fischerei stammt, an einigen Stellen waren es 90 Prozent des Mülls. Bei den Unterwasseraufnahmen ist es schwieriger. Lose Seilenden deuten da ebenfalls auf die Fischerei hin. Aber bei einer Flasche oder einer Plastiktüte kann man das kaum sagen. Die können von einer Jacht oder einem Kreuzfahrtschiff stammen, die kann aber auch jemand an einem Strand an der Nordsee weggeworfen haben.
Video https://www.n-tv.de/mediathek/videos/pa ... 14722.html
Startschuss für "The Ocean Cleanup": Riesiger Vorhang soll Pazifik vom Plastik befreien
09.09.18 – 01:31 minStartschuss für "The Ocean Cleanup" Riesiger Vorhang soll Pazifik vom Plastik befreien

Wo finden Sie denn den meisten Plastikmüll?
Wir haben am Hausgarten die flachste Station bei 1200 Metern und die tiefste auf 5500 Meter. Außerdem haben wir auf einer Nord-Süd-Achse mehrere Messpunkte. Die Stationen, von denen wir die Bilder ausgewertet haben, liegen alle ungefähr in einer Tiefe von 2500 Metern. Das haben wir so ausgesucht, um den Einfluss des Eises untersuchen zu können, weil wir natürlich im Norden deutlich mehr in der Eisrandzone sind. Am Hausgarten schauen wir auch: Wie viel Müll haben wir an der Oberfläche, wie viel in der Wassersäule und wie viel im Sediment? Es sieht so aus, als ob das meiste am Meeresboden ist. Der Meeresgrund scheint eine Art Endlager zu sein. Außerdem finden wir mehr Müll und Mikroplastik an der nördlichen Station. Das deutet darauf hin, dass auch das Meereis als Transportmedium oder Barriere eine Rolle spielen könnte.

Lassen sich schon Schlüsse ziehen, wo die Verschmutzung weltweit am größten ist?
Das Mittelmeer ist sicher sehr verschmutzt, wobei wir mit den Daten unseres Portals Litterbase vorsichtig sein müssen. Dort stellen wir ja nur dar, was überhaupt gemessen wurde. Wenn wir Regionen haben, die vermeintlich frei von Müll sind, heißt das einfach nur, dass dort noch nicht gemessen wurde. Es gibt keine Daten vom Kaspischen Meer und wenige Informationen zum offenen Ozean, insbesondere dem Indischen Ozean, weil sich die Forschung häufig auf die Küsten konzentriert.
Plastikmüll wird lila dargestellt, anderer gelb.
Plastikmüll wird lila dargestellt, anderer gelb.
(Foto: Litterbase/AWI)

Was ist bei der unklaren Datenlage das Problem?
Als das Plastik-Problem erkannt wurde, haben alle Wissenschaftler erstmal drauflosgeforscht, auf die ihnen am sinnvollsten erscheinende Weise mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Es wurde mit verschiedenen Analyseansätzen gemessen, AWI Helgoland erfasst beispielsweise sehr kleine Mikropartikel in der Größe von 11 Mikrometer (µm). Viele andere erfassen Teilchen erst ab 200 µm. Am Hausgarten haben wir aber zum Beispiel herausgefunden, dass 80 Prozent der Teilchen in diesem allerkleinsten Bereich fallen. Studien, die nur im 200-µm-Bereich arbeiten, würden also deutlich geringere Mengen finden und das Problem stark unterschätzen. Außerdem messen die einen Teilchen pro Kubikmeter, die anderen Teilchen pro Quadratmeter, die anderen pro Kilogramm. Bei Litterbase versuchen wir ja alle Daten zusammenzufassen, um ein globales Bild zu zeigen. Diese verschiedenen Einheiten lassen sich aber nur schwer oder auch gar nicht ineinander umrechnen. Das kann man dann einfach nicht miteinander vergleichen und schwer sagen, diese Region ist im Vergleich mit jener besonders verschmutzt.

Sie sind vor wenigen Tagen von der diesjährigen Expedition zurückgekommen. Können Sie zu den aktuellen Bildern schon eine Einschätzung treffen?
Eine Masterstudentin hat sich die Bilder bis 2017 gerade noch einmal angesehen. Da wird deutlich, dass sich der Trend fortsetzt. Besonders 2016 gab es noch einmal einen deutlichen Anstieg. Die Bilder von diesem Jahr habe ich natürlich noch nicht vollständig ausgewertet, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir an der zentralen "Hausgarten"-Station wahrscheinlich wieder einen Anstieg beobachten werden, da waren über 26 Müllteile.

Sie stellen Ihr Buch als E-Book kostenlos zur Verfügung. Ihre Vorträge kann man als Videos in Internet anschauen. Welche Idee verfolgen Sie damit?
Ich will zeigen, dass wir auch etwas tun müssen, obwohl wir uns in Deutschland gern einreden, wir wären Recycling-Weltmeister und damit sei alles gut. Wir zeigen dann nach Asien, aber der Müll, den wir in der Arktis finden, stammt aus Europa und auch aus Deutschland. Außerdem ist Deutschland Europameister im Export von Müll, unter anderem nach Asien, und ein Großteil wird verbrannt. Denn die meisten Verpackungen sind nicht sortenrein und können gar nicht recycelt werden. Auch wir müssen gucken, wie wir die Plastikproduktion drosseln. Je mehr Plastik im Umlauf ist, je mehr gelangt auch in die Umwelt. Wenn ich am Wochenende an der Weser entlanggehe, sehe ich dort überall Plastik herumliegen und hebe es auf. Plastik hat ja nicht nur schädliche Auswirkungen auf die Meere, auch das Plastik, das im Park liegt, ist schlecht für die Umwelt. Es verändert die Bodenbeschaffenheit, Auswirkungen auf Regenwürmer und andere Landtiere sind nachgewiesen. Es ist inzwischen auch bekannt, dass Flüsse ein wesentlicher Eintragsweg für Müll und Mikroplastik in die Meere sind. Das haben viele Konsumenten schon verstanden und probieren, weniger verpackte Artikel zu kaufen. Aber häufig hat man als Verbraucher keine Wahl und es fehlen politische Vorgaben, die eine Drosselung des Verpackungswahnsinns bewirken. Das ist nicht nur beim Thema Plastikverschmutzung, sondern auch beim Klimawandel nicht mehr nachvollziehbar, dass da totaler Stillstand herrscht. Laut Weltbank werden wir in den nächsten 30 Jahren weltweit jährlich 3,4 Milliarden Tonnen Müll produzieren, davon 12 Prozent Plastik. Was werden unsere Kinder dazu sagen? Da sind Industrieinteressen scheinbar wichtiger, anders kann ich mir das nicht erklären. Aber selbst die Weltbank fordert inzwischen ein Umdenken!

Was halten Sie von den jüngsten Überlegungen, das Plastik wieder aus dem Meer zu entfernen?
Meines Erachtens gibt es bisher keine realistische Idee, wie man das schaffen könnte. Der einzige Bereich, wo man ansetzen könnte, ist im Küstenbereich, also an den Stränden oder dort, wo man noch tauchen kann. Dann gibt es die "Fishing for Litter"-Inititative, bei der Fischer das Plastik, das sich in ihren Netzen verfängt, mit an Land bringen und dort sachgemäß entsorgen. Einiges kann man sicher noch an den Flüssen bewirken, bevor das Plastik in die Meere getragen wird. Alles andere, wie auch das "Ocean Cleanup"-Projekt, halte ich für fragwürdig. Die Auswirkungen auf die Tierwelt als Beifang sind im Zweifelsfall erheblich. Außerdem wissen wir ja inzwischen, dass nur ein kleiner Teil des Mülls überhaupt an der Meeresoberfläche schwimmt. Und dann wird mit diesen Reinigungsaktionen noch suggeriert, dass wir ja jetzt eine Lösung für das Problem haben und immer so weitermachen können. Das ist aber nicht so. Da gibt es im Bereich der Umweltbildung sicher effektivere Maßnahmen. Im Garbage Patch, also diesen riesigen Müllstrudeln im Meer, stammte 46 Prozent des Mülls aus der Fischerei, an den Stränden Spitzbergens teilweise sogar über 90 Prozent. Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, Programme zu entwickeln, wie man Verhaltensänderungen bei Fischern herbeiführen kann. Wenn die ihre Netze oder ihren Müll nicht mehr ins Meer werfen, bewirkt das sicher mehr.
Mehr zum Thema

Noch kein EU-Verbot: Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser 12.10.18 Noch kein EU-Verbot Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser
Weltbank warnt vor Folgen: Müllmenge droht um 70 Prozent zu wachsen 20.09.18 Weltbank warnt vor Folgen Müllmenge droht um 70 Prozent zu wachsen
Kunststoff in der Nahrungskette: Mikroplastik gelangt über Mücken in Vögel 19.09.18 Kunststoff in der Nahrungskette Mikroplastik gelangt über Mücken in Vögel
1,6 Millionen Quadratkilometer: Pazifik-Müllstrudel viel größer als vermutet 24.03.18 1,6 Millionen Quadratkilometer Pazifik-Müllstrudel viel größer als vermutet

Hat Ihre Forschung Konsequenzen für Ihr eigenes Konsumverhalten?
Ich gehe inzwischen deutlich bewusster einkaufen, mein Obst und Gemüse kaufe ich auf dem Markt, wann immer ich es kann. Ich kaufe meine Milch in Pfandflaschen, meinen Joghurt auch. Ich kaufe bestimmte Dinge im Unverpackt-Laden. Ich habe Shampoo als Seifenstück und werde demnächst auch anfangen, mein Waschmittel selbst zu machen. Drogerie-Artikel scanne ich vor dem Kauf auf Mikroplastik mit der Codecheck-App. Außerdem kaufe ich wenig Kleidung mit synthetischen Anteilen und wasche nur wirklich schmutzige Wäsche.

Mit Melanie Bergmann sprach Solveig Bach

Zum Thementag #Oceanminded zeigt n-tv am 30.10. mehrere Dokumentationen: 19.05 Uhr "Wohin die Reise geht – Forscher in der Antarktis, 20.15 Uhr "Müllkippe Meer – Kampf gegen den Plastikmüll", 21.05 Uhr "Planet Ocean 1", 22.10 Uhr "Planet Ocean 2".

Quelle: n-tv.de

Zur Startseite UMWELT und NATURSCHUTZ
forum-kategorie-f5/umwelt-und-naturschutz-t61.html#.W9gn2fWNxdg
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Was ändert sich 2019 … … bei Energie und Umwelt ?

Postby Weltbookadmin47 » 27. Dec 2018 13:49

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/ratgeber/bei-Energi ... 59071.html

Donnerstag, 27. Dezember 2018
Was ändert sich 2019 … … bei Energie und Umwelt ?
13389841.jpg

Immer mehr Energieausweise für Gebäude werden im Laufe des Jahres ihre Gültigkeit verlieren, da diese nur zehn Jahre gültig sind.

picture-alliance/ dpa
FB
TW
mail
drucken

Die Zukunft bleibt ungewiss. So viel ist sicher. Abgesehen davon stehen aber auch im neuen Jahr viele Neuerungen und Gesetze an. Diese Änderungen aus den Bereichen Energie und Umwelt werden wichtig, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen informiert.

Verpackungsgesetz tritt in Kraft

Zum 1. Januar löst das Verpackungsgesetz die bisherige Verpackungsverordnung ab. Die Zielsetzung ist, Mehrwegverpackungen besser zu kennzeichnen, Recyclingquoten zu steigern und auf Wiederverwertung von Verpackungsmaterial zu setzen. Verbraucherverbände kritisieren allerdings, dass die Vermeidung von Verpackungsabfällen in dem Gesetz zu kurz kommt.

Ab dem Jahreswechsel müssen Einzelhändler an den Regalen gut sichtbar kennzeichnen, ob der Kunde dort zur Einweg- oder Mehrwegflasche greift. Discounter, Super- und Getränkemärkte, Betriebe der Lebensmittelbranche, die wie etwa Bäckereien Getränke mitverkaufen - sie alle müssen an Auslagen, Kühlschränken oder Regalen mit den Hinweisen "Einweg" oder "Mehrweg" den Weg zur umweltfreundlichen Variante klar ausweisen. Bislang kennzeichneten Hersteller dies freiwillig nur mit einem Hinweis auf der Produktverpackung.

Darüber hinaus müssen Verbraucher für mehr Waren Pfand bezahlen. So wird ab Januar auch auf Frucht- und Gemüse-Nektare mit Kohlensäure und Mischgetränke mit einem Molke-Anteil von mindestens 50 Prozent ein Pfand von 25 Cent erhoben. Vanillemilch und einige Energydrinks werden also ab Januar bepfandet. Weiterhin kein Pfand wird auf Säfte und Wein fällig.

Wer verpackte Ware vertreibt oder befüllte Verpackungen in Umlauf bringt, muss dafür Sorge tragen, dass Verkaufs- und Umverpackungen korrekt entsorgt werden. Mit dem neuen Verpackungsgesetz sind nun auch Onlinehändler in die Pflicht.

Einige Energieausweise werden ungültig

Immer mehr Energieausweise für Gebäude werden im Laufe des Jahres ihre Gültigkeit verlieren, da diese nur zehn Jahre gültig sind. Somit sind alle Ausweise mit Ausstellungsjahr 2008 zum 1. Januar bereits abgelaufen.

Höhere Ansprüche an Heizungen

Beim Effizienzlabel für neue Heizungen entfallen am 26. September 2019 für reine Raumheizungsgeräte die schlechtesten Klassen E, F und G, während die Klasse A+++ hinzukommt.

Strom: EEG-Umlage sinkt

Die Summe aus Abgaben, Umlagen und Steuern sinkt zum zweiten Mal in Folge leicht, bis auf die neu eingeführte Offshore-Netzumlage. Diese lässt die mögliche Entlastung der Privathaushalte zusammenschrumpfen auf 0,14 Cent pro Kilowattstunde netto, was einen Durchschnittshaushalt um circa sechs Euro brutto pro Jahr entlastet. Zudem verändern die meisten Netzbetreiber ihre Netznutzungsentgelte kaum.

Quelle: n-tv.de, awi
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Debatte über Stickoxide - ADAC befürwortet Überprüfung der Grenzwerte

Postby Weltbookadmin47 » 1. Feb 2019 12:46

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/politik/ADAC-befuer ... 38805.html

Freitag, 01. Februar 2019
Debatte über Stickoxide - ADAC befürwortet Überprüfung der Grenzwerte
116071974.jpg

Der ADAC plädiert dafür, die Hardware älterer Dieselfahrzeuge nachzurüsten.

picture alliance/dpa
FB
TW
mail
drucken

Nach der Kritik einiger Lungenärzte an den von der EU festgelegten Grenzwerten zu Stickoxiden in der Luft stellt sich nun der ADAC auf die Seite der Skeptiker. Die Messmethode der Schadstoffe sollte nachgebessert, das Zahlenchaos beendet werden, fordert Clubvize Becker.

Der Autofahrerclub ADAC hat in der Debatte um Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid gefordert, dass vergleichbare und engmaschigere Messungen durchgeführt werden. "Wir müssen das Zahlenchaos beenden und eine fundierte Basis für umweltpolitische Entscheidungen schaffen", sagte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. "Die aufgeheizte Diskussion um die Grenzwerte und Gesundheitsgefahren sollten wir produktiv nutzen, um eine bessere Entscheidungsgrundlage zu schaffen."
e25adcaf60ac370cf11de7c526d7db8b.jpg
Politik 31.01.19
Neue Daten zu Stickoxid-Grenzwerten In vielen Städten ist die Luft noch immer zu schlecht

Zusätzliche Messpunkte seien ohne viel Aufwand möglich. "Dadurch kann dann auch sachgerecht beurteilt werden, ob es sich um punktuelle Grenzwertüberschreitungen handelt, die lokal gelöst werden können." Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase ist leicht zurückgegangen, bleibt aber in vielen deutschen Städten höher als erlaubt. In mindestens 35 Städten wurde der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid 2018 überschritten, wie das Umweltbundesamt am Donnerstag mitgeteilt hatte. Für 28 der 65 Städte, die 2017 über dem Grenzwert lagen, fehlen aber noch Zahlen.

Umweltschützer, Grüne und Linke forderten von der Bundesregierung stärkeres Gegensteuern für sauberere Luft. Becker sagte, die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes belegten, dass etliche Maßnahmen unterhalb von Fahrverboten bereits wirkten und fortgesetzt werden müssten. Der ADAC bekräftigte seine Forderung nach einer Hardware-Nachrüstung älterer Diesel.

Für "sinnvoll und dringlich" halte der ADAC die Überprüfung der wissenschaftlichen Basis der Grenzwerte. "Wenn Bürger von Fahrverboten betroffen sind, müssen sie sich darauf verlassen können, dass die geltenden Grenzwerte wissenschaftlich begründet sind." Die EU-Kommission müsse die Kritik an der Herleitung der Immissionsgrenzwerte für Feinstaub und Stickoxide zum Anlass nehmen, deren wissenschaftliche Basis zu überprüfen. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer fordert dies. Gut 100 Lungenärzte hatten den Nutzen der EU-Grenzwerte in Zweifel gezogen. Dagegen gibt es Widerspruch deutscher und internationaler Experten.
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa https://www.n-tv.de/politik/ADAC-befuer ... 38805.html
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Alarmierender Umweltbericht - UN sehen Millionen Menschenleben in Gefahr

Postby Weltbookadmin47 » 14. Mar 2019 19:25

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/UN-sehen-Mil ... 04132.html
Alarmierender Umweltbericht - UN sehen Millionen Menschenleben in Gefahr
91470012.jpg

Die Vermüllung der Ozeane durch Plastik ist nur eines von vielen Problemen.

(Foto: picture alliance / Bernd Wüstnec)
FB
TW
mail
drucken

Die Vereinten Nationen stellen ihre ausführlichste Umwelt-Studie der letzten Jahre vor. Die Ergebnisse sind beunruhigend: Der Zustand unseres Planeten wird zu einer immer größeren Bedrohung für die Menschen. Das hat verschiedene Gründe.

Um die Umwelt unseres Planeten steht es einem UN-Bericht zufolge so schlecht, dass die Gesundheit der Menschen zunehmend bedroht wird. "Entweder wir verbessern den Umweltschutz drastisch, oder Millionen von Menschen werden in Städten und Regionen in Asien, dem Nahen Osten und in Afrika bis Mitte des Jahrhunderts vorzeitig sterben", heißt es in einer in Nairobi veröffentlichten Studie der Vereinten Nationen.

Der Bericht nannte dafür etliche Beispiele: Etwa würden bis 2050 voraussichtlich gegen Antibiotika resistente Infektionen weltweit die größte Todesursache sein. Um dies zu vermeiden, müssen demnach viel mehr Menschen Zugang zu günstigen Technologien zur Abwasserreinigung bekommen. Die Nutzung von Antibiotika müsse bei Menschen und in der Landwirtschaft viel stärker kontrolliert werden, schreiben die Forscher.

Der Bericht nennt auch Probleme wie die Vermüllung der Ozeane durch Plastik, die Zerstückelung von Lebensräumen von Tieren und Luftverschmutzung. All dies führe zu einem "Massenaussterben von Arten". So könne die Erde auch langsam den Bedürfnissen der Menschen nicht mehr gerecht werden, so die Studie. "Die Wissenschaft ist deutlich: Die Gesundheit und der Wohlstand der Menschheit ist direkt mit dem Zustand unserer Umwelt verbunden", teilt die Leiterin des UN-Umweltprogramms, Joyce Msuya, mit. Die Politik müsse sich nun für einen neuen Weg der nachhaltigen Entwicklung entscheiden.

Der GEO-6-Bericht ist nach eigenen Angaben die ausführlichste Umwelt-Studie der Vereinten Nationen der letzten fünf Jahre. Demnach arbeiteten 250 Wissenschaftler und Experten aus mehr als 70 Ländern daran. Er wurde im Rahmen der fünftägigen UN-Umweltkonferenz veröffentlicht, die noch bis Freitag in Nairobi stattfindet.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa

Mehr zu UMWELT und NATURSCHUTZ forum-kategorie-f5/umwelt-und-naturschutz-t61.html
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Extremwetter, Borkenkäfer, Pilz - Wälder leiden unter Katastrophenjahr

Postby Weltbookadmin47 » 23. Mar 2019 21:04

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Waelder-leid ... 21148.html
Extremwetter, Borkenkäfer, Pilz - Wälder leiden unter Katastrophenjahr


Nirgendwo ist man so mit der Natur verbunden wie im Wald. Doch die Wälder auf der Erde schrumpfen. Hierzulande sind Extremwetterlagen und Parasiten auf dem Vormarsch. Vor allem ein eingewanderter Baumpilz rafft massenhaft Ahornbäume dahin.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat zum Internationalen Tag des Waldes auf die Schäden durch Extremwetter aufmerksam gemacht. "Das vergangene Jahr war für unsere Wälder ein Katastrophenjahr, die Schäden sind beunruhigend", erklärte Klöckner. Als Gründe nannte sie die Rekorddürre, Sturmschäden im Winter und Sommer sowie den Borkenkäferbefall. Mehr als 30 Millionen Kubikmeter Schadholz seien angefallen.

Klöckner erinnerte auch daran, dass Wälder entscheidende Aufgaben als "Klimaschützer, Lieferant für Holz, Erhalter von Biodiversität und Erholungsort für die Bürgerinnen und Bürger" erfüllten. Die CDU-Politikerin will Waldeigentümer nach eigenen Angaben steuerlich entlasten und sich mit den Bundesländern für weitere Hilfen einsetzen. Mehrere Vorhaben seien bereits auf den Weg gebracht, zum Beispiel zur Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden oder zur Wiederaufforstung.
Baumpilz auch für Menschen gefährlich
Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit, die durch den Pilz Cryptostroma corticale ausgelöst wird, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wurde in Deutschland erstmals 2005 in der Nähe von Karlsruhe nachgewiesen.

Der sogenannte Schwäche-Parasit setzt sich zwischen Rinde und Holz und wächst. Das lässt die Rinde platzen und es bildet sich ein schwarzer-schleimiger Film, der an Ruß erinnert. Innerhalb weniger Monate stirbt der Baum aufgrund dieser Infektion ab.

Die Sporen der Pilze können gesundheitsschädliche Auswirkungen bei Menschen hervorrufen. Aus diesem Grund sollten Menschen mit Atemwegsproblemen oder einem geschwächten Immunsystem die betroffenen Regionen meiden.

Doch Extremwetter und Borkenkäfer sind nicht die einzigen Umstände, die zum Schwinden von Waldflächen führen. Von der sogenannte Rußrindenkrankheit, die vor allem Ahornbäume befällt, sind landesweit bereits mehrere zehntausend Bäume betroffen. Unter anderem in Meerbusch (NRW), im hessischen Lich und in Leipzig (Sachsen), berichtet die "Bild"-Zeitung. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, mussten diese Bäume rasch gefällt werden. Die Krankheit, die durch einen Pilz namens Cryptostroma corticale ausgelöst wird, tötet nicht nur Bäume, sie kann auch für Menschen gefährlich werden.

Die Sporen der Pilze fliegen durch die Luft und können auf diesem Weg auch in Lungen von Menschen eindringen. Das kann nicht nur zu Allergien, sondern sogar zu Entzündungen der Lungenbläschen führen. Reizhusten, Atemnot und Schüttelfrost können dann bei der sogenannten Farmerlunge als Symptome auftreten. Das Fällen von Bäumen mit der Rußrindenkrankheit darf deshalb nur mit speziellen Schutzmaßnahmen für die Atemwege ausgeführt werden.

Der massenhafte Befall ist auf den besonders langen, heißen und trockenen Sommer des letzten Jahres zurückzuführen. Die Bäume sind geschwächt, so dass der Parasit leichtes Spiel hat, sich zwischen Rinde und Holz festzusetzen. Dort störe er die Nährstoff- und Wasserversorgung der geschwächten Bäume, wird Christian Hönig, Referent für Baumschutz beim BUND Berlin, durch "Bild" zitiert. Gesunde Bäume hingegen können sich meistens mit speziellen Mechanismen gegen den Pilz wehren. Die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung zwischen Ahornbäumen ist dennoch aufgrund von Sporen, die durch die Luft fliegen, relativ groß.
imago66570525h.jpg
Wissen 21.03.18
400 Bäume pro Mensch Wälder - die grünen Lungen der Erde

Quelle: n-tv.de, jaz/AFP
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Buche, Kiefer, Fichte, Eiche - Insekten richten große Waldschäden an

Postby Weltbookadmin47 » 23. Jun 2019 11:51

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Insekten-ric ... 99186.html
Buche, Kiefer, Fichte, Eiche - Insekten richten große Waldschäden an
121217189.jpg

Der Borkenkäfer kann ganze Wälder zerstören, wenn diese etwa durch einen Sturm geschwächt sind.

(Foto: picture alliance/dpa)
FB
TW
mail
drucken

Sie fressen Blätter, Knospen und Rinden und richten in Wäldern erheblichen Schaden an: Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner & Co. Treten sie in Massen auf, kann das verheerende Folgen haben. Auch für den Menschen sind manche Tiere nicht ungefährlich. Eine Übersicht über einige wichtige Protagonisten.
Der Borkenkäfer

Gerade durch Hitze und Sturm vorgeschädigte Bäume sind anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Der Borkenkäfer ist nach Angaben der Schutzgemeinschaft deutscher Wald (SDW) einer der gefährlichsten Schädlinge in der Forstwirtschaft. Die häufigste Borkenkäferart befällt fast nur Fichten, andere Arten bevorzugen Buchen, Kiefern oder auch Eichen.
Ein Borkenkäfer in seinem selbstgefressenen Labyrinth.

Ein Borkenkäfer in seinem selbstgefressenen Labyrinth.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Borkenkäfer greift zunächst kränkelnde und absterbende Bäume an, bei einer Massenvermehrung können aber auch gesunde Bäume absterben. Nach Expertenschätzungen zerstörten die zur Familie der Rüsselkäfer gehörenden Tiere im vergangenen Jahr etwa elf Millionen Kubikmeter Holz.

Die Käfer und ihre Larven leben verborgen in und unter der Rinde. Sie vernichten das Wachstumsgewebe und die Rinde der Fichten, die dadurch unweigerlich absterben. Befallene Bäume sind an den kahlen Stämmen zu erkennen. Wegen der höheren Temperaturen in Deutschland kann der Käfer seit einigen Jahren bereits im April Eier ablegen, sodass innerhalb eines Jahres über mehrere Generationen aus einem einzigen Pärchen mehr als 100.000 neue Käfer werden.
Der Eichenprozessionsspinner

Der unscheinbare Nachtfalter bevorzugt warmes und trockenes Klima und breitet sich aufgrund der Klimaveränderungen immer stärker in Deutschland aus. Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt einzeln stehende, ältere Eichen. In Trockenjahren kann es allerdings zu Massenvermehrungen kommen, dann werden auch jüngere Bäume und große geschlossene Waldgebiete befallen.
Ein Eichenprozessionsspinner auf einer Prozession.

Ein Eichenprozessionsspinner auf einer Prozession.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Raupen schlüpfen bis Anfang Mai und schließen sich dann zu den namensgebenden Prozessionen zusammen. Gemeinsam wandern die behaarten Raupen, die am Ende bis zu vier Zentimeter Körperlänge erreichen, zum Fressen in die Baumkrone. Mitte bis Ende Juni verpuppen sie sich.

Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen mit Widerhaken versehene Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Sie sind für Mensch und Tier gefährlich und lösen allergische Reaktionen aus. Die Brennhaare reizen die Oberhaut und die Schleimhäute und können Knötchen, Quaddeln und Hautentzündungen verursachen, aber auch Schwindel, Fieber, Bronchitis, Asthma und allergische Schocks auslösen. Die Symptome verschwinden in der Regel nach zwei Wochen, können aber auch mit kortisonhaltigen Medikamenten gemildert werden.
Dem Nest der Raupen sollte man nicht zu nahe kommen.

Dem Nest der Raupen sollte man nicht zu nahe kommen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Menschen sollten sich von den Nestern des Eichenprozessionsspinners fernhalten, da diese das ganze Jahr über eine Gefahr sind. Zudem sollten Betroffene nach einem Aufenthalt in befallenen Gebieten duschen und die Kleidung wechseln.
Der Schwammspinner

Der Schwammspinner ist ein an Eichen und anderen Laubbaumarten lebender Schmetterling. Massenvermehrungen des Schädlings können zu Kahlfräßen kompletter Eichenbestände führen, so wie das derzeit unter anderem in einigen Gebieten Thüringens und Sachsens beobachtet wird.
Die Raupe des Schwammspinners macht vor allem Eichen zu schaffen.

Die Raupe des Schwammspinners macht vor allem Eichen zu schaffen.

(Foto: picture alliance / -/Landesansta)

Die Schwammspinner legen ihre Eier in Gelegen von bis zu tausend Eiern auf der Baumrinde ab und bedecken sie mit gelbbrauner Afterwolle. Das schwammartige Aussehen der Gelege gab der Art ihren Namen. Frisch geschlüpfte Eilarven spinnen nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Seidenfäden und lassen sich vom Wind verwehen. So verteilen sie sich über ganze Waldbestände.

Da die Raupen bis in den Juni hinein fressen, ist nicht nur der erste Blattaustrieb, betroffen. In manchen Jahren machen die Schwammspinner sich auch am zweiten, dem sogenannten Johannistrieb zu schaffen. Schwammspinner sind immer wieder auch an Obstbäumen zu finden, für den Menschen sind sie in der Regel aber nicht gefährlich.
Die Kastanienminiermotte
Ein von der Miniermotte zerfressenes Kastanienblatt.

Ein von der Miniermotte zerfressenes Kastanienblatt.

(Foto: picture alliance / Swen Pförtner)

Seit zwei Jahrzehnten ernähren die Kastanien Deutschlands einen kleinen aggressiven Schmetterling. Durch die Kastanienminiermotte verlieren die Bäume ihre Blätter bereits im Spätsommer. Die typischen braunen Stellen auf den grünen Kastanienblättern zeigen den Befall an. Die Motte hat an diesen Stellen wie ein Minenarbeiter Gänge zwischen oberer und unterer Blatthaut ins Gewebe gefressen.

Betroffen ist der SDW zufolge bundesweit die Hälfte aller Kastanien. Die Bäume können den Verlust an Blattmaterial in der Regel aber problemlos verkraften. Bekämpfen lässt sich die Kastanienenminiermotte nur durch das Fördern ihrer natürlichen Gegenspieler, wie etwa der Meise oder durch Laubsammeln und das anschließende Verbrennen der Blätter, in denen der Schädling überwintert.

Quelle: n-tv.de, lwe/AFP
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Kampf gegen Meeresspiegelanstieg - Forscher wollen Antarktis beschneien

Postby Weltbookadmin47 » 19. Jul 2019 13:47

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Forscher-wol ... 53086.html
Kampf gegen Meeresspiegelanstieg - Forscher wollen Antarktis beschneien
48552154.jpg

Es gehe "um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen", so einer der Forscher.

(Foto: picture alliance / dpa)
FB
TW
mail
drucken

Mit dem Abschmelzen der Gletscher verliert die Westantarktis immer mehr an Eis. Der Meeresspiegel droht zu steigen. Mit einer bahnbrechenden Idee wollen Klimaforscher aus Potsdam die Region nun retten. Sie sehen jedoch selbst die "Absurdität des Unterfangens".

Mit einer kühnen Utopie ließe sich nach Einschätzung von Forschern ein drohender Eiskollaps in der Westantarktis vermeiden. Eine durch künstliche Beschneiung gewonnene riesige Menge an Schnee könne den Eisschild zurück in Richtung Stabilität drücken, berichtete das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dafür müssten aber mehrere hundert Milliarden Tonnen Wasser pro Jahr über einige Jahrzehnte hinweg auf das Eis geschneit werden.
arktis-3.jpg
Panorama 19.04.19
Naturschutz oder Umweltbelastung? Arktis zieht immer mehr "Letzte Moment"-Touristen an

Nach Einschätzung der Klimaforscher droht der westantarktische Eisschild auf lange Sicht ins Meer zu rutschen. Dies würde demnach zwar Jahrhunderte dauern, würde aber den Meeresspiegel weltweit um mehr als drei Meter ansteigen lassen. Damit würden Metropolen von New York über Shanghai bis nach Hamburg langfristig unterhalb des Meeresspiegels liegen, erklärte Anders Levermann, Physiker am Potsdam-Institut.

Mit Billionen Tonnen an zusätzlichem Schnee könnten die Gletscher nach Einschätzung der Forscher gerettet werden. Allerdings würde dies beispiellose Ingenieurslösungen erfordern und eine der letzten unberührten Regionen der Erde erheblichen Umweltrisiken aussetzen.

Levermann erklärte, im Kern gehe es "um die Abwägung, ob wir als Menschheit die Antarktis opfern wollen, um die heute bewohnten Küstenregionen und das dort entstandene und entstehende Kulturerbe zu retten". Der westantarktische Eisschild sei das erste Kippelement im Klimasystem, das die Menschheit gerade kippen sehe.
Auswirkungen könnten verheerend sein

Die nach einer Computersimulation mögliche Rettung durch die massive Beschneiung sei allerdings ein beispielloser Eingriff in die Natur. Das Hochpumpen, das Entsalzen und die Erwärmung des Meerwassers sowie das Betreiben der Schneekanonen würden eine Strommenge in der Größenordnung von mehreren zehntausend Highend-Windturbinen erfordern, erklärte Johannes Feldmann, Ko-Autor der Studie.

"Einen solchen Windpark inklusive der dafür nötigen Infrastruktur in der Amundsensee zu errichten und derartige enorme Mengen an Meerwasser zu entnehmen, würde im Wesentlichen den Verlust eines einzigartigen Naturreservates bedeuten." Darüber hinaus mache das raue antarktische Klima die technischen Herausforderungen kaum absehbar und schwer zu bewältigen, während die potenziellen schädlichen Auswirkungen auf die Region wahrscheinlich verheerend sein würden.

Die Forscher erklärten, "die offensichtliche Absurdität des Unterfangens" einer künstlichen Beschneiung der Antarktis spiegle die atemberaubende Dimension des Meeresspiegelproblems wider. Für Wissenschaftler sei es aber die Pflicht, die Gesellschaft über jede einzelne mögliche Option zur Bewältigung der anstehenden Probleme zu informieren.

Quelle: n-tv.de, lri/AFP
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

"Bedrohlich für die ganze Welt" - Amazonas-Waldbrände werden Thema für G7

Postby Weltbookadmin47 » 24. Aug 2019 09:13

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/politik/Amazonas-Wa ... 25695.html
"Bedrohlich für die ganze Welt" - Amazonas-Waldbrände werden Thema für G7
123478457.jpg

Massive Waldbrände wüten im Amazonasgebiet und den angrenzenden Steppenregionen.

(Foto: picture alliance/dpa)
FB
TW
mail
drucken

Die Kanzlerin will die Waldbrände am Amazonas beim G7-Gipfel besprechen. Das Thema hat Priorität - das sieht nicht nur Merkel so, sondern auch ihr französischer Kollege Macron und andere EU-Kollegen. Von dort kommt indes der Vorwurf, man würde sich in "innere" Angelegenheiten einmischen.

Nach Frankreich will auch die Bundesregierung die schweren Waldbrände im Amazonas-Gebiet auf die Tagesordnung des G7-Gipfels in Biarritz setzen. "Diese akute Notlage des Amazonas-Regenwalds gehört auf die Tagesordnung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundeskanzlerin Angela Merkel sehe dies "ganz genau" wie der französische Staatschef Emmanuel Macron, der die G7 über Twitter zur Thematisierung der Waldbrände bei dem Treffen am Wochenende aufgerufen hatte.
Amazonas steht in Flammen.jpg
Panorama 23.08.19
Die grüne Lunge der Erde brennt Bolsonaro wirft Umweltschützern Brandstiftung vor

"Das Ausmaß der Brände ist erschreckend und bedrohlich nicht nur für Brasilien, sondern für die ganze Welt", sagte Seibert. Das Amazonas-Gebiet sei für das globale Klimasystem von "herausragender Bedeutung". Es sei "nicht übertrieben", den dortigen Regenwald als "grüne Lunge der Welt" zu bezeichnen. Allerdings müsse das Thema "im Dialog und in Zusammenarbeit mit Brasilien angegangen werden".

Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hatte Macron nach dessen Aufruf über Twitter scharf angegriffen. Dass Frankreichs Staatschef beim G7-Gipfel in Abwesenheit der Länder der Amazonas-Region über die Waldbrände sprechen wolle, zeuge von einer "kolonialistischen Mentalität", die im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr habe. Macron wolle eine "innere" Angelegenheit Brasiliens und anderer Staaten im Amazonas-Gebiet politisch "instrumentalisieren".
2500 neue Brände innerhalb von zwei Tagen
a275e313f39bea0eaf5bc671c2986a15.jpg
Politik 23.08.19
"Unser Haus brennt" Das sind die Themen des G7-Gipfels in Biarritz

Der französische Präsident hatte die schweren Waldbrände im Amazonasgebiet als "internationale Krise" bezeichnet. Die "Lunge unseres Planeten" stehe "in Brand", schrieb Macron bei Twitter. Er werde mit den anderen G7-Mitgliedern beim Gipfel in Biarritz am Wochenende "über diesen Notfall sprechen".

Auch auf EU-Ebene wachsen Verärgerung und Beunruhigung über Bolsonaros Verhalten im Angesicht der Krise: Finnland brachte ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU ins Gespräch. "Finanzminister Mika Lintila verurteilt die Zerstörung des Regenwaldes am Amazonas und schlägt vor, dass die EU und Finnland dringend die Möglichkeit eines Verbots brasilianischer Rindfleisch-Importe prüfen sollten", erklärte das finnische Finanzministerium. Finnland hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne. Zuvor hatte auch der irische Ministerpräsident Leo Varadkar laut Medienberichten damit gedroht, das EU-Mercosur-Handelsabkommen wegen der Waldbrände zu blockieren.

Laut dem brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE brachen in ganz Brasilien binnen 48 Stunden fast 2500 neue Brände aus. Demnach gab es seit Jahresbeginn bereits mehr als 75.000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die Waldrodung. Der Klimaskeptiker Bolsonaro hat dagegen wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich gemacht.
*Datenschutz
RTS2N7UX.jpg
Wissen 23.08.19
Waldbrände am Amazonas Die grüne Lunge keucht und röchelt

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa/rts https://www.n-tv.de/politik/Amazonas-Wa ... 25695.html
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

So groß wie Bochum - Teppich aus Vulkanstein treibt im Pazifik

Postby Weltbookadmin47 » 28. Aug 2019 19:50

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wi ... 35166.html
So groß wie Bochum - Teppich aus Vulkanstein treibt im Pazifik
FB
TW
mail
drucken

Auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern bewegen sich im Pazifischen Ozean Millionen Gesteinsbrocken auf Australien zu. Vermutlich stammen sie vom Ausbruch eines unterirdischen Vulkans. Forscher hoffen, dass die Bimssteine einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Im Pazifik schwimmt ein riesiger Teppich aus vulkanischem Gestein. Satellitenbilder zeigen lose Steine auf einer Fläche von rund 150 Quadratkilometern, der Größe Bochums, die im Ozean auf Australien zutreiben. Vermutet wird, dass der Teppich durch den Ausbruch eines unterirdischen Vulkans in der Nähe des Inselstaats Tonga in der ersten Augustwoche entstand.
123584472.jpg

Satellitenaufnahmen zeigen die Ausmaße des Steinteppichs - 150 Quadratkilometer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Dabei handelt es sich nach Schätzungen um mehrere Millionen Brocken vulkanischen Bimssteins von grauer Farbe. Bims entsteht etwa, wenn Magma nach einer Eruption unter Wasser schnell abkühlt. Durch Wasserdampf und Kohlendioxid wird er praktisch aufgeschäumt. Er hat viele Blasen, ist verhältnismäßig leicht und schwimmt deshalb auch auf dem Wasser. Die Brocken sind zum Teil allerdings so groß wie ein Basketball.

Auf Video-Aufnahmen des australischen TV-Senders 7News ist zu sehen, wie der Steinteppich bis zum Horizont reicht. Entdeckt wurde er Mitte August von dem australischen Seglerpaar Larissa Brill und Michael Hoult, das mit seinem Katamaran in Richtung Fidschi-Inseln unterwegs war. Auf ihrer Facebook-Seite schreiben die beiden: "Das Feld aus Steinbrocken reichte so weit, wie wir im Mondlicht und mit dem Licht unserer Scheinwerfer sehen konnten." Brill und Hoult steckten vorübergehend fest, weil Steine ihr Ruder blockiert hatten. Sie konnten dann aber aus dem Feld herausnavigieren.
Great Barrier Reef_Korallen_Fische.jpg
Wissen 30.05.16
Das größte Korallenriff der Erde Great Barrier Reef

Experten hoffen jetzt, dass der im Ozean treibende Bims neue Heimat für Meereslebewesen werden könnte. Davon könnte möglicherweise auch das weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens profitieren, das unter Ausbleichung leidet. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Steinteppich tatsächlich Kurs auf Australien hält. Nach bisherigen Berechnungen bewegt er sich, vorbei an Neukaledonien und Vanuatu, vermutlich dorthin. Allerdings dürfte es mehr als ein halbes Jahr dauern, bis die ersten Steine dort ankommen.
*Datenschutz


Australien_trockenheit_sprenger.jpg
Panorama 16.07.13
Korallenriffe, Koalas und krasses Klima Australien

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa https://www.n-tv.de/wissen/Teppich-aus- ... 30391.html
User avatar
Weltbookadmin47
Forum Admin
 
Posts: 8076
Joined: 10.2014
Gender:

Previous

Return to "2. Forum in Kategorie 2"

 

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 3 guests

cron