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"Es geht ums Überleben" - Biopestizide - die Revolution auf dem Acker ?

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Aug 2018 11:53

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Biopestizide ... 66794.html
"Es geht ums Überleben" - Biopestizide - die Revolution auf dem Acker ?

Schädlinge plagen die Landwirtschaft schon immer. Moderne Pflanzenschutzmittel helfen, aber belasten oft die Umwelt: Sie vernichten nicht nur unerwünschte Insekten, sondern auch nützliche. Sind biologische Mittel ein Ausweg aus dem Dilemma?


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forum-kategorie-f5/umwelt-und-naturschutz-t61.html

Vor großen Worten schreckt Thomas Brück nicht zurück, wenn er die Bedeutung seiner Forschung beschreibt: "Es geht nicht nur um die Bienen, es geht ums Überleben der Menschheit." Der Biotechnologe von der TU München arbeitet unter anderem an der Entwicklung von biologischen Pflanzenschutzmitteln - Mitteln, die Schädlinge vertreiben und dabei die Umwelt samt nützlicher Arten schonen.

Kürzlich stellte er mit seinem Team im Fachmagazin "Green Chemistry" ein biologisch abbaubares, ökologisch unbedenkliches Insektizid vor, das Blattläuse mit einem abschreckenden Geruch vertreibt, für nützliche Insekten wie Bienen, Käfer oder Schmetterlinge aber ungiftig ist. "Mit unserem Ansatz ermöglichen wir einen fundamentalen Wechsel im Pflanzenschutz", sagte Brück. "Statt Gift zu versprühen, das immer auch nützliche Arten gefährdet, vergrämen wir gezielt nur die Schädlinge."
Besonders umstritten: Glyphosat und Bienengifte
Video https://www.n-tv.de/mediathek/sendungen ... 15607.html
Chemischer Pflanzenschutz am Pranger: Südtiroler Gemeinde will pestizidfrei werden
07.07.18 – 03:08 min

Hintergrund: Viele synthetische Pestizide vernichten auf dem Acker nicht nur unerwünschte Insekten oder Krankheitserreger, sondern nützliche oder zumindest unschädliche Organismen gleich mit. Zu den wohl bekanntesten - und umstrittensten - Mitteln zählen der Unkrautvernichter Glyphosat und die sogenannten Bienengifte aus der Gruppe der Neonikotinoide. Für drei der letztgenannten Mittel hatte die EU kürzlich ein Freilandverbot ausgesprochen. Die Neonikotinoide dürfen demnach nur noch in Gewächshäusern eingesetzt werden. Das langersehnte Verbot wird von Umweltschützern als wichtiges Signal gefeiert. Eine heile Ackerwelt wird es aber nicht schaffen.

Denn die Landwirte werden ihre Nutzpflanzen weiter vor Schädlingen schützen müssen - und dabei auf andere Mittel zurückgreifen, deren Umweltwirkung schlimmstenfalls nicht besser ist als die der Vorgänger. Als mögliche umweltfreundliche Alternativen gelten nicht-synthetische, biologisch unbedenkliche Pflanzenschutzmittel, die auch unter dem Begriff Biopestizide zusammengefasst werden. Derzeit werden solche Mittel vor allem im Ökolandbau eingesetzt, wo synthetische Pestizide weitgehend tabu sind.

Doch auch für die konventionelle Landwirtschaft werden die Ökomittel zunehmend interessant. "Weltweit gewinnen naturstoffliche Mittel an Bedeutung", sagt Stefan Kühne vom Institut für Strategien und Folgenabschätzung am Julius Kühn-Institut (JKI) - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen. "Bei uns ist der Marktanteil allerdings noch eher bescheiden."
Natürlich vorkommende Substanzen
Tabakpflanzen produzieren in ihren Blättern einen Stoff, um Schädlinge abzuhalten.
Tabakpflanzen produzieren in ihren Blättern einen Stoff, um Schädlinge abzuhalten.
(Foto: picture alliance/dpa)

Als Biopestizide werden unter anderem natürlich vorkommende Substanzen bezeichnet, die gegen bestimmte Schädlinge wirken - so wie das Insektizid der Münchner Forscher. Brück und seine Mitarbeiter orientierten sich an einem Stoff, den Tabakpflanzen natürlicherweise in ihren Blättern produzieren, um Schädlinge abzuhalten: Cembratrienol, kurz CBT-ol. Die Wissenschaftler ließen diesen Stoff biotechnologisch von Bakterien herstellen und zeigten, dass das Mittel, das als Spray auf Pflanzen aufgebracht werden kann, Blattläuse vertreibt.

Unter etlichen anderen Mitteln ist im Ökolandbau zum Beispiel die Nutzung von Extrakten des tropischen Niembaums etabliert. Sie werden etwa als Fraßgift gegen Kartoffelkäfer sowie zur Regulierung anderer beißender, saugender und blattminierender Insekten eingesetzt.

Eine zweite Gruppe von Biopestiziden umfasst Organismen, die gezielt auf Schädlinge losgelassen werden. Das können Mikroorganismen sein wie Pilze, Bakterien oder Viren. Oder auch Nützlinge wie Insekten, Raubmilben und räuberische Nematoden. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen gegen den Maiszünsler, einen Schadschmetterling, der erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste im Maisanbau verursachen kann. Die nur etwa einen Millimeter kleinen Schlupfwespen legen ihre Eier in die Gelege der Maiszünsler - und bremsen so deren Vermehrung. Als dritte Gruppe von Ökomitteln gibt es sogenannte Pflanzenstärkungsmittel (auch: Biostimulanzien), die sich nicht direkt gegen Schädlinge richten, sondern die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen erhöhen.
Vorteil: Umweltverträglichkeit
Biopestizide richten sich meist nur gegen Schädlinge und verschonen andere Tiere.
Biopestizide richten sich meist nur gegen Schädlinge und verschonen andere Tiere.
(Foto: picture alliance / Michael Reich)

Der große Vorteil der Biopestizide ist ihre Umweltverträglichkeit. Sie werden schnell abgebaut und reichern sich deshalb nicht in der Umwelt an. Außerdem wirken sie meist selektiver, richten sich also nur gegen die Schädlinge oder allenfalls eng verwandte Organismen, während andere Organismen geschont werden.

Dass sie trotz dieser Vorteile noch ein Nischendasein führen, liegt vor allem daran, wie zumindest in Industrienationen Landwirtschaft betrieben wird, nämlich quasi industriell. "Die Landwirtschaft arbeitet hier mit Hochleistungssorten, optimierten Düngesystemen und definierten Pflanzenschutzmitteln, um maximalen Ertrag zu erzeugen", sagt Bruno Moerschbacher vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster. "In dieser Landwirtschaft funktionieren die biologischen Mittel noch nicht gut genug. Man kann Chemie nicht einfach durch Biologie ersetzen."
"Pflanzenschutz ist ein Gesamtkonzept"

Dass Biopestizide die herkömmlichen Mittel einfach ersetzen können, glaubt auch Kühne vom JKI nicht. "Pflanzenschutz ist ein Gesamtkonzept." Das gehe bei der Wahl der Sorten los über geeigneten Wechsel der angebauten Kulturen und zielgerichteten Düngemitteleinsatz bis hin zur Förderung von Nützlingen durch Blühstreifen, die dann auf natürliche Weise in den Feldkulturen Schädlinge regulieren. "Solche althergebrachten Maßnahmen sind in den vergangenen 60 Jahren verloren gegangen."

Viele Fachleute sehen dennoch großes Potenzial in den Ökomitteln, vor allem aufgrund der Umweltproblematik in der konventionellen Landwirtschaft und zunehmenden Problemen mit Resistenzen gegen herkömmliche Mittel. Um die Einsatzmöglichkeiten auszuweiten seien unter anderem detaillierte Untersuchungen zur Wirkweise der Substanzen nötig, sagt Moerschbacher. "Bei vielen biologischen Substanzen weiß man anders als bei chemischen Mitteln gar nicht so genau, wie sie wirken."

Der Biologe erforscht seit Langem die Einsatzmöglichkeiten von Chitosan im Pflanzenschutz. Chitosan kann etwa aus Krabbenschalen gewonnen werden und erhöht die Krankheitsresistenz von Pflanzen - "wenn man Glück hat", wie Moerschbacher sagt. Bei der Herstellung von Chitosan entstehe ein Molekülgemisch, dessen Wirksamkeit variiere. Gelänge es, das richtige Molekül zu identifizieren, ließe sich die Wirksamkeit eines Mittels erhöhen. Im Labor und im Gewächshaus funktioniere das schon, erste Feldversuche seien erfolgreich.
Kombination verschiedener Mittel

Auch durch Kombination verschiedener Mittel untereinander oder mit synthetischen Wirkstoffen ließen sich die Einsatzmöglichkeiten der Biopestizide noch erheblich ausweiten. Ein deutsch-indisches Forscherteam um Moerschbacher hat etwa Chitosan mit konventionellen Kupferfungiziden und einem biologischen Nützling kombiniert und damit Pflanzen im Weinbau in Deutschland und im Kartoffelanbau in Indien behandelt. Die Nutzpflanzen waren dadurch wirksam vor Krankheiten geschützt, der problematische Kupfereinsatz stark verringert, berichtet Moerschbacher.

Womöglich erweist sich in diesem Zusammenhang gerade die industrialisierte Landwirtschaft als nützlich. Denn heute rollen oft keine bloßen Trecker mehr über die Felder, sondern intelligente Hochleistungsmaschinen, deren Bordcomputer satellitengestützte Analysen vornehmen, um etwa den nötigen Einsatz von Düngemitteln zu errechnen. Zunehmend fließen in solche Systeme auch aktuelle Wetterdaten und Prognosen zum Schädlingsaufkommen ein, so dass auch Pflanzenschutzmittel gezielter eingesetzt werden können. "Das kann den Aufwand für den Landwirt erheblich reduzieren und die Umwelt entlasten", sagt Moerschbacher.

Derzeit sind einer Vergleichsstudie aus dem vergangenen Jahr zufolge in Europa deutlich weniger Biopestizide zugelassen als etwa in den USA, China, Indien oder Brasilien. Die Experten machen in ihrem im Fachmagazin "Pest Management Science" veröffentlichten Artikel dafür unter anderem das in der EU komplexere Zulassungsprozedere verantwortlich.

"Unser Zulassungssystem ist auf Chemie ausgerichtet", sagt auch der Münsteraner Biologe Moerschbacher. Viele Biopestizide bestehen aus einem Substanz-Cocktail, der nicht so klar definiert ist wie ein synthetisches Mittel und dessen Zusammensetzung auch noch variieren kann. Die Zusammensetzung von Algenextrakten etwa schwanke in Abhängigkeit vom Klima, erläutert Moerschbacher. "Für biologische Mittel braucht man andere Definitionen, sie müssen über ihre Funktion beurteilt werden statt über die Wirkmoleküle."
Entwicklungskosten bremsen Einsatz
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Auch die Entwicklungskosten bremsen nach Ansicht vieler Fachleute den Einsatz von Biopestiziden. "Wir kennen viele wirksame Substanzen. Aber die Entwicklung zu einem marktreifen Produkt ist sehr aufwendig", sagt Kühne. Von der Forschung bis zur Marktreife fielen Kosten in Höhe von etwa 250 Millionen Euro an bei einer Entwicklungszeit von zehn bis zwölf Jahren. "Das ist ein enormer Aufwand - und das in Konkurrenz zu den synthetischen Mitteln, die sehr viel günstiger zu entwickeln und zu produzieren sind." Für kleine Unternehmen sei das nicht zu stemmen.

Und die Großen? Die haben das Potenzial der Mittel längst erkannt und bringen sich dementsprechend in Stellung, etwa der Chemie-Konzern Bayer. "Biologika haben einen hohen Stellenwert bei Bayer", teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Die Bedeutung des biologischen Pflanzenschutzes werde in Europa zunehmen, dementsprechend investiere Bayer in die Entwicklung solcher Mittel.

In den vergangenen Jahren habe Bayer durch "strategische Akquisitionen" - also Unternehmensübernahmen - Expertise in Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing von Biologika aufgebaut. "Wir sehen ein großes Marktpotenzial, vor allem bei Anwendungen von biologischen Insektiziden und Fungiziden im Obst- und Gemüseanbau. Aber auch in Ackerbaukulturen wie Mais, Soja, Baumwolle und Raps."

Es bleibt abzuwarten, inwieweit Biopestizide eine umweltfreundliche Wende in der Landwirtschaft herbeiführen können. Um es mit einem Bild aus der Branche zusammenzufassen: Das Feld wird derzeit intensiv beackert.

Quelle: n-tv.de , Anja Garms, dpa
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Massensterben im Meer" - Rote Flut" spült den Tod an Floridas Strände

Beitragvon Weltbookadmin47 » 16. Aug 2018 13:35

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Rote-Flut-sp ... 71917.html
Massensterben im Meer" - Rote Flut" spült den Tod an Floridas Strände

Von Christoph Rieke

Tonnenweise tote Fische, Schildkröten und Delfine, dazu bestialischer Gestank: Ein uraltes Naturphänomen verwandelt die Strände im Südwesten Floridas in Todeszonen. Eine Alge erstickt jegliches Leben im Meer. Schuld haben Menschen.


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Eine leichte Meeresbrise, weißer Sand und der Blick auf blaues Wasser, springende Delfine: An vielen Stränden Floridas ist das passé. Denn zwischen der Tampa Bay und Naples an der Südwestküste des US-Bundesstaats erinnert kaum noch etwas daran, dass dieser Landstrich einmal zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Welt zählte. Die einst malerischen Strände sind nun mit Millionen Fischkadavern übersät, davor wogt eine grün-rötlich schimmernde Brühe. Ein strenger Geruch rundet die Weltuntergangs-Atmosphäre in diesen subtropischen Gefilden ab. Kein Wunder, dass sich dort trotz der Hauptsaison nur wenige Menschen an den Stränden aufhalten.
(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Die "Rote Flut" ("Red Tide") schwemmt den Tod an. Bei dem Naturereignis handelt es sich um eine starke Algenblüte. Ausgelöst wird sie durch ein Überangebot an Nährstoffen und warmes Wasser, sagt Werner Ekau n-tv.de. "In der Regel sind das Cyanobakterien, also Blaualgen, oder Dinoflagellaten", erklärt der Meeresbiologe vom Leibniz-Institut für Marine Tropenforschung in Bremen. Zu letztgenannter Algenart zählt die Karenia brevis. Und die gedeiht nahe Florida nicht nur prächtig, sondern vergiftet auch die Fische.

Die Fachwelt zählt Wasserpflanzen wie die Karenia brevis zu den "harmful algal blooms" - zu den gefährlichen Algenblüten. Das Hauptproblem sind laut Ekau die Nährstoffe. "So können die Algen relativ schnell wachsen, große Bestände aufbauen und viel Biomasse produzieren." Wenn es keine Organismen gibt, die diese Masse aufnehmen können, sterben die Pflanzen ab. Dann sinken sie zu Boden und verbrauchen den Sauerstoff. "Dadurch ersticken die Tiere", sagt Ekau.
Uraltes Naturphänomen
Von dem Massensterben ist auch die sogenannte Unechte Karettschildkröte betroffen.
Von dem Massensterben ist auch die sogenannte Unechte Karettschildkröte betroffen.

Den Ursprung des Übels wähnt der Meeresbiologe hunderte Kilometer nordwestlich der betroffenen Gebiete: "Der Mississippi ist überdüngt und bringt viele Nährstoffe in den Golf von Mexiko." Ähnliche Prozesse seien auch in europäischen Gewässern zu beobachten - zum Beispiel in weiten Teilen der Ostsee, wo in tieferen Wasserschichten der Sauerstoff fehle.

Ohnehin ist die "Rote Flut" kein neues Phänomen. Einigen Theorien zufolge sollen die rötlich schimmernden Algenblüten einst dem Roten Meer seinen Namen gegeben haben. Die ersten dokumentierten "Red Tides" an der Golfküste Floridas hat es laut der Regierung in den 1840er-Jahren gegeben. Seitdem blühen die gefährlichen Algen regelmäßig, in immer extremeren Ausmaßen. Normalerweise blühen sie nur im späten Sommer und im Herbst. Nun bewuchern sie bereits seit Oktober den Meeresgrund.
Tote Seekühe, Schildkröten und Delfine

Ein Ende des maritimen Massensterbens ist nicht in Sicht. Mittlerweile sind mehr als 240 Kilometer der Küste mit Tierkadavern bedeckt. Für die Region Siesta Key zeigt der Monitor der Meeresforschungsorganisation Mote Marine Laboratory unter der Kategorie "Tote Fische" den Status "heavy" an. Selbst zentnerschwere Tiere wie Meeresschildkröten und Seekühe erliegen der Plage. Auf Sanibel Island spülte die "Rote Flut" gar einen acht Meter langen Walhai an. Die Tiere sind wehrlos. Fische sind die ersten Opfer. Wenn sie nicht wegen Sauerstoffmangel ersticken, sterben sie durch das Gift der Karenia brevis. Das Fatale: Sie nehmen die Giftstoffe nicht nur mit der Nahrung, sondern auch über die Haut auf. "Das geht dann in die Nahrungskette. Vögel, Robben oder andere Fischfresser können dann ebenfalls vergiftet werden", sagt Ekau.
Datenschutz

Auch Menschen bekommen die Folgen der "Roten Flut" zu spüren. Lokale Medien berichten über Hautreizungen, brennende Augen, Magen-Darm-Beschwerden und Atemwegsprobleme nach Strandbesuchen. Ekau rät deshalb dazu, Kontakt mit den Algen und mit dem Wasser unbedingt zu vermeiden. Langfristig sollte auch auf Muschelgerichte verzichtet werden: "Bei Lebensmittelvergiftungen können Sie davon ausgehen, dass die Muscheln vorher Wasser mit toxischen Algen gefiltert haben."
Katastrophenzustand im Urlaubparadies

Zu Beginn der Woche rief der Gouverneur von Florida, Rick Scott, den Notstand für sieben Countys aus. Der Republikaner versprach mehr als 1,5 Millionen US-Dollar für ein Hilfsprogramm und Aufräumarbeiten. Bislang wurden laut "Sarasota Herald Tribune" 66 Tonnen toter Meerestiere entsorgt - die regionale Fischereiwirtschaft steuert auf eine verheerende Bilanz zu. Schätzungen der nationalen Wetter- und Ozeanografie­behörde zufolge verursacht die "Rote Flut" jährlich US-weite Wirtschaftsschäden in Höhe von 82 Millionen Dollar - dieses Jahr werden sie wohl deutlich höher ausfallen.
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Bis auf die Aufräumarbeiten können die Bewohner Südwest-Floridas im aktuellen Fall nichts gegen die "Rote Flut" tun. Auf ein Ende der Algen-Pest dürfen sie dennoch hoffen. "Erholen kann sich der Lebensraum auf jeden Fall", sagt Ekau. "Allerdings gibt der Mensch dem Ökosystem in der Regel zu wenig Zeit, um sich von derartigen Phasen zu erholen." Um neue todbringende Fluten zu verhindern, sieht der Meeresforscher die Landwirtschaft und die Politik in der Verantwortung. "Sie müssen die Landwirtschaft dazu bringen, weniger Dünger zu verwenden", sagt er. Solange die fatale Nährstoffzufuhr bestehe, sei es eine Sisyphusarbeit. Die stark dezimierten Arten würden sich nicht gleich wieder regenerieren. Bis sich das alte Ökosystem wieder stabilisiere, brauche es Zeit und Ruhe.

Bilderserie https://www.n-tv.de/mediathek/bilderser ... 70723.html
BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern BG für 13.8.(?): Red Tide überschwemmt Floridas Strände mit Kadavern Tödliche Algen-Plage in Florida "Rote Flut" überschwemmt Strände mit Kadavern

Quelle: n-tv.de
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Re: UMWELT und NATURSCHUTZ

Beitragvon Günther Wolfram » 19. Aug 2018 03:16

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Noch kein EU-Verbot - Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser

Beitragvon Weltbookadmin47 » 12. Okt 2018 11:03

UMWELT und NATURSCHUTZ
https://www.n-tv.de/wissen/Hunderte-Ton ... 67160.html
Freitag, 12. Oktober 2018
Noch kein EU-Verbot - Hunderte Tonnen Mikroplastik im Abwasser

In Peelings und Zahnpasta findet man heute kaum noch Mikroplastik. Einer Studie zufolge gelangen trotzdem 980 Tonnen pro Jahr ins deutsche Abwasser. Aber nicht nur die Partikel könnten zur Gefahr für Meere und Flüsse werden.


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Auch nach Selbstverpflichtungen von Herstellern gelangt in Deutschland laut einer Studie noch tonnenweise Mikroplastik aus Kosmetik sowie Wasch- und Putzmitteln ins Abwasser. Pro Jahr kämen schätzungsweise rund 980 Tonnen zusammen, geht aus einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik im Auftrag des Naturschutzbundes (Nabu) hervor. Kleinste Plastikteilchen gelangten in Flüsse und Meere, da Kläranlagen sie nicht vollständig zurückhielten. Zudem kämen sie auch mit Klärschlamm auf Felder und damit in die Umwelt, hieß es.
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Bisher habe sich die Industrie beim Vermeiden von Mikroplastik auf feste Reibkörper aus Produkten wie Peelings konzentriert, sagte Nabu-Expertin Katharina Istel. In Zahnpasten sind feste Kunststoffpartikel laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) nicht mehr im Einsatz, in anderen Produkten wie speziellen Reinigern sei die Menge sehr stark reduziert worden. In Deutschland verpflichteten sich viele Hersteller freiwillig zum Verzicht auf die Reibkörper, sogenannte Microbeads - mit Fokus auf Produkten, die zum Wiederabspülen gedacht sind. Anders sieht es aus bei Artikeln wie Haarspray oder Nagellack, die erst einmal auf dem Konsumenten bleiben, zumindest teilweise aber doch beim späteren Waschen im Abfluss landen dürften.
Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man feste und unlösliche Polymere (Kunststoff), die kleiner als fünf Millimeter sind. Der Stoff wird unter anderem von der Kosmetikindustrie als Schleifmittel, Füllstoff und Bindemittel eingesetzt.

Die Mehrzahl der Kläranlagen ist nicht darauf ausgelegt, Mikroplastik aus dem Abwasser zu filtern. So gelangen die Partikel in offene Gewässer. Genau wie größere Plastik-Teilchen ist Mikroplastik wasserunlöslich und schwer abbaubar. Der vollständige chemische Abbau der Kleinstpartikel kann einige hundert Jahre dauern.

Studienautor Jürgen Bertling sagte mit Blick auf Microbeads, er sehe "keinen Grund, die Definition so eng zu halten". Der Fraunhofer-Erhebung zufolge wird Mikroplastik weiter in anderen Funktionen eingesetzt: etwa um Produkte zu trüben, um damit Filme bilden zu können sowie als Füllstoff. Der Nabu forderte vor diesem Hintergrund ein generelles EU-Mikroplastik-Verbot in Kosmetik und Reinigungsmitteln. Als Mikroplastik werden Partikel bis maximal fünf Millimeter Größe bezeichnet.

Doch auch weitere, schwer abbaubare Inhaltsstoffe seien für Laien kaum erkennbar, bemängeln die Naturschützer. Es geht um bestimmte chemische Verbindungen, die teils als schwer abbaubar gelten: sogenannte gelöste Polymere. Diese gelangen der Studie zufolge in weitaus größeren Mengen als Mikroplastik ins Abwasser. Die Autoren gehen von jährlich 46.900 Tonnen aus. Die Substanzen fungieren zum Beispiel als Enthärter, Schmutzabweiser und Emulgator. Angesichts der hohen Eintragsmengen und der nicht abzuschätzenden Risiken für die Umwelt müssten auch schwer abbaubare wasserlösliche Polymere über die europäische Chemikaliengesetzgebung reguliert werden, forderte Bertling. Die Frage, wie lange ein Stoff in der Umwelt bleibe, müsse ein viel stärkeres Gewicht bekommen als etwa Kriterien wie die Größe von Partikeln.
Auswirkungen noch ungewiss

Bisher werden Polymere, einschließlich Mikroplastik, laut Bertling zwar als "kaum umweltgefährdend" eingestuft. Das liegt Experten zufolge aber auch daran, dass die meisten Stoffe noch gar nicht näher auf ihre Umweltverträglichkeit hin geprüft wurden. Dass in der Fraunhofer-Studie eine gemeinsame Betrachtung von Mikroplastik und gelösten Polymeren befürwortet wird, nennt der IKW auf Anfrage "nicht gerechtfertigt" und verweist auf unterschiedliche Größe, Struktur und physikalisch-chemische Eigenschaften. Zudem seien bisher "keine negativen Effekte" gelöster Polymere in umweltrelevanten Konzentrationen bekannt, auch trügen sie nicht zur Meeresverschmutzung bei.
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Manche Experten sehen das anders: Egal, ob feste Partikel oder "flüssige Kunststoffe" - die Unterscheidung sei "Haarspalterei", beide seien ähnlich gefährlich, sagte die Umweltchemikerin Gesine Witt von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Der Nabu bezeichnet Putzmittel mit Kennzeichnungen wie dem Blauen Engel und zertifizierte Naturkosmetik als "bessere Wahl" aus Umweltsicht.

Eine frühere Studie des Fraunhofer-Instituts hatte gezeigt, dass hierzulande pro Jahr insgesamt 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangen. Die größte Quelle ist demnach Reifenabrieb. Anders als bei Kosmetik, Wasch- und Putzmittel, die in vielen Fällen beabsichtigt im Abwasser landen, gilt der Eintrag aus anderen Quellen bislang meist als kaum vermeidbar.

Quelle: n-tv.de , agr/dpa

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