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Essbar oder nicht essbar - Die Liebe zu Tieren ist selektiv

Postby Weltbookadmin47 » 4. Oct 2018 10:24

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser
https://www.n-tv.de/wissen/Die-Liebe-zu ... 53656.html
Donnerstag, 04. Oktober 2018
Essbar oder nicht essbar - Die Liebe zu Tieren ist selektiv

Wenn Pfiffi in Designermode gesteckt wird, dann zaubert das ein verständnisloses Lächeln auf die Lippen von Passanten. Die Halter dagegen finden das ganz normal und "so süß". Die Liebe zu Tieren treibt seltsame Blüten.

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Tierschutz kann in Deutschland extreme Formen annehmen. In Hannover gab es im Frühjahr eine Mahnwache für den Kampfhund Chico, der seine Besitzerin und deren Sohn totgebissen hatte. Danach war er, auch wegen einer schweren Kieferverletzung, eingeschläfert worden. Bei der Mahnwache legten etwa 80 Menschen Blumen, Kerzen und Stoffhunde nieder. "Chico ist ermordet worden", stand auf einem Plakat. Gegen beteiligte Tierärzte und Behördenmitarbeiter gingen Morddrohungen ein.

Für die Soziologin Julia Gutjahr von der Universität Hamburg sind die Vorkommnisse zum Teil mit einer neuen Sensibilität für das Schicksal von Tieren zu erklären. Fast jeder sieht sich heute als Tierfreund. "Gleichzeitig bleibt Empathie mit Tieren jedoch hochgradig selektiv und ambivalent", meint Gutjahr.
Manche Hunderassen brauchen bei Minusgraden wärmende Mäntel.

Zum Welttierschutztag am 4. Oktober lässt sich feststellen: Die Rechte der Tiere finden mehr Beachtung - aber sie selbst profitieren nur begrenzt davon. Bestimmte Tiere können dem Menschen gar nicht nah genug sein. Vorgewärmte Ruhekissen, Pinscher mit Poncho oder Maniküre-Sets für gepflegte Pfoten - nichts ist zu ausgefallen und zu teuer, wenn es um das Wohlergehen von Hund und Katze geht. Gleichzeitig ist ein Kilo Fleisch oft für weniger Geld zu haben als ein Kilo Erdbeeren oder eine Schachtel Zigaretten.
Mit dem Tier im Wohnzimmer

Der Widerspruch erklärt sich dadurch, dass Haus- und Nutztiere in völlig unterschiedliche Kategorien eingeordnet werden. "In unserer Gesellschaft sind Tiere in "essbar" und "nicht essbar" unterteilt", sagt die Psychologin Tamara Pfeiler von der Uni Mainz. Die Unterscheidung in Haus- und Nutztier entstand im Zuge der Industrialisierung, als Menschen in großer Zahl in die Städte zogen und fortan nur noch mit ganz bestimmten Tieren unter einem Dach lebten.

Haustiere haben sich seitdem zu Familienmitgliedern entwickelt. "Das ist etwas vollkommen anderes als ein Nutztier", erläutert der Ernährungspsychologe Christoph Klotter von der Hochschule Fulda. "Wir können die Katze Bijou niemals vergleichen mit dem anonymen Schwein."

Schlachttiere treten im Leben der meisten Deutschen nicht lebend in Erscheinung. Die persönliche Konfrontation mit dem Braten ist keineswegs erwünscht. Vergangenes Jahr bot ein Bauer in der Vorweihnachtszeit in der Kölner Fußgängerzone lebende Gänse als Festtagsschmaus an. Interessierte Kunden konnten sich ein Tier aussuchen, das dann vom Bauern betäubt, geköpft und gerupft wurde. Viele Passanten zeigten sich schockiert, manche brachen in Tränen aus. Dabei stand zweifelsfrei fest, dass die Freilaufgänse vom Bauernhof bis dahin ein glückliches Leben geführt hatten. Sie waren so "bio" wie nur möglich. Dennoch wollten sich die meisten Menschen der Transformation von Lebendware zum Fleischprodukt nicht aussetzen - neun der zehn Tiere wurden schließlich freigekauft.
Verhältnis zu Tieren ist gespalten

Das Experiment der WDR-Sendung "Planet Wissen" offenbarte einmal mehr das gespaltene Verhältnis zum Tier. "Aus Deutschland werden Hühnerfüße exportiert, nach Afrika", erzählt Klotter. "Denn die Deutschen würden vor Entsetzen umkippen, wenn sie Teile des Huhns sähen, die daran gemahnen, dass es mal ein Tier war."

Derselbe Tierfreund, der ein Insekt aus dem Haus trägt und vorsichtig im Garten aussetzt, kann gleichzeitig sein Schnitzel vom Discounter beziehen. Aus Fernsehdokumentationen hat man zwar eine vage Vorstellung davon, unter welch elenden Umständen die meisten Nutztiere gehalten werden, "doch der direkte Link zum eigenen Verhalten fehlt", erklärt die Tierethik-Philosophin Friederike Schmitz. "Wenn ich einen Hund einsperre, jault der. Bei Haustieren sehe ich in vielen Fällen sofort die Auswirkungen meines Handelns. Aber wenn ich Fleisch kaufe, sehe ich nicht den direkten Effekt für das jeweilige Tier."
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Dennoch gelte ganz klar, dass der Tierschutz an Bedeutung gewinne, betont der Soziologe Marcel Sebastian von der Universität Hamburg. "Fleischreduktion und Fleischverzicht ist ein großes Thema." Es sei zwar schwierig, den Anteil der Vegetarier an der Bevölkerung zu ermitteln. Unstrittig sei aber, dass er zunehme und der Markt darauf entsprechend reagiere. "Viele Fleischunternehmen bieten jetzt auch vegetarische Produkte an. Die Medien berichten immer häufiger, Sachbücher zu Tierschutzthemen werden Bestseller. Es bekommt auch eine zunehmende politische Relevanz, sich mit Tierschutz zu beschäftigen."

Sebastian glaubt deshalb, dass das Thema künftig noch wichtiger werden wird. "Es gibt das Bedürfnis, die Beziehung zu Tieren, auch zu Nutztieren, neu auszuhandeln. Meine Prognose ist, dass wir da vor einem grundlegenden Wandel stehen."
Bilderserie https://www.n-tv.de/mediathek/bilderser ... 61159.html
Gute Gründe für die Tierliebe: Die Katze - das beliebteste Haustier Deutschlands Gute Gründe für die Tierliebe: Die Katze - das beliebteste Haustier Deutschlands Katze mit einer kurz zuvor gefangenen Maus. Foto: Julian Stratenschulte Gute Gründe für die Tierliebe Die Katze - das beliebteste Haustier Deutschlands

Quelle: n-tv.de , Christoph Driessen, dpa

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Neuer Negativrekord im Jahr 2018 - Das sind die Gewinner und Verlierer im

Postby Weltbookadmin47 » 27. Dec 2018 21:18

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser
https://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die ... 88851.html

Donnerstag, 27. Dezember 2018
Neuer Negativrekord im Jahr 2018 - Das sind die Gewinner und Verlierer im Tierreich
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Abgeholzte Fläche im tropischen Regenwald auf Borneo, Indonesien: Hier geht Lebensraum für viele Arten verloren.

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Die Rote Liste wird von Jahr zu Jahr um etliche bedrohte Arten länger. Es scheint, als sei dieser katastrophale Trend unaufhaltsam. Aber Experten sehen auch Grund zur Hoffnung. Eine Übersicht über die Verlierer und Gewinner 2018.

Der Mensch zerstört Lebensräume, vermüllt die Ozeane, wildert und sorgt für die Erwärmung des Weltklimas: Fast 27.000 Tierarten stehen zum Ende dieses Jahres als bedroht auf der Roten Liste, zehntausend mehr als noch vor rund zehn Jahren. "Das ist neuer Negativrekord und betrifft fast 30 Prozent aller untersuchten Arten", erklärte die Umweltstiftung WWF am heutigen Donnerstag zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2018. Auch wenn einige Arten am Rande des Aussterbens stehen, gibt es demnach auch Beispiele, die hoffen lassen. Eine Auswahl:

"Sudan" im Wildtierreservat Ol Pejeta: Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt war im März 2018 gestorben.

Der Tod von Sudan, dem letzten Männchen seiner Unterart, sorgte im März international für Schlagzeilen und Betroffenheit. Weltweit bleiben nun nur noch zwei Weibchen übrig, die keinen Nachwuchs mehr bekommen können. Wissenschaftler haben aber das Ziel, der Unterart zu einer Zukunft zu verhelfen: Eizellen der Weibchen, eingefrorene Spermien und Leihmütter einer anderen Nashorn-Unterart sollen es möglich machen. Bis das Nashornbaby aus dem Labor Realität wird, heißt es für die Tiere aber: Verlierer.

Ein junger Waldrapp - ein Gewinner.

Die nicht gerade ansehnlichen Vögel mit schwarzem Gefieder und langem, gebogenen Schnabel galten früher als Delikatesse - Überjagung führte im 17. Jahrhundert zu ihrem Aussterben in Mitteleuropa. Ein von der Europäischen Union unterstütztes Projekt hat zum Ziel, den seltenen Zugvogel wieder anzusiedeln. Bis Ende 2019 sollen wieder 120 Waldrappe zwischen nördlichem Alpenvorland und Toskana ziehen. Mangels erwachsener Leittiere flogen erste Exemplare mit menschlicher Navigationshilfe vom Bodensee ins Winterquartier nach Italien - in Begleitung eines Leichtflugzeugs. Gewinner.

Ein Königstiger in seinem Gehege. In freier Wildbahn gibt es nicht mehr viele.

In Nepal geht es für die Großkatzen bergauf. Nachdem dort 2009 nur noch rund 120 Tiger lebten, seien es nun mehr als 230, teilte das Umweltministerium des Landes nach sechsmonatiger Zählung in drei Nationalparks mit. Nepal gehört zu 13 Staaten, die sich 2010 auf Schutzzonen für die Großkatzen einigten. Ziel ist es, die Zahl der wilden Tiger weltweit bis 2022 zu verdoppeln. Derzeit sind noch knapp 3900 übrig - von einst 100.000 Tigern in Asien. Nicht nicht nur Wilderer bleiben ein Problem. Schaut man nur auf Nepal: Gewinner.

Auch der Hering ist bedroht, die Fangmenge muss reduziert werden.

Zwischen gefährdeten Exoten erwartet man Bewohner der westlichen Ostsee wohl kaum. Doch der Heringsbestand ist dort mangels Nachwuchs eingebrochen. Als Grund werden Veränderungen der Ostsee durch den Klimawandel vermutet. Inzwischen ist die erlaubte Fangmenge um knapp die Hälfte reduziert worden - mit der Vorgabe blieben die EU-Fischereiminister aber hinter weiterreichenden Vorschlägen zurück. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hatte sich sogar dafür ausgesprochen, die Heringsfischerei in der westlichen Ostsee zunächst auszusetzen. Experten zweifeln, ob sich der Bestand nun dennoch erholen kann. Verlierer.

Ein Bienenfresser, aufgenommen am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt.

Sie sind so bunt, dass Laien sie für ausgebüxte Käfigvögel halten dürften. Doch die aus den Tropen und Subtropen stammenden Bienenfresser finden in Deutschland zunehmend Lebensräume. Von 2000 Brutpaaren und verstärkter Zuwanderung aus dem Mittelmeerraum spricht der WWF. Zu ihrer Beute zählen - anders als der Name vermuten lässt - neben Bienen auch andere Insekten. Die Präsenz der Vögel hierzulande geht laut der Umweltorganisation auf die Klimaerwärmung zurück. Die Einstufung des WWF lautet daher: "Gewinner aus den falschen Gründen".

Ein Tüpfelbeutelmarder im Zoo.

Die nachtaktiven Einzelgänger mit dem gepunkteten Fell hatten stets einen begrenzten Lebensraum in Australien. Seit sie vor rund 50 Jahren auf dem Festland ausstarben - importierte Feinde wie Füchse und vermutlich eine Krankheit hatten ihren Anteil -, gab es sie nur noch in Tasmanien. In einem Zucht- und Rückkehr-Projekt, an dem unter anderem der WWF beteiligt ist, wurden 2018 Tüpfelbeutelmarder in einen australischen Nationalpark umgesiedelt. Ob es gelingt, dort wieder eine Population aufzubauen? Der erste Nachwuchs bei den Tieren, die ein wenig an eine Mischung aus Maus und kleiner Katze erinnern, kam in diesem Sommer zur Welt. Gewinner.

Ein Amazonas-Flussdelfin im Rio Negro in der Nähe von Manaus.

Flussdelfine haben es in mehreren Weltregionen sehr schwer. Im Fall des Amazonas zeigten sich Naturschützer schon länger überzeugt, dass die Tiere seltener geworden seien, verlässliche Daten fehlten jedoch. "Mit der Roten Liste 2018 herrscht Gewissheit: Die Delfine gelten nun offiziell als stark gefährdet", urteilt der WWF. Gründe gibt es dafür verschiedene: unter anderem Fischerei, Umweltgifte und Regenwaldzerstörung. Das macht die rosafarbenen Delfine zum: Verlierer.

Quelle: n-tv.de, Gisela Gross, dpa https://www.n-tv.de/wissen/Das-sind-die ... 88851.html
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Delfine, Robben und Wale - Großteil der Meeressäuger mit Mikroplastik bela

Postby Weltbookadmin47 » 4. Feb 2019 11:53

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https://www.n-tv.de/wissen/Grossteil-de ... 41315.html

Montag, 04. Februar 2019
Delfine, Robben und Wale - Großteil der Meeressäuger mit Mikroplastik belastet
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In den Körpern vieler Meeressäuger haben Wissenschaftler Mikroplastik entdeckt.

picture alliance/dpa
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Plastikreste finden sich fast überall - auch im Meer. Britische Forscher nehmen Dutzende Delfine, Robben und Wale näher unter die Lupe. Das Ergebnis: Im Körper jedes untersuchten Meeressäugers lassen sich die winzigen Kunststoffteile nachweisen.

Rund um Großbritannien gibt es kaum einen Meeressäuger ohne Mikroplastik im Bauch. Forscher hatten insgesamt 50 Delfine, Robben und Wale untersucht, die an der britischen Küste angespült worden waren. Sie fanden bei allen Tieren mindestens ein Plastikteilchen, wie sie im Fachmagazin "Scientific Reports" schreiben. "Die Anzahl der Partikel war mit durchschnittlich 5,5 pro Tier relativ gering. Das legt nahe, dass die Teilchen letzendlich wieder ausgeschieden oder hochgewürgt werden", sagte Hauptautorin Sarah Nelms von der Universität Exeter laut einer Uni-Mitteilung.
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Wissen 23.10.18
Kunststoffe im Körper Erstmals Mikroplastik im Menschen nachgewiesen

Als Mikroplastik werden Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Es kann über das Wasser oder indirekt über belastete Beutetiere aufgenommen werden. "Es ist schockierend, aber nicht überraschend, dass jedes Tier Mikroplastik aufgenommen hat", sagte Nelms. Um mögliche Auswirkungen der Teilchen oder der darin enthaltenen Chemikalien auf die Tiergesundheit zu verstehen, seien weitere Untersuchungen nötig.
Plastik als Todesursache?

84 Prozent der gefundenen Plastikteilchen bestand den Forscher zufolge aus synthetischen Fasern, die von Kleidung, Fischernetzen oder Zahnbürsten stammen können. Die anderen Fragmente stammen wahrscheinlich von Gegenständen wie Lebensmittelverpackungen und Plastikflaschen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Darm weniger Mikroplastik enthielt als der Magen der Tiere. Möglicherweise blieben dort die Teilchen erstmal liegen.

Zudem entdeckte das Team einen möglichen Zusammenhang zwischen der Todesursache und der aufgenommenen Menge an Mikroplastik: So hatten die Tiere, die an einer Infektionskrankheit gestorben waren, etwas mehr Plastikpartikel in ihrem Verdauungstrakt. "Wir können keine festen Schlüsse auf die mögliche biologische Bedeutung dieser Beobachtung ziehen", sagte Mitautor Brendan Godley. "Wir stehen noch ganz am Anfang, diesen allgegenwärtigen Schadstoff zu verstehen. Wir haben jetzt aber einen Maßstab, mit dem künftige Studien verglichen werden können."

Für die Forschung sind die gewonnenen Daten von großer Bedeutung: Meeressäuger wie Wale, Delfine und Robben werden den Forschern zufolge oft als wichtige Indikatoren für die Gesundheit des Ökosystems der Meere betrachtet, insbesondere in Bezug auf Umweltverschmutzung.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa
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"Sie sind Krieger" - Entdeckte Welsarten sehen erschreckend aus

Postby Weltbookadmin47 » 8. Feb 2019 11:42

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https://www.n-tv.de/wissen/Entdeckte-We ... 48969.html

Freitag, 08. Februar 2019
"Sie sind Krieger" - Entdeckte Welsarten sehen erschreckend aus
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Eine der neuen Wels-Arten wurde benannt nach dem Naturschützer Connie Keller, ehemaliger Kuratoriums-Vorsitzender des Field Museums Chicago.

Jonathan W. Armbruster/dpa
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Der südamerikanische Regenwald an Amazonas und Orinoco gehört zu den artenreichsten Regionen der Welt. Dort entdecken Forscher neue Fischarten mit äußerst bizarrem Aussehen. Sie tragen Tentakeln, klauenartige Stacheln und einen Schild "wie eine Rüstung".

Tentakeln am Mund, Stacheln am Kopf, knochige Platten am Rumpf: Im Einzugsgebiet von Amazonas und Orinoco haben Forscher sechs bizarre, bislang unbekannte Welsarten entdeckt. Sämtliche Tiere zählen zur Gattung der Antennen-Harnischwelse (Ancistrus), wie das Team um Lesley de Souza vom Field Museum Chicago im Fachblatt "Zootaxa" berichtet. Aquaristen halten Vertreter dieser Gruppe gerne als Scheibenputzer, etwa den Blauen Antennen-Harnischwels.
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Eine der neuen Welsarten, Ancistrus patronus, wurde nach der väterlichen Fürsorge der Gattung für den Nachwuchs benannt.

(Foto: Jonathan W. Armbruster/dpa)

Die neu beschriebenen Fische sind zwischen 7 und 15 Zentimeter lang. Tentakeln haben nur die Männchen, die die Nester gewöhnlich gegen Fressfeinde bewachen. "Sie tragen Tentakeln an der Schnauze, aus ihren Schädeln ragen Stacheln fast wie Klauen, um sich selbst und ihre Nester zu schützen und ihr Körper ist von einem knochigen Schild bedeckt, wie ein Rüstung", sagt Erstautorin de Souza. "Sie sind Krieger."
Männchen als Beschützer des Nestes

Eine Art tauften die Forscher auf den Namen Ancistrus patronus, also Schutzherr. Dies soll die Rolle des Männchens als Beschützer des Nestes widerspiegeln. Der Name des an einem Valentinstag entdeckten Ancistrus yutajae bezieht sich auf eine Legende von Ureinwohnern der Region über zwei Liebende.

Insgesamt beschreiben die Forscher elf Welsarten in dem Gebiet, davon waren fünf schon bekannt. Sämtliche Tiere leben im Hochland von Venezuela, Kolumbien und Guyana, auf dem sogenannten Guyana-Schild. Sie bevorzugen klare, schnell fließende Gewässer und sind vermutlich anfällig für Störungen ihres Lebensraums. Dazu zählen die sich ausbreitende Landwirtschaft, Abholzung sowie Goldsucher, die Flussbetten ausbaggern und zur Extraktion des Goldes Quecksilber einsetzen.

Die wissenschaftliche Beschreibung der Welse sei der erste Schritt zu ihrem Schutz, betont Forscherin de Souza. "Alles fängt mit der Benennung einer Art an und mit der Kenntnis, wie viele Arten es gibt. Wenn man die Taxonomie kennt, kann mit die Ökologie und das Verhalten studieren und Maßnahmen zum Schutz ergreifen."

Quelle: n-tv.de, Walter Willems, dpa https://www.n-tv.de/wissen/Entdeckte-We ... 48969.html
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Weit gereiste Spinne - Die falsche Witwe kommt im Blumenkübel

Postby Weltbookadmin47 » 17. Feb 2019 20:50

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https://www.n-tv.de/wissen/Die-falsche- ... 61202.html

Sonntag, 17. Februar 2019
Weit gereiste Spinne - Die falsche Witwe kommt im Blumenkübel
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Der Biss der Steatoda nobils ist schmerzhaft aber recht ungefährlich.

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Neozoen nennt man Tiere, die in Gebieten heimisch werden, in denen ihre Art bislang nicht vorkam. Manchmal werden diese Tiere absichtlich vom Menschen eingeführt. Oft reisen sie aber auch als blinde Passagiere ein. So wie die "falsche Witwe". Die Spinnenart hat sich über den Pflanzenhandel weltweit ausgebreitet.

Wo sie auftaucht, sorgt sie für Panik: Die "falsche Witwe" (Steatoda nobilis) sieht der hochgiftigen Schwarzen Witwe zum Verwechseln ähnlich. Ein Biss der Spinnenart, die sich seit einigen Jahrzehnten in etlichen Ländern der Welt ausbreitet, kann ziemlich schmerzen - wirklich gefährlich wird sie dem Menschen aber nicht. Über die Auswertung von Museumsdaten und bestehender Literatur haben Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien nun herausgefunden, dass die falsche Witwe wohl nicht wie bisher angenommen in Bananenkisten um die Welt reiste, sondern mit dem Pflanzenhandel verbreitet wurde, vor allem mit Kakteen.

Die Biologen berichten von ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift "NeoBiota". Die falsche Witwe ist ursprünglich auf der portugiesischen Insel Madeira sowie auf den Kanarischen Inseln heimisch, hat ihren Lebensraum in den vergangenen 100 Jahren allerdings extrem vergrößert, schreiben die Wissenschaftler. So habe sie sich schon vor längerer Zeit in einigen Regionen Westeuropas und des Mittelmeeres angesiedelt. In jüngerer Vergangenheit gelangte sie auch nach Mitteleuropa, Kalifornien und Südamerika. In Deutschland hätten sich zwei Populationen der falschen Witwe in Gartencentern niedergelassen, erzählt Tobias Bauer vom Naturkundemuseum in Karlsruhe. "Die Tiere finden es einfach dort angenehm", sagt er. Das liege daran, dass in den Gartencentern ein ähnliches Klima herrscht wie in den natürlichen Verbreitungsgebieten der Spinne. Mit einer weiteren Ausbreitung der Art rechnet der Forscher hierzulande nicht.

Dort, wo sie geeignete Umweltbedingungen vorfindet, dürfte sich die Art in den kommenden Jahren hingegen rasch ausbreiten, schreiben die Forscher. Am größten sei die Wahrscheinlichkeit auf den westlichen Mittelmeerinseln, in Teilen Südafrikas, im südlichen Australien und in Neuseeland.
Schulen schließen wegen Spinnenalarm

Obwohl sie dem Menschen gar nichts Böses kann, sorgt die falsche Witwe immer wieder für viel Aufregung: In London schlossen im vergangenen Jahr zeitweise vier Schulen, als dort mehrere Exemplare des Krabbeltiers auftauchten. Bauer kann solche Vorsichtsmaßnahmen zwar nachvollziehen, betont aber: "Mir ist wichtig, dass man keine Panikmache betreibt. Dass ein Biss weh tut, will ich gar nicht unter den Tisch kehren. Aber es ist ein großer Unterschied zum Biss einer Schwarzen Witwe, der unter Umständen lebensbedrohlich sein kann."

Auch viele andere Spinnen, vor allem aus der Gattung der Kugelspinnen, haben sich über große Teile der Welt ausgebreitet. "Das liegt am internationalen Handel", erklärt Bauer. "In Europa werden wir in Zukunft immer mehr Arten aus anderen Teilen der Welt entdecken." Bei den meisten werde man die Ankunft jedoch gar nicht bemerken, weil sie sich nicht dauerhaft ansiedeln.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa
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Erste Sichtung seit 100 Jahren - Ausgestorben geglaubte Riesenschildkröte

Postby Weltbookadmin47 » 20. Feb 2019 13:40

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https://www.n-tv.de/wissen/Ausgestorben ... 65564.html

Mittwoch, 20. Februar 2019
Erste Sichtung seit 100 Jahren - Ausgestorben geglaubte Riesenschildkröte entdeckt
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Gestatten: Die Fernandina-Riesenschildkröte.

Twitter/Marcelo Mata
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Die Galápagos-Inseln beherbergen viele Tierarten, die nur dort vorkommen. Gibt es für die Population einer Spezies keine Lebenszeichen mehr, gilt sie als ausgestorben. Eine Riesenschildkrötenart wird nun nach über 100 Jahren wiederentdeckt.

Auf den Galápagos-Inseln haben Forscher ein lebendes Exemplar einer ausgestorben geglaubten Riesenschildkröte gesichtet. Das erwachsene Weibchen der Unterart Chelonoidis Phantasticus sei auf der Insel Fernandina beobachtet worden, teilte Umweltminister Marcelo Mata mit. Die Entdeckung sei während einer vom Galápagos-Nationalpark und der US-Umweltorganisation Galápagos Conservancy organisierten Expedition gemacht worden.
*Datenschutz

Laut der Umweltorganisation wurde das bislang einzige bekannte Exemplar von Chelonoidis Phantasticus, "während der Expedition der California Academy of Sciences im April 1906 gefunden". Die Spezies galt im vergangenen Jahrhundert aufgrund von Vulkanausbrüchen als ausgestorben. Es gab vereinzelte Berichte über Sichtungen der Schildkrötenart, jedoch kein Beweise, berichtete Galápagos Conservancy. In einer im Jahr 2017 veröffentlichten Bewertung der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde die Art als "kritisch gefährdet (möglicherweise ausgestorben)" aufgeführt.

Die Riesenschildkröte Chelonoidis Phantasticus kommt nur auf der unbewohnten Insel Fernandina vor. Als ausgestorben gelten bereits die einst auf der Galápagos-Insel Santa Fé heimischen Riesenschildkröten-Arten sowie die nur auf der Galápagos-Insel Pinta vorkommenden Chelonoidis abigdoni.

Die Galápagos-Inseln, ein isoliert im Pazifik gelegenes Archipel, beherbergen weltweit die größte Zahl an endemischen Arten - also Arten, die nur dort vorkommen. Ein Besuch der Inseln und ihrer einzigartigen Tierwelt im Jahr 1835 inspirierte den britischen Wissenschaftler Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie. Seit 1979 gehört die Inselgruppe zum Unesco-Weltnaturerbe.
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Wissen 30.08.14
"Labor des Lebens" Galápagos - Naturwunder im Pazifik
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Quelle: n-tv.de, mba/AFP https://www.n-tv.de/wissen/Ausgestorben ... 65564.html
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10 unerwartete Entdeckungen im Tierreich

Postby Gudrun Graf » 28. Feb 2019 10:09

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https://www.spektrum.de/wissen/10-unerw ... k6GVXcAMfs
10 unerwartete Entdeckungen im Tierreich
von Daniel Lingenhöhl
Acanthosaura phuketensis - eine Echse aus Südostasien
© Montri Sumontha, Ranong Marine Fisheries Station (Ausschnitt)

Auch im neuen Jahrtausend beschreiben Biologen noch unbekannte Arten – und darunter nicht nur Insekten oder Würmer. Selbst Menschenaffen und Wale entgingen lange der Wissenschaft. Wir stellen zehn spektakuläre Beispiele seit dem Jahr 2000 vor.
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Acanthosaura phuketensis – eine Echse aus Südostasien
© Montri Sumontha, Ranong Marine Fisheries Station (Ausschnitt)
Acanthosaura phuketensis – ein Drache aus Südostasien

Südostasien gilt in mehrfacher Hinsicht als ein Hotspot: Die regionalen Ökosysteme gehören zu den artenreichsten der Erde – und gleichzeitig werden sie in rasendem Tempo zerstört. Die vorhandenen Regenwälder und Flüsse sind zudem nur unvollständig erforscht, weshalb Biologen immer noch jedes Jahr bislang unbekannte Spezies erstmals beschreiben können. 163 davon listete beispielsweise ein WWF-Bericht zur erweiterten Mekong-Region 2016 auf, darunter neben 126 Pflanze- auch 37 Wirbeltierarten. Zu den spektakulärsten Funden dieses Jahres zählte sicher Acanthosaura phuketensis aus der Reptilienfamilie der Agamen, der mit seinen zahlreichen Dornfortsätzen aussieht wie ein Drache aus dem Märchenbuch. Die Reptilien leben auf der beliebten Ferieninsel Phuket im Regenwald, entzogen sich aber lange wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Omurawal – der Riesen unter den Entdeckungen
© Salvatore Cerchio; Cerchio, S. et al.: Omura’s whales (Balaenoptera omurai) off northwest Madagascar: ecology, behaviour and conservation needs. In: Royal Society Open Science 10.1098/rsos.150301, 2015, fig. 3 (Ausschnitt) / CC BY 4.0 CC BY (Ausschnitt)
Omurawal – der Riesen unter den Entdeckungen

Er ist größer als ein Schwertwal, dennoch übersahen ihn Meeresbiologen lange Zeit: Erst im Jahr 2003 beschrieben japanische Wissenschaftler den Omurawal (Balaenoptera omurai). Zuvor wurden durch Walfänger getötete Exemplare als kleine Vertreter des Brydewals betrachtet. Und seit der offiziellen Anerkennung als eigenständige Spezies hat die Erforschung der Omurawale kaum Fortschritte gemacht, bis Salvatore Cerchio vom New England Aquarium in Boston und sein Team erstmals eine Population vor der Nordwestküste Madagaskars entdeckten und beobachten konnten. Laut einer DNA-Analyse weisen die Omurawale eine vergleichsweise geringe genetische Diversität untereinander auf, wahrscheinlich sind sie also recht selten. Die Tiere scheinen zumindest regional relativ flache und warme Schelfwassergebiete zu bevorzugen, wo sie Zooplankton aus dem Wasser filtern. Der Omurawal ist übrigens keine extreme Ausnahme: In den letzten Jahrzehnten wurden einige neue Walarten entdeckt und beschrieben – trotz ihrer Größe können sie in den Weiten der Meere übersehen werden oder wurden fälschlicherweise bereits bekannten Arten zugewiesen. Ein anderes Beispiel ist ein bislang unbeschriebener Schnabelwal aus dem Pazifik, den japanische Walfänger wegen seiner dunklen Färbung als Rabenwal bezeichnen.
Sira-Bartvogel – trotz Farbenpracht lange im Verborgenen
© Cornell University (Ausschnitt)
Sira-Bartvogel – trotz Farbenpracht lange im Verborgenen

Zu den besten Regionen, um unbekannte Arten zu finden, gehören die tropischen Anden, etwa die Cerros del Sira. In dieser abgelegenen Bergkette an der Ostseite des südamerikanischen Gebirgszugs haben US-amerikanische und peruanische Studenten vor wenigen Jahren eine sehr auffällige neue Vogelart entdeckt und 2012 erstmals wissenschaftlich beschrieben: den Sira-Bartvogel (Capito fitzpatricki). Der farbenprächtige, mit den Tukanen und Spechten weitläufig verwandte Vogel lebt in den Nebelwäldern an den steilen Flanken des Sira-Gebirges, die nur sehr schwer zu erreichen sind. Von der nächstgelegenen Siedlung mussten die Biologen mehrere Tage mit dem Boot flussaufwärts fahren, sich dann erst durch Tieflandregenwald schlagen und schließlich durch das dichte Unterholz an den Hängen Richtung Gipfel vorkämpfen. Dort oben hatte sich die Art bislang den Augen der Forscherwelt entzogen. Äußerlich ähnelt er dem ebenfalls erst Mitte der 1990er Jahre aufgefundenen Loreto-Bartvogel (Capito wallacei), doch bestätigten Genstudien, dass der Sira-Bartvogel eine eigenständige Spezies darstellt – zumal es auch Farbunterschiede auf der Brust, den Flanken und dem Rücken gibt. Der Fund belegt, dass die Cerros del Sira ein wichtiges Zentrum der Artenvielfalt sind: In den letzten Jahren wurden dort allein vier neue Vogelarten beschrieben.
Höhlen-Schmerle – ein Fund aus Deutschland
© Jasminca Behrmann-Godel, Universität Konstanz (Ausschnitt)
Höhlen-Schmerle – ein Fund aus Deutschland

Verglichen mit den Tropen trägt Europa keinen Rekordtitel für Artenvielfalt – mit einer Ausnahme: Weltweit kennt man nirgendwo so viele einzigartige Höhlenlebewesen wie auf dem westlichen Balkan, wo man bislang 400 spezialisierte Arten entdeckt hat (doch wurde wohl auch keine andere Region so gut erfasst). Dass dieser sehr spezielle Lebensraum in unserer Region noch für Überraschungen gut ist, zeigt ein Fund aus Süddeutschland: Im Donau-Aach-Karstsystem stießen Höhlentaucher und Biologen auf den ersten in Europa nachgewiesenen Höhlenfisch, wie Jasminca Behrmann-Godel von der Universität Konstanz und ihre Kollegen in »Current Biology« schreiben. Die zu den Schmerlen (Barbatula) zählenden Tiere hätten demnach bereits einzigartige Anpassungen an die Dunkelheit ihres Lebensraums entwickelt, und das in relativ kurzer Zeit. Biologen gingen lange davon aus, dass Fische erst seit dem Ende der letzten Eiszeit nördlich der Alpen in Höhlen hatten vordringen können. Von ihren Verwandten unterscheiden sie sich beispielsweise durch ihre stark zurückgebildeten Augen, weitestgehend fehlende Schuppen und deutlich abweichende Färbung. Ausgehend von den Erbgutunterschieden und der geologischen Geschichte der Region vermuten die Wissenschaftler, dass die Schmerlen ihre neue Heimat vor maximal 16 000 bis 20 000 Jahren erobert und sich seit mehreren tausend Jahren isoliert von ihren Verwandten, den Steinschmerlen (Barbatula barbatula), weiterentwickelt haben.
Laotische Felsenratte – auf dem Markt entdeckt
© David Redfield / WWF (Ausschnitt)
Laotische Felsenratte – auf dem Markt entdeckt

Die Entdeckung der Laotischen Felsenratte (Laonastes aenigmamus) war 2005 eine wissenschaftliche Sensation – galt diese Tierfamilie doch seit elf Millionen Jahren als ausgestorben. Wie oft in tropischen Regionen erblickten die Zoologen die Felsenratte erstmals auf einem Markt, wo sie zum Verzehr angeboten wurde: Einheimische Jäger kennen viele dieser Arten, lange bevor Wissenschaftler auf sie aufmerksam werden. Ein Jahr später gelang es David Redfield von der Florida State University, das zutrauliche Tier in freier Wildbahn einzufangen. Die etwa eichhörnchengroßen Nager leben ausschließlich in den kalkigen Gebirgsregionen im Zentrum von Laos sowie in angrenzenden Regionen Vietnams und erinnern im Aussehen an eine Ratte mit buschigem Schwanz. Bemerkenswert ist die Fortbewegung: Die Felsenratten watscheln einer Ente ähnelnd, berichten die Forscher um Redfield, da sich die Hinterbeine in einem speziellen Winkel vom Körper abspreizen.
Zur Quelle https://www.spektrum.de/wissen/10-unerw ... k6GVXcAMfs
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Gudrun Graf
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Ein 400 Jahre alter in der Arktis gefundener Hai könnte das älteste lebend

Postby Weltbookadmin47 » 1. Mar 2019 21:00

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser
http://mutternatur.net/2018/12/ein-400- ... 8XiY9WOKNs
Ein 400 Jahre alter in der Arktis gefundener Hai könnte das älteste lebende Wirbeltier sein

13/12/2018 admin
Interessant, Tiere
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Sie bewegen sich ausgesprochen langsam, sind erst mit 150 Jahren geschlechtsreif und die langlebigsten Wirbeltiere der Welt: Die Grönlandhaie. Ein Exemplar schwimmt schon seit dem 17. Jahrhundert im Nordatlantik.

Ein 400 Jahre alter Grönland-Hai, der mit etwa 150 Jahren seine Geschlechtsreife erreicht hatte, stellt einen neuen Rekord für das älteste lebende Wirbeltier auf.

Wissenschaftler haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht, sie stiessen auf einen Hai, dessen Alter auf mindestens 392 Jahre geschätzt wurde. Ja, ein Grönlandhai wurde in der Arktis gefunden und könnte sehr wohl das älteste lebende Wirbeltier der Welt sein. Die Forschung ist in der Zeitschrift Science veröffentlicht.

Die Forscher haben die Kreatur gemessen und schätzen, dass sie bereits 1505 geboren worden sein könnte. Bekannt für ihre Lebenstemperatur von weniger als -1 Grad Celsius, können diese Kreaturen bis zu 2200m in der Tiefe schwimmen und mehr als eine Tonne wiegen.

Berichten zufolge war der Hai 5,5 Meter lang. Anhand dieser Länge schätzen Forscher, dass der Hai irgendwo zwischen 272 und 512 Jahre alt sein kann, da diese Art mit einer Rate von 1 cm pro Jahr wächst.

Es ist der älteste unter den 28 Grönland-Haien, die analysiert wurden. Diese Haie haben eine geschätzte Lebensdauer von 400 Jahren und verbringen ihre Zeit damit, herumzuschwimmen und nach Liebespartnern zu suchen.

Aber das genaue Alter des Grönland-Hais zu bestimmen, ist ein schwieriges Geschäft. Die Forscher verwendeten eine Technik namens Augenlinsen Radiokohlenstoffdatierung. Die Augenlinsen aller Wirbeltiere wachsen mit dem Tier während seiner kompletten Lebenszeit weiter und fügen Schichten wie eine Zwiebel hinzu. In den späten 1950er Jahren verursachten Atmosphärentests von thermonuklearen Waffen einen großen und leicht nachweisbaren Anstieg der Menge an Radiokohlenstoff, der schließlich seinen Weg ins Meer fand.

Wissenschaftler bezeichnen diesen Stoß als “Bombenpuls” und haben damit eine praktische Möglichkeit gefunden, das Alter von Meeresorganismen zu überprüfen. Wenn die Menge an Radiokarbon in der Linse eines Hais postbombenpulsartige Werte darstellt, ist dies ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass das Tier nach 1960 geboren wurde.

Die Forscher fanden heraus, dass die Augenlinsenproteine ​​der zwei kleinsten der 28 Grönland-Haie die höchsten Werte von Kohlenstoff-14 aufwiesen, was darauf hindeutet, dass sie nach den frühen 1960er Jahren geboren wurden. Der drittkleinste Hai wies jedoch nur geringe Kohlenstoff-14-Werte auf, die nur geringfügig über denen der 25 größeren Haie lagen, was darauf hindeutet, dass er tatsächlich in den frühen 1960er Jahren geboren wurde.

Es ist nicht ganz klar, warum Grönlandhaie so lange leben. Wissenschaftler postulieren, dass es in ihren Genen sein könnte, oder es könnte die Tatsache sein, dass sie in relativ kalten Temperaturen leben und einen langsamen Stoffwechsel haben.

Die Verbreitung dieser Art beschränkt sich meist auf die Gewässer des Nordatlantiks und des Arktischen Ozeans. Der Grönlandhai ist ein Spitzenprädator (Raubfisch) und frisst hauptsächlich Fisch. Es wurde noch nie eine Jagd beobachtet. Aufgezeichnete Fischebeute haben kleinere Haie, Aale, Hering, Seesaibling, Kabeljau, Rosefish, Skulpins, Seehase, Wolfsfische und Flunder enthalten. Grönlandhaie wurden auch mit Überresten von Robben, Eisbären, Pferden, Elchen und Rentieren (in einem Fall einem ganzen Rentierkörper) in ihren Mägen gefunden. Der Grönlandhai ist bekanntlich ein Schnitzeljäger und wird vom Geruch von verfaultem Fleisch im Wasser angelockt.

Wir haben vielleicht keine genaue Vorstellung davon, warum diese mysteriösen Kreaturen lange leben, aber wir können hoffen, dass diese Wirbeltiere die Bemühungen zum Schutz der Art und ihres Lebensraums verstärken. Nun, da wir diese majestätischen Kreaturen gefunden haben, liegt es nun an uns, diese Tiere für zukünftige Generationen zu bewahren.


“Das war überraschend”

“Es war zu erwarten, dass Grönlandhaie langlebig sind”, sagt Jürgen Kriwet vom Institut für Paläontologie der Universität Wien, der nicht an der Studie beteiligt war. “Aber dass sie so alt werden, ist doch überraschend. Nun wäre interessant zu ergründen, warum diese Haie so lange leben.” Langlebigkeit werde oft mit Körpergröße in Verbindung gesetzt. “Aber Grönlandhaie sind nicht die größten Haie, und auch nicht die einzigen, die in so kalten Gewässern leben”, so Kriwet. Ihre erstaunliche Langlebigkeit müsse also eine andere Ursache haben.

Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Grönlandhai als “potenziell gefährdet” eingestuft. Die neuen Ergebnisse unterstreichen, so Nielsen und seine Kollegen, dass der Hai vorsorglichen Schutzes bedürfe. Denn Grönlandhaie sind ein häufiger Beifang der Fischerei nach Grundfischen und geraten durch deren kommerzielle Nutzung unter Druck. Dem pflichtet Kriwet bei: “Besonders ihre späte Geschlechtsreife macht die Grönlandhaie sehr anfällig.”

Quelle http://mutternatur.net/2018/12/ein-400- ... 8XiY9WOKNs

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"Wir konnten es nicht glauben" - Spinnen können Säugetiere töten

Postby Weltbookadmin47 » 2. Mar 2019 21:45

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser

https://www.n-tv.de/wissen/Spinnen-koen ... 82789.html
"Wir konnten es nicht glauben" - Spinnen können Säugetiere töten
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Im Unterholz des Regenwalds entdecken US-Zoologen "furchteinflößende Tiere".

(Foto: picture alliance/dpa)
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Tief im Urwald am Oberlauf des Amazonas beobachten US-Forscher haarsträubende Szenen: Fasziniert und entsetzt zugleich dokumentieren sie, wie Spinnen Jagd auf Frösche machen. In der Nacht gerät dann plötzlich eine Beutelratte in die Giftfänge einer tellergroßen Vogelspinne.

Ungewöhnliche Erkenntnis aus der Feldforschung im Regenwald: Vogelspinnen können auf der Suche nach Nahrung neuesten Beobachtungen zufolge selbst Säugetiere angreifen und überwältigen. US-Forscher haben eine solche Jagd im Amazonasgebiet mit eigenen Augen mitverfolgt, wie sie im Fachmagazin "Amphibian & Reptile Conservation" berichten. Bei dem Vorfall attackierte eine Vogelspinne ein Maus-Opossum und tötete den vergleichsweise kleinen Vertreter aus der Familie der südamerikanischen Beutelratten durch einen Biss in den Hals.
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Beweisfoto aus Forscherhand: Die Vogelspinne fällt über das Maus-Opossum her.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir waren ganz hingerissen und geschockt und wir konnten nicht wirklich glauben, was wir da sahen", schilderte der Umwelt- und Evolutionsbiologe Michael Grundler von der Michigan University in Ann Arbor (USA) seine Eindrücke. Er und seine Kollegen hatten sich in den Urwald aufgemacht, um größere Spinnen beim Verspeisen kleinerer Tiere wie Fröschen zu beobachten. Eine Spinne zu finden, die ein Säugetier fresse, sei sehr überraschend, sagte Grundler.
Spinne verschleppt ihr Opfer

Die Forscher entdeckten die tellergroße Vogelspinne (Pamphobeteus sp.) und ihr Opfer zufällig bei einem nächtlichen Streifzug durch einen Regenwald in Peru am Oberlauf des Amazonas. Die Spinne habe das Maus-Opossum, eine Zwergbeutelratte aus der Familie der Didelphidae, zunächst im Genick festgehalten. Den Angriff selbst konnten die Forscher nicht beobachten. Das Säugetier war jedoch zum Zeitpunkt der Entdeckung noch am Leben. Das Tier habe noch etwa 30 Sekunden mit den Beinen gestrampelt, berichtete Grundler.
Wissen 15.05.13
Von grazil bis gruselig Die größten Spinnen Deutschlands

Danach habe die große Spinne die kleine Beutelratte zu einem Baum gezogen. Als die hungrige Pamphobeteus die Forscher bemerkt habe, sei sie verschwunden, hieß es.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass der Angriff eines Vertreters der Spinnentiere auf ein Opossum wissenschaftlich dokumentiert werden konnte. Aus ähnlichen Beobachtungen zum Umgang verschiedener spezialisierter Spinnenarten mit Amphibien und Reptilien schließen die Zoologen, dass die Vogelspinne die Ratte tatsächlich fressen wollte. Belege oder Fotoaufnahmen davon gibt es davon allerdings nicht.
Unbekannte Tierwelt im Unterholz
Wissen 27.03.17
Biss mit Folgen Die giftigsten Spinnen der Welt

Die Wissenschaftler beobachten Spinnen, weil sie mehr über die Nahrungsketten und die große Artenvielfalt im Amazonasbecken lernen wollen. Dabei konnten sie unter anderem auch dokumentieren, dass Spinnen dort zum Beispiel Fische und andere größere Tiere als Beute nutzten.

Das Vorgehen der Spinnen erschütterte dabei selbst hartgesottene Arachnologen: Größere Achtbeiner etwa zogen tote Echsen mit ihren Vorderbeinen dicht an ihren Körper, um sie besser in ein Versteck ziehen zu können. In anderen Fällen köpften riesige Tausendfüßer Giftschlangen und zogen ihnen die zähe Haut ab.

"Eines der coolsten Dinge bei der Arbeit in Peru ist, ist schiere Anzahl an Tierarten, die einem jeden Tag bei einer Wanderung durch den Urwald begegnen", fasste eine der beteiligten Wissenschaftlerinnen ihre Eindrücke zusammen. "Diese Spinnen und Tausendfüßer sind tatsächlich furchteinflößende Tiere."
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa
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Für Fischer ein Problem - Kegelrobben kehren in Ostsee zurück

Postby Gudrun Graf » 18. Mar 2019 19:21

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser
https://www.n-tv.de/wissen/Kegelrobben- ... 13278.html

Montag, 18. März 2019
Für Fischer ein Problem - Kegelrobben kehren in Ostsee zurück
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Eine Kegelrobbe auf Helgoland: Bis zu 300 der Tiere leben nun wieder in der Ostsee.

(Foto: picture alliance / Axel Heimken/)
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Sie folgen den Heringen und die bringen die Kegelrobbe zurück an die Ostküste Mecklenburg-Vorpommerns. Was Tierfreunde erfreut, sorgt bei Fischern für bestenfalls gemischte Gefühle. Inzwischen geht es um mehrere hundert Tiere.

Die Ostsee-Kegelrobbe ist neben dem Wolf ein weiteres großes Säugetier, das nach Deutschland zurückkehrt. "In den deutschen Ostseegewässern halten sich derzeit 200 bis 300 Kegelrobben auf", schätzt die Meeresbiologin Linda Westphal vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Im März und April ist die Zahl der Tiere am größten.
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Wissen 02.01.19
Heftiger Streit um wilde Tiere Wölfe in unseren Wäldern

Ähnlich wie die Halter von Weidetieren den Wolf nicht gerne sehen, würden die Fischer auf die Kegelrobbe lieber verzichten. Die Robben werden von den Heringen angelockt, die im Frühjahr im Greifswalder Bodden laichen. "Wir haben ein Problem mit anwachsenden Robbenbeständen", erklärt der Fischer Michael Schütt aus Freest (Vorpommern-Greifswald). Der größte Schaden entsteht demnach durch zerstörte Netze.

Kegelrobben werden bis zu zweieinhalb Meter lang und können bis zu 300 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Tiere an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns kommen zumeist aus der östlichen Ostsee. Bislang wurden die Tiere in Deutschland vor allem in der Nordsee beobachtet.


Quelle: jwu/dpa
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Wie viel Auslauf brauchen Hamster ?

Postby Weltbookadmin47 » 19. Mar 2019 13:39

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https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort ... 28195.html

Dienstag, 12. März 2019
Frage & Antwort, Nr. 574 Wie viel Auslauf brauchen Hamster ?
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Der Käfig wird den Hamstern oft zu klein und zu langweilig.
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Hamster sind wuselige Tiere und laufen gern viel herum. Ihr Gehege wird ihnen oft irgendwann zu öde. Sollte man sie dann im Wohnzimmer oder gar im Garten frei herumlaufen lassen? Oder ist das zu gefährlich?

Selbst die größte Auswahl an Spielsachen und das schönste Gehege werden Hamstern irgendwann langweilig. Aber die Tiere einfach so durch die Wohnung wuseln zu lassen, ist nicht ungefährlich. "Es ist sogar extrem risikoreich", sagt die auf Haustiere spezialisierte Fotografin und Autorin Heike Schmidt-Röger. "Kabel, giftige Zimmerpflanzen, gekippte Fenster oder andere Haustiere werden zur Gefahr", warnt auch die Kleintier-Expertin Christine Wilde, die diverse Bücher über Nager geschrieben hat, unter anderem "Mein Zwerghamster".

Den Auslauf im Garten einzurichten, hält Ursula Bauer von der Tierschutzorganisation Aktion Tier aber ebenfalls nicht für sinnvoll. Da wird jede Krähe, die vorbeifliegt, zum Stressfaktor. Auch die Temperaturen können zu extrem sein. Hinzu kommt: Ist ein Hamster erst einmal entwischt, wird er im Garten nur noch schwer zu finden sein, so Wilde.
Auslauf im Wohnzimmer nur unter Aufsicht
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Wenn der Hamster rauswill - soll man ihn rauslassen?

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wer bereit ist, sein Wohnzimmer hamstergerecht zu gestalten, also etwa alle Kabel in Schienen verschwinden zu lassen, der kann seinen Hamster auch durch die Wohnung laufen lassen - allerdings nur unter Aufsicht. Außerdem sollten Couch oder Sofa hoch genug sein, damit alles darunter sichtbar bleibt.

Selbst dann ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, erklärt Bauer. Ist der Hamster unterwegs, gilt: Hausschuhe ausziehen, damit man nicht mit Schuhen aus Versehen auf das Tier tritt, alle Türen und Fenster geschlossen halten und am besten erst einmal sitzen bleiben.

Alles, worin das Tier verschwinden könnte, muss mit Brettern verschlossen werden, weiß Bauer aus eigener Erfahrung. Sie hat ihren Hamster mal in der Couch entdeckt, wo er es sich mitsamt Essensvorrat für ein Schläfchen gemütlich gemacht hatte.
Wie groß sollte der Auslauf sein?

Stressfreier für alle Beteiligten ist ein abgegrenzter Auslauf. Doch wie groß sollte der sein? "So groß wie möglich", sagt Buchautorin Wilde. Minimum sei ein halber Quadratmeter, schöner einzurichten sei der tierische Spielplatz ab anderthalb bis zwei Quadratmetern. "Vielleicht bietet sich eine Zimmerecke an, oder man nimmt einen ausgedienten Schrank", schlägt Bauer vor.

Eine Auslaufbegrenzung ist auf jeden Fall erforderlich. Fertige Gitterelemente aus dem Fachhandel sind dafür jedoch meist zu niedrig. "Mit Aufsicht reichen 25 bis 30 Zentimeter, damit er nicht doch noch unter der Couch verschwindet", sagt Wilde. Ohne Aufsicht sind mindestens 50 Zentimeter Pflicht. "Je niedriger die Begrenzung ist, desto eher springen sie drüber oder nutzen einen Einrichtungsgegenstand als Starthilfe", erklärt sie. Schon deshalb sollten keine Klettergerüste in der Nähe des Randes stehen.

Man könnte etwa Spanplatten, mit Klebeband verbunden, als Wände nutzen. "Die lassen sich nach Gebrauch einfach wieder zusammenklappen und wegräumen", erläutert Schmidt-Röger. Auch Hartfaser-, Plexiglas- oder Bastlerglasplatten sind hierfür geeignet, meint Wilde.
Terrarium ist ungeeignet

Ein Terrarium eignet sich dagegen nicht als Auslauf, findet Bauer. Darin bildet sich zu viel Feuchtigkeit. Eine Seite des Auslaufs könne jedoch aus Glas bestehen und der Rest beispielsweise aus engmaschigem Draht.

Für Wilde zwingende Voraussetzung: Das Gehege und der Auslauf sind miteinander verbunden, so dass sich der Hamster für oder gegen Freigang entscheiden kann. "Nicht jeder Hamster mag es, aus seinem Revier herausgerissen zu werden", gibt Schmidt-Röger zu bedenken. Das ist nur zusätzlicher Stress. Entweder der Käfig steht ohnehin auf dem Boden oder man bringt einen Übergang aus Drainagerohren oder eine Art Treppenhaus an.

Bei der Einrichtung sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. "Der Boden sollte so gestaltet sein, dass der Hamster sich einbuddeln kann, etwa mit Sand", rät Bauer. Dazu kommt dann zum Beispiel ein Labyrinth oder eine Pyramide aus Steinen, an der die Tiere hoch und runter krabbeln und sich gleichzeitig die Krallen abwetzen. Die Steine sollten allerdings absolut sicher aufgeschichtet sein. Besitzer können Futter an verschiedenen Stellen verstecken, so dass die Hamster sich wie in der Natur ihre Beute suchen müssen und sich nicht langweilen oder verfetten. Auch Stroh oder Heu dürfen zum Einsatz kommen.

Wer genug Platz hat, stellt eine Buddelkiste mit Erde, Gras oder Laub in den Auslauf. Ein kleines Aquarium lässt sich dafür prima verwenden. Am besten kommen verschiedene Materialien zum Einsatz, damit das Tier etwas zu schnüffeln hat, empfiehlt Wilde. Auch ein Rückzugsort wie ein Häuschen oder eine Röhre ist sinnvoll.
Verwendung von Naturmaterialien

Naturmaterialien wie Steine, Ton, Holz, Keramik und Kork können ohne Bedenken verwendet werden. Generell sollte alles unbehandelt sein. "Zweige von heimischen Obstbäumen sind ideal", sagt Bauer. Die giftige Eibe oder stachlige Nadelhölzer dagegen sind tabu.

Toilettenpapierrollen - auch mit Papier dran - oder Taschentücher lieben die kleinen Haustiere. Hauptsache, das Papier ist wasserlöslich, und es bilden sich keine scharfen Kanten beim Zerreißen. Pappkartons sollten möglichst unbedruckt sein. Nägel, Heftklammern oder Krampen dagegen müssen Tierfreunde wegen der zu großen Verletzungsgefahr meiden. Wird Klebstoff verwendet, dann nur wasserlöslicher und ungiftiger.

Wer Spaß am Selbermachen hat, baut seinem Hamster öfter mal eine neue Einrichtung. "Aber nicht zu oft und zu heftig", warnt Schmidt-Röger. Wer vor die Haustür tritt und jedes Mal in ein fremdes Land kommt, wird als Mensch ja auch leicht gestresst.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa
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Gefahr in der Ostsee - Geisternetze bedrohen 800 Meerestierarten

Postby Weltbookadmin47 » 16. May 2019 15:32

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https://www.n-tv.de/wissen/Geisternetze ... 27741.html

Donnerstag, 16. Mai 2019
Gefahr in der Ostsee - Geisternetze bedrohen 800 Meerestierarten
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Meeresbiologin Gabriele Dederer zieht mithilfe ihres Teams ein Geisternetz aus der Ostsee.

(Foto: picture alliance/dpa)
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Jährlich sterben Tausende Meeresbewohner an den Folgen der Wasserverunreinigung durch Plastikmüll. Aktivisten der Umweltstiftung WWF ziehen regelmäßig sogenannte "Geisternetze" aus der Ostsee, die maßgeblich dazu beitragen.

Meter um Meter zieht die Winde des Kutters das Fischernetz aus der Ostsee. Vor lauter Seetang, Rotalgen und Miesmuscheln ist das mehr als 80 Meter lange Geisternetz gut verborgen. Immer wieder knallen Steine und Muscheln auf das Deck der "Ann-Christin". Aktivisten der Umweltstiftung WWF fischen mit Hilfe von Tauchern und Fischern binnen weniger Stunden gleich drei Geisternetze aus dem Wasser. "Darin können sich Meerestiere verfangen und ertrinken oder ersticken", sagt Meeresbiologin Gabriele Dederer.
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Panorama 23.01.19
Hochgiftiges Spielgerät Taucherin fischt zehntausende Golfbälle aus dem Meer

Das an Bord gehievte vermutlich mehrere Jahre alte Nylongeflecht erinnert mehr an eine 80 Meter lange Wurst mit Algen denn an ein Fischernetz. Darin haben sich unter anderem zwei weibliche Krebse verfangen. Mit einem Messer befreit die Meeresbiologin eines der trächtigen Tiere und wirft es über Bord. Nicht mehr zu helfen ist einem etwa 50 Zentimeter langen Dorsch. Der etwa vier Jahre alte Fisch war bereits in dem Geisternetz verendet. "Schätzungen zufolge landen alleine in der Ostsee jedes Jahr 5000 bis 10.000 Fischernetze oder Netzteile", sagt Dederer. Gründe dafür seien "illegale Fischerei, schlechte Seemannschaft oder einfach Pech", wenn Stellnetze im Herbst bei Sturm mitgerissen werden und am nächsten Tag nicht mehr gefunden werden.
Netze gehen auch bei Sturm verloren

Fünf Meter vom Sandstrand der Eckernförder Bucht entfernt schippert das rote Fischerboot von Lorenz Marckwardt. Weite Teile des Decks nehmen große weiße Säcke ein, in denen sich die Geisternetze sowie Algen türmen. Marckwardt hilft bei der Bergung. "Es kommt immer wieder vor, dass auch Netze verloren gehen bei Sturm", sagt der Vorsitzende des Landesfischereiverbands von Schleswig-Holstein. Er unterstützt die Aktion des WWF. "Denn wir brauchen vernünftige Gewässer, wo wir auch als Berufsfischer für die Zukunft vernünftig Fisch fangen können."
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Wissen 30.10.18
"Müllkippe Meer" Diese cleveren Projekte sagen Plastikabfall den Kampf an

Seit den 1960er-Jahren werden Fischernetze nicht mehr aus abbaubaren Naturstoffen wie Hanf oder Sisal hergestellt, sondern aus synthetischen Stoffen wie beispielsweise Nylon (Polyamid). Diese könnten sich auch in herrenlosem Zustand in der Wassersäule wieder aufstellen und weiter töten, sagt Stefanie Werner vom Umweltbundesamt. "Diese Kunststoffe sind in der Umwelt sehr persistent, sie verrotten nicht im eigentlichen Sinne, sondern werden durch mechanische Kräfte wie Wind, Wellen und UV-Licht zu immer kleineren Plastikpartikeln zerrieben."
Fast alle Nester enthalten Kunststoffe

Negative Auswirkungen durch Kunststoffmüll seien für mehr als 800 Meerestierarten dokumentiert. Ein Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes zeigt: 98 Prozent der Nester in der Brutvogelkolonie von Basstölpeln auf Helgoland enthalten Kunststoffe und dabei insbesondere Netzreste, auch Teile vom Scheuerschutz von Grundschleppnetzen und Verpackungsmaterialien. Es sei auch ermittelt worden, wie viele der jungen Basstölpel sich in Müll verstricken und strangulieren, der durch die Elterntiere in die Nester eingetragen wird, sagt Winter. "Dadurch starben während der Brutsaisons 2014 und 2015 zwei bis fünfmal so viele Jungvögel wie normalerweise."
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Die Plastiknetze sind längst nicht nur eine Gefahr für Meeresbewohner. "Die Netze können zu Mikroplastik werden und dann im großen Zyklus irgendwann wieder auf unseren Teller landen im Fisch", sagt Meeresbiologin Dederer. Seit 2013 geht der WWF in der Ostsee aktiv gegen Geisternetze vor. Seitdem haben Umweltschützer mit verschiedenen Techniken mehr als sieben Tonnen Netzmaterial und Schrott geborgen. Als ergiebigste Methode hat sich die Zusammenarbeit mit Tauchern erwiesen. Sie nutzen detaillierte Aufnahmen, die ein Sonar fünf Meter über dem Meeresgrund gemacht hat.
Recycling ist aufwendig

In diesem Frühjahr ist die Technik vor Kiel und Eckernförde zum Einsatz gekommen. "Allein in der Eckernförder Bucht haben wir im Umkreis von zwei Quadratkilometern drei Geisternetze und drei Leinen gefunden", sagt Dederer. 2018 entdeckten Umweltschützer in einem 500 Meter langen Geisternetz vor Warnemünde zehn tote Kormorane. Außerdem starben darin Dutzende Flundern und andere Fischarten. Der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer räumt ein, dass der Verlust von Netzen auf See ein Problem ist. "Seit es GPS gibt, kommt es aber eigentlich nicht mehr vor, dass Schleppnetze verloren gehen, weil sie an Wracks hängen bleiben", sagt der Verbandsvorsitzende Dirk Sander. Die Fischer würden bekannte Wrackstellen umfahren. "Da mag aber durchaus noch altes Zeug an Wracks hängen."

Der 69-Jährige war selbst 45 Jahre lang Nordseefischer in Ostfriesland. Etwas anders ist die Situation aber beim Fischfang mit Hilfe von Stellnetzen. "Es ist möglich, dass Netze durch einen Sturm verloren gehen und anschließend von den Fischern nicht wiedergefunden werden", sagt Sander. Es kämen zudem weiterhin neue Hindernisse für Fischer hinzu, sagt Meeresbiologin Dederer. "Es gibt immer wieder neue Wracks, es gibt Container, die auf den Meeresgrund absinken."

Mit dem Ergebnis des Bergungstörns vor Eckernförde ist sie sichtlich zufrieden. Die Gruppe bringt die drei - teilweise mehr als 100 Meter langen - Geisternetze mit an Land. Dort sollen sie nun als Sondermüll entsorgt werden. Denn das Recycling ist aufwendig. Sie enthalten giftiges Blei, das vor der Verwertung der Polyamidfasern entfernt werden muss.
Wissen 04.08.14
Tödliche Falle für Meerestiere Geisternetze - die lautlose Gefahr

Quelle: n-tv.de, André Klohn, dpa

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Gezielte Attacken - Warum töten Tiere junge Artgenossen ?

Postby Weltbookadmin47 » 18. Aug 2019 09:58

TIERFREUNDE - Info TIERSCHUTZ zu Luft - Land und Wasser
https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort ... 49131.html
Gezielte Attacken - Warum töten Tiere junge Artgenossen ?
Von Jana Zeh
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Ein Berberlöwen-Junges und seine Mutter in einem Zoo.

(Foto: Ludìk Peøina/CTK/dpa )
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Aus Zoos und Tierparks gibt es immer mal wieder Meldungen wie "Löwin frisst ihre Babys". Das Verhalten der Muttertiere wird oftmals auf ihr Alter oder die fehlenden Erfahrungen als Mutter zurückgeführt. Dabei passiert so etwas auch in freier Wildbahn und zwar viel öfter, als man denkt.

Vor einigen Tagen hat die Meldung "Löwin frisst ihre Jungen" die Runde gemacht. Die Nachricht aus dem Leipziger Zoo schockierte das Personal und so manchen Leser. Dabei ist das Töten von Nachkommen durch Artgenossen im Tierreich verbreiteter, als man denkt. Infantizid, so der Fachbegriff, gilt bei manchen Arten sogar als häufigste Todesursache bei Jungtieren. Von Biologen wird es deshalb als natürliches Verhalten eingestuft. Beobachtet wurde das Töten von Nachkommen bei Raubkatzen, Bären, Affen, Nagetieren und Vögeln. Über die Gründe für diese grausam anmutenden Handlungen herrscht unter Experten nicht immer Einigkeit. Klar jedoch scheint der Fall, wenn ranghohe männliche Tiere die Nachkommen töten, die sie nicht selbst gezeugt haben.
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Wissen 13.05.18
Rabeneltern sind vorbildlich Besondere Formen tierischer Mutterliebe

Von Löwen in freier Wildbahn beispielsweise ist bekannt, dass ein neuer Rudelführer, der den alten durch einen blutigen und mitunter tödlichen Kampf besiegt hat, häufig alle Nachkommen, die er aufstöbern kann, tötet. Auf diese Weise sollen die weiblichen Tiere schneller wieder zur Paarung mit ihm bereit sein. So kann eigener Nachwuchs gezeugt werden.

Diese Art des Infantizids ist eine Folge der Sozialstruktur einer Gruppe, schlussfolgern Forscher 2014 aus ihren Ergebnissen. Das Team um Elise Huchard und Dieter Lukas hatte das Verhalten bezüglich der Jungtiere von insgesamt 260 Säugetierarten untersucht. Die Forscher konnten erkennen, dass das Risiko für Infantizide steigt, je größer die Konkurrenz um die Weibchen ist. Auch Tierarten, bei denen die Weibchen das gesamte Jahr paarungsbereit sind und ständig mit männlichen Tieren im Kontakt, sind öfter von Tötungen der Jungen betroffen.
Löwin frisst ihre Babys

Doch nicht nur ranghohe Männchen oder Rudelführer haben es auf nichtverwandte Nachkommen abgesehen. Auch weibliche Tiere töten: entweder als Mütter ihre eigenen Jungen oder als "Tanten" die Sprösslinge anderer Mütter. Als Schock wird das von Menschen empfunden, wenn Muttertiere ihre Babys quasi vor laufender Kamera auffressen. In diesen Fällen sprechen Experten von Kronismus, in Anlehnung an den griechischen Titanen Kronos, der seine Kinder auffraß.

In solchen Fällen wird nach Gründen für die vermeintliche Katastrophe gesucht. Die fehlende Erfahrung von Muttertieren, die zum ersten Mal gebären, ist eine der Standarderklärungen. Möglich ist allerdings auch, dass die Jungen nicht gesund sind und die junge Mutter das wahrnimmt. Dann startet bei den Tieren eine Art Programm, das abwägt: Lohnt sich die weitere Aufzucht der kranken Nachkommen oder ist ein schnelles Töten ökonomischer? Dann könnten die Muttertiere nämlich schneller wieder trächtig werden und im besten Falle gesunde Nachkommen zur Welt bringen.
Zur Ressourcensicherung

Der Kindsmord, der durch Weibchen vollzogen wird, die nicht die Muttertiere sind, wurde unter anderem bei Erdmännchen, Pavianen und sogar dem nächsten Verwandten des Menschen, den Schimpansen beobachtet. In einer aktuellen Untersuchung dazu geben die Evolutionswissenschaftler Huchard und Lukas vor allem Ressourcenknappheit als Grund für Kindstötungen durch andere Weibchen an. Teilen sich zum Beispiel Weibchen den Bau, Brut- oder Aufzuchtsorte und damit auch die Erziehung der Nachkommen, dann verhindern Infantizide den Zugang fremder Nachkommen zu Nahrung, Aufzuchtsort, Zuwendung und sogar zu einem besseren sozialen Status. Bei Erdmännchen machen die Weibchen auch vor verwandten Nachkommen nicht Halt. Um Ressourcen zu sichern, töten Großmütter ihre Enkel und Tanten ihre Nichten.

Übrigens: Nicht nur das aktive Töten der Nachkommen wird als Infantizid bezeichnet. Auch das Verlassen der Jungen, die Aufgabe des Brutortes oder das Einstellen der Fütterung wird unter dem Fachbegriff geführt. Denn solches Verhalten von Muttertieren bedeutet in der Natur das sichere Todesurteil für die Nachkommen.

Quelle: n-tv.de https://www.n-tv.de/wissen/frageantwort ... 49131.html
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