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KULTUR in DEUTSCHLAND und ihre GEGENSÄTZE

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KULTUR in DEUTSCHLAND und ihre GEGENSÄTZE

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 12:13

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KULTUR in DEUTSCHLAND und ihre GEGENSÄTZE
GEGEN DIE ZERSTÖRUNG UNSERER DEUTSCHEN KULTUR
UND DIE POLITISIERUNG FREMDER KULTUREN DIE UNSER RECHTSSYSTEM UNTERGRABEN

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Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 12:17

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Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 12:21

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POLITISIERUNG FREMDER KULTUREN in Deutschland

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 12:46

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Kulturfeinde Deutschlands ?

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 19:07

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Feinde des Volkes

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 22:09

http://www.tagesspiegel.de/kultur/feind ... 38426.html
Kultur
Feinde des Volkes

02.09.2005 00:00 UhrVon Kerstin Decker

Im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen wird Arthur Koestlers „Sonnenfinsternis“ zum Drama
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Deutschfeindliche Zitate von BRD-Politikern und anderen einflussreichen Pe

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Mai 2015 22:14

bild trittin gegen deutsche.jpg
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https://1truth2prevail.wordpress.com/2014/06/07/unverfalschte-zitate-von-brd-politikern-und-anderen-einflussreichen-personen-in-der-brd-uber-das-deutsche-volk/
Deutschfeindliche Zitate von BRD-Politikern und anderen einflussreichen Personen
Deutschfeindliche Zitate von BRD-Politikern und anderen einflussreichen Personen
Veröffentlicht am Juni 7, 2014 von 1truth2prevail

fsl-angela-merkel-russland-1-DW-Politik-TALLINNFrau Dr. Angela Merkel ( CDU) sagte in einer Rede am 16. Juni 2005 zum 60-jährigen Bestehen der CDU in Berlin (Quelle):

“Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.”

Vorstand der Bündnis90/Die Grünen, München:

“Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land. “

Trittin_juergen_hamm-240x200Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 02.01.2005):

„Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”



Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Pflasterstrand 1982; zitiertgetty_109223941“Nation & Europa, Mai 1999, Seite 7):

“Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.”

Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen, Rezension zu seinem Buch „Risiko Deutschland“, Die Welt 07.02.2005:

“Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.”

Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen:

„Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

Çigdem Akkaya, stellvertretende Direktorin des Essener Zentrums für Türkeistudien, über die Integration von Ausländern in Deutschland
cigdem akkaya(Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 27. März 2002):

„Minarette gehören künftig zum Alltag.”

„Die Leute werden endlich Abschied nehmen von der Illusion, Deutschland gehöre den Deutschen.”

“Ohne Zuwanderer hat dieses Land keine Zukunft.”

Ursula von der Leyen, CDU:

Leyen 666„Migrantenkinder sind unsere Zukunft.”

Ein weiterer Schritt solle in der Unterstützung von Migranten liegen, wünscht sich von der Leyen. Jedes dritte Kind unter sechs Jahren komme aus einer Migrantenfamilie:

„Ein Blick auf die demografische Entwicklung zeigt, wie sehr wir diese Kinder brauchen: In 20, 30 Jahren erwarten wir von diesen Kindern, daß sie innovativ und verantwortungsbewußt dieses Land tragen.”

Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter Bündnis90/Die Grünen, auf dem Parteitag der Grünen 1998 in Bonn-Bad Godesberg:

özdemir roth

„Der deutsche Nachwuchs heißt jetzt Mustafa, Giovanni und Ali!”

Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Interview mit Susanne Zeller-Hirzel, letzte Überlebende der Weißen Rose):

“Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird”

Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Hürriyet vom 8.9.98 (auf türkisch), abgedruckt im Focus am 14.9.98):

“Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!”

Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), PK zu Integrationsgipfel erwartet die Machtübernahme von Einwanderern in Deutschland. (Berliner Umschau, 23.10.2013):

“In zwanzig Jahren werden Migranten 75 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Deutschland muß diese Realität sehen”.

Diese Menschen würden Deutschland regieren und führen, zitiert die türkische Zeitung “Sabah” Kolat auf einer Sitzung der TGD-Landesverbandes Baden-Württemberg.

Renate Schmidt, ehemals Bundesfamilienministerin (SPD) renate schmidt sagte am 14.03.1987 im Bayerischen Rundfunk:

“Die Frage, [ob die Deutschen aussterben], das ist für mich eine, die ich an allerletzter Stelle stelle, weil dieses ist mir, also so wie sie hier gestellt wird, verhältnismäßig wurscht. “

Franziska Drohsel, SPD, ehem. Bundesvorsitzende der Jusos und ihre Assoziation zum Begriff “Vaterland” (CiceroTV, F. Drohsel im Streitgespräch mit Philipp drohsel-0906-portraet-DW-Politik-MuenchenMißfelder von d. Jungen Union, Aug 2008):

“Deutsche Nation, das ist für mich überhaupt nichts, worauf ich mich positiv beziehe – würde ich politisch sogar bekämpfen. “

Sieglinde Frieß, Bündnis90/Die Grünen und Verdi-Fachbereicfries, sigglndeverdihsleiterin, sagte vor dem Parlament im Bundestag (Quelle: FAZ vom 06.09.1989):

“Ich wollte, daß Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.”

Christin Löchner, DIE LINKE (Quelle):

linke-christin-lc3b6chner-2009“Es mag Sie vielleicht überraschen, aber ich bin eine Volksverräterin. Ich liebe und fördere den Volkstod, beglückwünsche Polen für das erlangte Gebiet und die Tschech/innen für die verdiente Ruhe vor den Sudetendeutschen.”



Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis90/Die Grünen, und ihre jw-Claudia-Roth-DW-Bayern-BerlinWunschvision zum Tag der Deutschen Einheit, Artikel in der Welt am Sonntag vom 6. Februar 2005:

„Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türkenflaggen und ein paar schwarzrotgoldenen Fahnen.”

Claudia Roth, Bündnis90/Die Grünen (Quelle : RP Online 21.11.2004):

„Der Islam ist nicht bloß als Gastarbeiterreligion zu tolerieren, sondern als Bestandteil unserer eigenen Kultur anzuerkennen.“

Claudia Roth, Bündnis90/Die Grünen:

“Türkei ist zweite Heimat für mich, ich mach seit 20 Jahren Türkeipolitik”

“Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht!”

qkDas sagte Ibrahim El-Zayat, Präsident der Islamischen Gemeinschaft
in Deutschland e.V. (IGD) und andere Posten (Quelle: Jugendzeitschrift der Muslimischen Jugend (MJ) TNT, Nr. 1/9, 1996, S.2):

„Die Zukunft des Islam in diesem, unserem Land, in Deutschland, gestalten wir; wir, die hier geboren und aufgewachsen sind, wir, die wir die deutsche Sprache sprechen und die Mentalität dieses Volkes kennen. Entscheidend ist, dass wir in diesem Land unsere Religionsfreiheit haben (auch wenn wir sie sehr häufig vor Gericht erst erstreiten müssen) und dass es keinen Grund gibt, nicht aktiv an der Neugestaltung dieser Gesellschaft mitzuwirken.
Ich glaube nicht, daß es unmöglich ist, daß der Bundeskanzler im Jahre 2020 ein in Deutschland geborener und aufgewachsener Muslim ist, daß wir im Bundesverfassungsgericht einen muslimischen Richter oder eine muslimische Richterin haben, daß im Rundfunkrat auch ein muslimischer Vertreter sitzt, der die Wahrung der verfassungsmäßig garantierten Rechte der muslimischen Bürger sichert. […] Dieses Land ist unser Land, und es ist unsere Pflicht, es positiv zu verändern. Mit der Hilfe Allahs werden wir es zu unserem Paradies auf der Erde machen, um es der islamischen Ummah und der Menschheit insgesamt zur Verfügung zu stellen. Allah verändert die Lage eines Volkes erst, wenn das Volk seine Lage ändert.”

M. Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Fernsehproduktionsfirma AVE. Er ist „deutscher Staatsbürger” afghanischer Herkunft und sagte (Quelle):

M. Walid Nakschbandi„Ihr habt nur die Chance, mit uns zu leben. Ein Leben ohne uns wird es für Euch nicht mehr geben. Die Ibrahims, Stefanos, Marios, Laylas und Sorayas sind deutsche Realität. Ihr werdet es nicht verhindern können, daß bald ein türkischstämmiger Richter über Euch das Urteil fällt, ein pakistanischer Arzt Eure Krankheiten heilt, ein Tamile im Parlament Eure Gesetze mit verabschiedet und ein Bulgare der Bill Gates Eurer New Economy wird. Nicht Ihr werdet die Gesellschaft internationalisieren, modernisieren und humanisieren, sondern wir werden es tun – für Euch. Ihr seid bei diesem leidvollen Prozeß lediglich Zaungäste, lästige Gaffer. Wir werden die deutsche Gesellschaft in Ost und West verändern.”

vulgur öganVural Öger, SPD Europa-Abgeordneter und Unternehmer von Öger Tours:

“Das, was Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1529 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen. “

daniel cohnDaniel Cohn-Bendit, Bündnis90/Die Grünen:

“Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern. “

Nargess Eskandari-Grünberg, Bündnis90/Die Grünen, Antwort auf die Beschwerde zu Integrationsproblemen von 50 Anwohnern. (Quelle: Frankfurter Rundschau vom 13. November 2007). Augenzeugen sagten, es hieß wörtlich „…dann wandern Sie aus!“

„Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen.“

Auf Antrag des Grünen-Abgeordneten Arif Ünal wird die Eidesformel „Zum Wohle des deutschen Volkes“ im Landtag von Nordrhein-Westfalen abgeschafft! Stattdessen soll es “zum Wohle der Bevölkerung in NRW” heißen.
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Sozialer Wandel

Beitragvon Weltbookadmin47 » 28. Mai 2015 16:21

http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wandel
Sozialer Wandel
Eine Familie der Schitsu'umsh-Indianer in ihrem Automobil (1916): Sichtbar gewordener sozialer und kultureller Wandel.

Als sozialer Wandel oder Kulturwandel (auch: gesellschaftlicher Wandel) werden die prinzipiell unvorhersehbaren Veränderungen bezeichnet, die eine Gesellschaft in ihrer sozialen und kulturellen Struktur über einen längeren Zeitraum erfährt.

Demnach umfassen diese Begriffe beispielsweise den technischen Fortschritt, die Bildung neuer Jugend-Subkulturen, die Rechtschreibreform, neue Gesetze und Verordnungen, als auch Veränderungen der Sprache oder der Traditionen (Beispiele, nicht vollständig).

Das Phänomen des sozialen- und kulturellen Wandels wird in verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen, so z.B. in der Ethnologie, Soziologie, Psychologie sowie in den Geschichtswissenschaften erforscht.

Inhaltsverzeichnis

1 Begriffe
2 Ursachen des Wandels
2.1 Sozialer Wandel
2.2 Kultureller Wandel
2.2.1 Formen des Kulturwandels
3 Theorien des sozialen Wandels
4 Debatte und Kritik
4.1 Globalisierung
4.2 „Krankhafter“ Wandel
5 Literatur
6 Siehe auch
7 Einzelnachweise

Begriffe
Ein äußeres und offensichtliches Zeugnis des sozialen- und kulturellen Wandels ist zum Beispiel die Veränderung der Mode. Das Bild zeigt je ein Brautkleid aus Vietnam und Deutschland.

Der Begriff „sozialer Wandel“ wird vor allem in der soziologischen Literatur verwendet und dient als Sammelbezeichnung für alle beobachtbaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen[1]

In der Anthropologie wird bisweilen der Begriff „Kulturwandel“ bevorzugt, der jegliche Art kultureller Veränderung im Zeitablauf meint, auch solche, die nicht direkt beobachtet werden können. Das sind beispielsweise die Ideen und Weltanschauungen der Menschen.[2]

In diesem Sinne ist der Begriff Kulturwandel umfassender. Dennoch wird der Begriff „sozialer Wandel“ häufiger und in synonymer Bedeutung verwendet.

Der Begriff des gesellschaftlichen Wandels konkurriert mit anderen Begriffen wie „Entwicklung“, „Evolution“, „Fortschritt“ oder „Modernisierung“.[3] Die Verwendung dieser Begriffe impliziert in der Regel eine Vorentscheidung für eine bestimmte Theorie; ganz offensichtlich ist das der Fall beim Begriff Fortschritt. William Fielding Ogburn hat 1922 mit seinem Werk Social Change hingegen den neutralen, theoretisch nicht vorbelasteten Begriff sozialer Wandel eingeführt.
Ursachen des Wandels
Sozialer Wandel folgt keinen Regeln! Selbst ein destruktiver Akt von Vandalismus ist Ausdruck des menschlichen Willens, etwas zu bewirken.

„Das, was wir heute sind, folgt aus den Gedanken, die wir gestern pflegten, und unser gegenwärtiges Denken baut unser Leben, wie es morgen ist.“

– Buddhistische Weisheit[4]

Lange Zeit war die Frage ungeklärt, ob das menschliche Verhalten vorrangig das Resultat genetischer Veranlagungen oder kultureller Prägungen ist. Seit den Forschungen von Margaret Mead gehen die Anthropologen mehrheitlich davon aus, dass Verhaltensunterschiede zwischen den Menschen fast ausschließlich auf die Kultur zurückgehen.[5]

Mit dem Satz „Ich bin, weil ich etwas bewirke“ drückt Erich Fromm die Ansicht einer ganzen Reihe von Forschern aus, die darin den eigentlichen Antrieb zu jeglichem Wandel sehen. Es sei ein existentielles, genetisch verankertes Bedürfnis des Menschen, etwas aktiv zu bewirken, zu verändern, zu hinterlassen – der primäre Ausdruck des freien Willens.[6]

Nach Veränderung streben insbesondere die Heranwachsenden beim Lösungsprozess von den Eltern (Adoleszenz) und sozial benachteiligte Menschen.[7]

Lewis Mumford sieht den Beginn der Zivilisation – und des beschleunigten sozialen Wandels – in der frühen Jungsteinzeit, als die Menschen, die durch Arbeit Wissen erlangten und über die Rohstoffe zur Herstellung technischer Geräte verfügten, ihre Macht über andere entdeckten. Im Laufe der Zeit ersetzten die Bedingungen dieser Minderheit – die durch Herrschaft, Kontrolle und Vermehrung von Reichtum gekennzeichnet waren – die ursprünglichen herrschaftslosen (segmentären) Ordnungsmuster. Die so entstandenen Klassengesellschaften entwickelten neue materielle Bedürfnisse und Wertvorstellungen. Daraus entstand erstmals soziale Ungleichheit als „Motor“ des sozialen Wandels.[6]
Sozialer Wandel

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Ich weiß nur, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll.“

– Georg Christoph Lichtenberg[8]

Der soziale Wandel setzt nach den modernen Theorien immer dann ein, wenn im Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung soziale Spannungen entstehen. Einige soziale Klassen oder Schichten erleiden einen Statusverlust, ihr „guter Ruf“ leidet. Stattdessen treten neue Elitegruppen auf, die größere innovative Fähigkeiten zeigen. Auch äußere Einflüsse, wie ein Krieg, können diesen Statusentzug bewirken.[9]
Kultureller Wandel
Induzierter Wandel durch Kulturkontakt: Die Aufnahme zeigt drei Männer vom Stamm der Yavapai aus Arizona. Der linke ist traditionell gekleidet, der mittlere mischt die Stile und der rechte trägt die typische Kleidung eines US-Amerikaners zum Ende des 19. Jahrhunderts

Da sich jede Gesellschaft zwangsläufig den Veränderungen ihrer natürlichen Umwelt anpassen muss, folgt daraus bereits oftmals eine Notwendigkeit zum kulturellen Wandel – wenn auch nur im langsamen zeitlichen Maßstab. Wie Claude Lévi-Strauss erkannte, war das weitaus häufigste und über Jahrtausende gültige Bestreben der Menschen, jeglichen Wandel nach Möglichkeit zu „bremsen“ oder zu verhindern. Ein deutlich beschleunigter kultureller Wandel tritt ein, wenn die weltanschaulichen Einstellung einer Gesellschaft dem Fortschritt und der Veränderung gegenüber überwiegend positiv ist, wie es vor allem in der europäischen Hochkultur seit der Antike der Fall ist.[10] → siehe auch: Kalte und heiße Kulturen oder Optionen

In der modernen Industriegesellschaft ist ein offensichtlich entscheidender Antrieb für einen beschleunigten Kulturwandel der technologische Fortschritt. Erich Fromm hat die sehr bezeichnend ausgedrückt: „Etwas muss getan werden, weil es technisch möglich ist,“ unabhängig davon, ob die neue Technologie dem „Wohl oder Wehe“ von Mensch oder Umwelt dient. Kultureller Wandel, der auf solche Begebenheiten innerhalb der Kultur zurückgeht, wird als „endogener“ Wandel bezeichnet.

Entsteht ein Wandlungsprozess durch die Begegnungen mit anderen Kulturen, aus denen Teile übernommen und zu einer neuen Form abgeändert werden, spricht man von „induziertem“ Kulturwandel.[2] Dies wäre unter anderem die zwangsweise Übertragung von imperialistischen Staaten auf die eroberten Völker während der Kolonialzeit; aber ebenso die freiwillige Übernahme fremder Kulturgüter durch Handel und Kommunikation. Historisch ist dieser Vorgang zum Beispiel für die Kelten belegt, die sich an der römischen Kultur orientierten. In der Gegenwart findet induzierter Wandel vor allem durch die wirtschaftliche Globalisierung statt, wobei sicherlich nicht immer klar gesagt werden kann, ob dies freiwillig erfolgt oder eher aufgrund von Sachzwängen!

Zur Verringerung eines negativ initiierten Wandels durch Tourismus, Journalismus, ethnologische Feldarbeit, Gesundheitswesen, Entwicklungspolitik oder andere interkulturelle Bereiche schlagen einige Ethnologen im Sinne der UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt die Entwicklung von Rahmenbedingungen für „kulturverträgliches Handeln“ vor.[11]
Formen des Kulturwandels

„Assimilation“, „Akkulturation“, „Enkulturation“, „Integration“ und viele weitere Bezeichnungen sind einige Begrifflichkeiten in Zusammenhang mit kulturellem Wandel, die ausgesprochen uneinheitlich verwendet werden: bisweilen differenziert, bisweilen synonym, bisweilen unspezifisch. Für jeden Begriff gibt es je nach Fachgebiet, Autor und Perspektive viele (zum Teil deutlich) voneinander abweichende Definitionen.[12][13] Das folgende Kurzschema, das im Wesentlichen aus dem dtv-Atlas Ethnologie von Dieter Haller abgeleitet wurde, erhebt von daher keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit oder Vollständigkeit.[14]
Begriff Definitionsvorschlag Beispiele und/oder Erläuterungen
Ursachen und grundlegende Mechanismen des Wandels
Adaption existentiell notwendige Anpassungen an Umweltveränderungen Wandel des Vormenschen vom Vegetarier zum Allesfresser aufgrund klimatisch bedingten, veränderten Nahrungsangebotes
Invention Einführung neuer Prinzipien, Werkzeuge oder Bräuche, die von der Gesellschaft als vorteilhaft gewertet werden Neolithische Revolution, Technische Erfindungen jeglicher Art
Gesellschaftlicher Fortschritt notwendige oder gewollte Anpassung an die Eigendynamik der kulturellen Entwicklung Demokratisierung, Urbanisierung, Globalisierung
weltanschauliche Differenzierung Wandel durch unterschiedliche Deutung und Interpretation der Welt Ideologische Begründungen für Bewahrung oder Veränderung: Kalte und heiße Kulturen oder Optionen, Manipulation
Diffusion freiwillige oder notgedrungene Übernahme eines kulturellen Elementes von fremden Kulturen Gewehre und Motorschlitten in arktischen Jägerkulturen, Übernahme fremder Sprachen, Technologien, Nutzpflanzen usw. – unabhängig von der Akzeptanz des Fremden
Akkulturation umfassende Anpassungsprozesse beim Kontakt zweier unterschiedlicher Kulturen Erziehung und ungeplantes Lernen, Interesse am Fremden – ohne Bewertung oder Richtung des Wandels
Tempo und Intensität des Wandels
Tradierung sehr langsame, jedoch komplexe Einbindung einer Veränderung über viele Generationen Begrüßungsrituale, Umgangsformen, Trachten, Esskultur
Modernisierung schneller, bewusst motivierter Wandel mit dem Ziel, Situationen zu verbessern Technisierung, Automatisierung und Industrialisierung, Fortschritt, Wissenschaft
Konkrete Prozesse und Richtung des Wandels
Devolutionsprozesse: gänzliche Aufgabe eines Kulturelementes:

Substitution

zugunsten eines neuen Elementes anstelle des germanischen Festes zur Wintersonnenwende wird heute in Skandinavien das christliche Luciafest gefeiert

Dekulturation

ohne Neuerung die Industrialisierung der Forstwirtschaft hat zur Aufgabe der Flößerei geführt
Reinterpretation Umdeutung von Kulturelementen Tabu/Tapu, Bedeutungswandel von „geil“ – häufig in Sprachen
Transkulturation Bewusste oder unbewusste Einflussnahme einer dominanten Kultur auf eine andere Russifizierung in Sibirien, Christianisierung indigener Völker, vorsätzliche Auslöschung von Kulturelementen (Ethnozid)
Assimilation Angleichungsprozess von Minderheiten an Mehrheiten mit zunehmender Devolution von Kulturelementen Ruhrpolen, Deutschbrasilianer, Russifizierung, Indigene Völker Taiwans
Indigenisierung[15] Übernahme und Anerkennung fremder Kulturelemente: Akzeptierte Addition und Einbindung in die traditionelle Kultur Pferd und Prärie-Indianer, Rentierwirtschaft der Sámi, Reinterpretation traditioneller Weltanschauungen als Reaktion auf westliche Ideologien – Gegenbewegung zur Assimilation
Synkretismus Verschmelzung von einander fremden Kulturelementen zu neuen Formen Tibetischer Buddhismus und Bön, Kreolsprachen und Pidgin-Sprachen – zumeist auf Religionen bezogen
Revitalisierungsprozesse: Wiederbelebung bestimmter Traditionen und/oder Wertvorstellungen

Rituelle Revitalisierung[16]

Rückkehr zu rituellen Praktiken und Glaubensvorstellungen der Vorfahren Cargo-Kulte, Krisenkulte, Sonnentanz, moderner Schamanismus der Tuwiner

Retraditionalisierung[17]

Reaktivierung bestimmter Elemente einer überlieferten Lebensweise Rückkehr zu traditionellen Wirtschaftsweisen, Wiederbelegung der Folklore oder Folklorisierung

Re-Indigenisierung[18]

Organisierte Wiederbelebung und Reinterpretation traditioneller Elemente Wildreis-Vermarktung durch Anishinabe-Indianer, Re‑Indigenisierung der kolumbianischen Paez, Kulturelle Renaissance bei den Māori Neuseelands – Wiedererstarken der ethnischen Identität
Theorien des sozialen Wandels
Mit den sogenannten „Nomadenschulen“, in denen samischen Kinder eine minimale Bildung zugebilligt wurde, versuchte man in Schweden bis in die 1940er Jahre den Kulturwandel bei der Urbevölkerung Lapplands zu verhindern. Es gibt zahlreiche Beispiele für solche Lenkungsversuche bei indigenen Völkern, zumeist jedoch mit der Ziel der Akkulturation.

Theorien des sozialen Wandels gehen von einer zeitlichen Abfolge von Strukturformen und Strukturprinzipien aus,[19] im Gegensatz zu Evolutions- und Fortschritts-Theorien, welche den Geschichtsablauf quasi-teleologisch mit einer unilinearen Entwicklung darstellen.

Aspekte des sozialen Wandels, die die Neuentstehung oder Aufgliederung von sozialen Positionen, Lebenslagen und/oder Lebensstilen betreffen, werden als Soziale Differenzierung bezeichnet.

Raymond Boudon unterscheidet 1. reproduktive Prozesse, 2. kumulative Prozesse, 3. Prozesse der Transformation.[20] Eine Sonderform radikalen sozialen Wandels ist nach Ralf Dahrendorf die Revolution.

Die Bestimmung der Ursachen von sozialem Wandel ist recht komplex. Versuche, den Wandel monokausal durch einen einzelnen Faktor zu erklären (z. B. durch technische Entwicklung, ökonomische Basis, Kultur, Religion etc.), gelten damit als ungeeignet. Man geht vielmehr von einer weitreichenden Interdependenz der sozialen Handlungsfelder und Bereiche aus, wobei einzelne Bereiche anderen Bereichen vorauseilen können.

William Fielding Ogburn prägte den Begriff „sozialen Wandel“ und führt ihn auf technische Erfindungen zurück.
Karl Marx sah die Triebkraft für sozialen Wandel in der Verschärfung der Widersprüche zwischen der Entfaltung der Produktivkräfte und den bestehenden Produktionsverhältnissen und den dadurch ausgelösten Klassenkämpfen.
Vilfredo Pareto erklärte sozialen Wandel mit der Zirkulation der Eliten.
Talcott Parsons sah Modernisierung als Fortschritt (funktionalistische Lesart), der mit einem verbesserten Bildungssystem einhergeht, effizienteren Wettbewerb hervorruft und mit einem Zugewinn an Wohlstand verbunden ist.
Ralf Dahrendorf sah den sozialen Wandel hervorgerufen durch den "Antagonismus von Anrechten und Angebot", der sich im sozialen Konflikt "zwischen fordernden und saturierten Gruppen" entlädt.[21]
Anthony Giddens sieht die Ursachen des sozialen Wandels in Faktoren der Umwelt, der Kultur und der Politik. Die Fortschrittselemente des sozialen Wandels seien Sesshaftigkeit und Verstädterung.

Moderne mehrdimensionale Theorien des sozialen Wandels haben gemeinsam, dass sie ihr Hauptaugenmerk auf Interessengegensätze, Konflikte und Entwicklungsrückstände und die dadurch erzeugten sozialen Spannungen richten. Weitere Untersuchungen gehen der Frage nach, wie der soziale Wandel gezielt politisch beeinflusst werden kann.
Debatte und Kritik
Symbol einer allgemeingültigen Weltkultur mit ähnlichen Wertvorstellungen oder eher die „Standarte der Eroberer“?

„Kein vernünftiger Mensch kann bezweifeln, dass unsere westliche Zivilisation ein System ist, das aus dem Gleichgewicht geraten ist.“

– Konrad Lorenz[22]

Während die verschiedenen gesellschaftskritischen Strömungen unserer Zeit in der Regel bestimmte Aspekte des Wandels beanstanden, richten sich verschiedene Kritiken gegen den Wandel an sich.
Globalisierung
Wohin mag der Weg in die globale Zukunft führen? Shuar-Mädchen auf einer Straße im ecuadorianischen Regenwald

In der Globalisierungsdebatte entstand die Befürchtung, dass die weltweite Verbreitung marktwirtschaftlicher Strukturen und der damit verbundene Transport eurozentrischer Werte die kulturelle Vielfalt gefährden würde, indem überall die gleiche Art von Kulturwandel eintrete. George Ritzer prägte dafür den Begriff „McDonaldisierung“. Eine solche Sichtweise unterschätzt jedoch den freien Willen der vom Wandel „Betroffenen“ und der Eigendynamik der Entwicklung, wie einige Wissenschaftler betonen.[23]

Zweifelsohne ist eine große kulturelle Vielfalt nicht nur aus romantischen Gründen oder als Reise-Anreiz für die Tourismus-Branche wünschenswert. Sie stellt einen wichtigen Vorrat an alternativen Ideen und Lebenskonzepten dar und ist daher höchst schützenswert! Diese Erkenntnis führte 2001 zur UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt. Kulturelle Vielfalt wird dabei als eine der Wurzeln des Wandels betrachtet, als Weg zu einer erfüllteren intellektuellen, emotionalen, moralischen und geistigen Existenz.

Trotz des ehrenvollen Ansatzes besteht hier eine wesentliche Problematik: So wie Entwicklungspolitik die Gefahr birgt, fremden Kulturen einen Weg zu bereiten, der nicht mit ihren eigenen Strukturen vereinbar ist, so kann das „Einfrieren oder Lenken“ des Wandels, wie es die UNESCO-Richtlinie impliziert, auch nachteilige Auswirkungen haben. So gibt es einige Beispiele, die belegen, dass die Umsetzung der Richtlinie im Rahmen des Tourismus einen eigendynamischen Wandel verhinderte. Im Falle der Akhafrauen aus Laos legten der Staat fest, welches Verhalten „authentisch“ wäre und welches nicht. Dies blockierte jedoch einen Wandel zu mehr Selbstbestimmung der Frauen, der aufgrund der ohnehin bereits verwestlichten Rahmenbedingungen eingetreten wäre.[23]
„Krankhafter“ Wandel
Ist die menschliche Zivilisation eine Krankheit der Erde?

Auch für menschliche Gesellschaften gelten die Gesetzmäßigkeiten für selbsterhaltende, sich wandelnde (sog. autopoietische) Systeme (u. a. Ökosystem, Lebewesen), wie Niklas Luhmann nachgewiesen hat. Daraus ergibt sich allerdings auch eine latente Instabilität, die umso größer ist, je komplexer das System und je schneller der Wandel seiner Elemente.[24]

Vor diesem Hintergrund haben einige Autoren extrem kulturpessimistische Kritiken entwickelt, die die derzeitige Entwicklung als „krankhaft“ betrachten.

Edward Goldsmith, Träger des alternativen Nobelpreises, belegt in seinem „Ökologischen Manifest“, dass es keinen dauerhaften wirtschaftlich-technischen Fortschritt geben kann, ohne die kritische Ordnung der natürlichen Systeme zu beeinträchtigen.[25]

Nach Auffassung des Philosophen Erich Fromm begünstigt der gesellschaftliche Wandel die negativen Charaktereigenschaften des Menschen: Habgier, Materialismus, Oberflächlichkeit, Destruktivität und eine zunehmende Hinwendung zum Leblosen – zu Technik, Bürokratie und Finanzen, die er als „Nekrophilie“ bezeichnete.[6][26]

Eine populäre Kritik des Konsumismus haben John de Graaf, David Wann und Thomas Naylor vorgelegt. Sie bezeichnen den Überfluss unserer Zeit als krankhaften Zustand der Gesellschaft, den sie „Affluenza“ nennen. Als Symptome dieser Krankheit nennen die Autoren Schulden, die Überproduktion von Waren, Unmengen an Müll sowie Angstzustände, Gefühle der Entfremdung und Verzweiflung. Hervorgerufen sei die Krankheit durch die Habgier.[27]

Der indigene US-amerikanische Historiker Jack Forbes betrachtete den gesamten Zivilisationsprozess seit der Entstehung der ersten Hochkulturen als Krankheit der Menschheit. Die Symptome dieser sich krebsartig ausbreitenden Seuche – der „Wétiko-Psychose“ – seien Gewaltverherrlichung, Habgier, Perversion und Arroganz, die zu einer zunehmenden Vergewaltigung von Mensch und Natur führe.[28]
Literatur

Volker Bornschier: Westliche Gesellschaft – Aufbau und Wandel. Seismo Verlag 1998. ISBN 3-908239-66-4.
Achim Bühl: Die virtuelle Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Sozialer Wandel im digitalen Zeitalter, VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden 2000. ISBN 3-531-23123-5.
Walter Ludwig Bühl: Sozialer Wandel im Ungleichgewicht. Zyklen, Fluktuationen, Katastrophen. Lucius + Lucius 1999, ISBN 3-8282-4510-2.
Ansgar Weymann: Sozialer Wandel: Theorien zur Dynamik der modernen Gesellschaft. Juventa Verlag, Weinheim/München 1998. ISBN 377991462X
Lars Clausen: Krasser sozialer Wandel, Opladen: Leske + Budrich 1994.
Hans Peter Dreitzel: Sozialer Wandel. Zivilisation und Fortschritt als Kategorien der soziologischen Theorie. Luchterhand, Neuwied 1972.
Shmuel N. Eisenstadt: Tradition, Wandel und Modernität. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1988, ISBN 3-518-57119-2.
Norbert Elias: Über den Prozeß der Zivilisation, 1939.
Karl Heinz Hillmann: Wertwandel, 1986.
Hans-Peter Müller/Michael Schmid: Sozialer Wandel. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1995, ISBN 3-518-28772-9.
William F. Ogburn: Social Change. With Respect to Culture and Original Nature. New York: B. W Huebsch 1922.
William F. Ogburn: Kultur und sozialer Wandel. Ausgewählte Schriften. Neuwied: Luchterhand 1965.
Bernhard Schäfers: Sozialstruktur und sozialer Wandel in Deutschland. Mit einem Anhang: Deutschland im Vergleich europäischer Sozialstrukturen. 8., vollst. neu bearb. Aufl., UTB (Stuttgart) 2004. ISBN 3-8252-2186-5.
Hermann Strasser/Susan C. Randall u. a.: Einführung in die Theorien des sozialen Wandels. Luchterhand Verlag 1979, ISBN 3-472-75113-4.
Günter Wiswede/Thomas Kutsch: Sozialer Wandel. Zur Erklärungskraft neuerer Entwicklungs- und Modernisierungstheorien, 1978. ISBN 3-534-07571-4.
Wolfgang Zapf (Hrsg.): Theorien des Sozialen Wandels, 1969.
Rainer Zoll (Hrsg.): Ein neues kulturelles Modell. Zum soziokulturellen Wandel in Gesellschaften Westeuropas und Nordamerikas, Opladen 1992. ISBN 3-531-12419-6.

Siehe auch

Sozialer Prozess
Soziokulturelle Evolution
Revolution; Industrielle Revolution
Anastrophe (Soziologie); Katastrophensoziologie

Einzelnachweise

Das Politiklexikon. Website der Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 28. Juli 2013.
Fuchs-Heinritz, W.; Klimke, D.; Lautmann, R.; Rammstedt, O.; Stäheli, U.; Weischer, C.; Wienold, H. (ggf.Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. Springer VS, Berlin 1981.
Stefan Immerfall: Sozialer Wandel in der Moderne. Neuere Forschungsergebnisse zum Prozeß gesellschaftlicher Modernisierung im 19. und 20. Jahrhundert. neue politische literatur, 36, 1991, S. 5–48.
M. B. Schiekel: Dhammapada – die Weisheitslehren des Buddha. (Moderne Pali-Deutsch Übersetzung). Herder Spektrum, Freiburg 1998.
Dietmar Treichel und Claude-Hélène Mayer (Hrsg.): Lehrbuch Kultur: Lehr- und Lernmaterialien zur Vermittlung kultureller Kompetenzen. Waxmann, Münster 2011.
Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität Reinbek 1977. S. 184
Jan Assmann: Das kulturelle Gedächtnis: Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. Beck, München 2013.
Forum Sprachkritik, Stichwort: „Innovation“
Bettina Eckl und David Prüm: Einführung in Entwicklungsländerstudien, Teil III: Entwicklungsstrategien. Kapitel 31: Entwicklungstheorien. Hochschule der Medien, Stuttgart 1998/99.
Claude Lévi-Strauss: Strukturale Anthropologie II, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975.
Arnold Groh: Kulturwandel durch Reisen: Faktoren, Interdependenzen, Dominanzeffekte. in „Begegnung und Verhandlung: Möglichkeiten eines Kulturwandels durch Reise“, herausgegeben von Christian Berkemeier, Katrin Callsen und Ingmar Probst, LIT Verlag, Münster 2004, S. 13–31.
Werner Stangl: Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, Stichworte: Akkulturation und Enkulturation, abgerufen am 21. März 2015.
Stichwort Assimilation. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Karl von Ossietzky-Universität, Oldenburg, abgerufen am 21. März 2015.
Dieter Haller u. Bernd Rodekohr: dtv-Atlas Ethnologie. 2. vollständig durchgesehene und korrigierte Auflage 2010, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 978-3-423-03259-9. S. 87–89.
Jacqueline Knörr: Postkoloniale Kreolität versus koloniale Kreolisierung.In: Paideuma 55. S. 93–115.
Walter Hirschberg (Begründer), Wolfgang Müller (Redaktion): Wörterbuch der Völkerkunde. Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005. S. 314.
Uta Dossow: Traditionelle Muster in neuem Gewand. Schwindler-Tuch und Mmaban-Stoffe. In: Baessler-Archiv – Beiträge zur Völkerkunde. Band 52, D. Reimer, Berlin 2004, ISSN 0005-3856. S. 208.
Eva Gugenberger: Titel. LIT-Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-643-50309-1. S. 58–59.
Wolfgang Schluchter: Die Entwicklung des okzidentalen Rationalismus. Eine Analyse von Max Webers Gesellschaftsgeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck): Tübingen 1979. ISBN 3-16-541532-3. S. 13
Raymond Boudon: La logique du social. Introduction à l'analyse sociologique. Hachette Littérature. 1979. Kap. V, VI
Ralf Dahrendorf: Der moderne soziale Konflikt. DVA, Stuttgart 1992, S. 8.
Konrad Lorenz: Der Abbau des Menschlichen, Piper, München 1986
Fernand Kreff, Eva-Maria Knoll, Andre Gingrich (Hrsg.): Lexikon der Globalisierung. transcript Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1822-8, Schlagwort: „Kulturwandel“ S. 220–223.
Eine Einführung in die Systemtheorie selbstreferentieller Systeme nach Niklas Luhmann Homepage „www.systemische-beratung.de“, Dr. Joachim Wenzel, Dipl Pädagoge. Abgerufen am 29. Juli 2013
Edward Goldsmith: Der Weg. Ein ökologisches Manifest. 1. Auflage, Bettendorf, München 1996. S. 219
Erich Fromm: Haben oder Sein. 1976, ISBN 3-423-36103-4.
John de Graaf, David Wann, Thomas Naylor, Affluenza. Zeitkrankheit Konsum, Riemann, München 2002

Jack D. Forbes: Columbus and Other Cannibals: The Wétiko Disease of Exploitation, Imperialism, and Terrorism, Seven Stories Press 2008, ISBN 1-58322-781-4

Kategorie:

Sozialer Wandel

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Droht ein Kulturwandel?

Beitragvon Weltbookadmin47 » 28. Mai 2015 16:27

https://www.deutschland.de/de/topic/pol ... lturwandel
Droht ein Kulturwandel?
Die Wahlen zum Europäischen Parlament Ende Mai 2014 können zur Richtungswahl werden.

6. März 2014 von Josef Janning


Zum achten Mal bestimmen die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) Ende Mai 2014 die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments (EP) in direkter Wahl. Rolle und Einfluss des Parlaments sind seit seiner ersten Direktwahl 1979 erheblich gewachsen; die Abgeordneten sind heute einer der beiden Pfeiler der EU-Gesetzgebung, gegen ihr Votum können die meisten Rechtsakte der EU, der Haushalt, die Aufnahme neuer Mitglieder oder internationale Verträge nicht in Kraft treten. Der Slogan „Handeln, Mitmachen, Bewegen“, mit dem das Parlament seit geraumer Zeit für die Wahl wirbt, soll deutlich machen, dass das Parlament zu einer einflussreichen Volksvertretung herangewachsen ist. Die Wahlentscheidung 2014 ist daher von größerem Gewicht als je zuvor – ob die Bürgerinnen und Bürger entsprechenden Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen, steht dahin: Bisher lag die Beteiligung an der Europawahl immer deutlich unter der nationaler Wahlgänge.

Dieses Missverhältnis rührt aus einer Reihe von Besonderheiten des EU-Parlaments. An seinem Gewicht gemessen führt es eher ein Schattendasein. Selten prägen seine Debatten die öffentliche Diskussion über Europa; die Gestaltungsrolle der Parlamentarier ist den Menschen zumeist nicht bekannt. Aufmerksamkeit erzielt mitunter die Weigerung des Parlaments, Verträge zu ratifizieren (wie das „Open Skies“-Abkommen zum transatlantischen Luftverkehr 2007 oder das ACTA-Abkommen gegen Produktpiraterie 2012), oder die Verabschiedung des Haushalts der EU zu blockieren wie zuletzt 2013. Das Recht, eigene Gesetzentwürfe einzubringen, besitzt das EU-Parlament im Unterschied zu den nationalen Parlamenten allerdings ebenso wenig wie die Budgethoheit. Seine Mehrheit trägt auch keine Regierung, denn die Europäische Kommission ist trotz ihrer fortschreitenden Politisierung eine Behörde mit dem Privileg der Gesetzesinitiative – dem Parlament fehlt die vereinfachende Teilung in Regierungsfraktion und Opposition.

Das Europäische Parlament ist nicht einfach zu verstehen für die rund 375 Millionen Wahlberechtigten. Gäbe es nicht die derzeit acht politischen Gruppen, von denen sich sieben jeweils zu einer Fraktion zusammengeschlossen haben, ginge angesichts von mehr als 150 Parteien im EP jede Übersicht verloren. Die Gruppen bilden im Ungefähren die großen politischen Familien in den meisten Mitgliedsstaaten ab, an ihren Benennungen ist dies jedoch nicht gleich zu erkennen. Dies dürfte sich mit diesem Jahr ändern: Zum ersten Mal treten die Parteigruppierungen mit europaweiten Spitzenkandidaten an. Für die Sozialdemokraten wird dies der derzeitige Präsident des EU-Parlaments, der Deutsche Martin Schulz, sein. Für die Europäische Volkspartei wirbt ­Luxemburgs langjähriger Regierungschef Jean-Claude Juncker, die europäischen Liberalen ALDE ziehen mit dem früheren belgischen Regierungschef Guy Verhofstadt und dem EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung Olli Rehn als Spitzenkandidaten in die Europawahlen. Die Grünen setzen auf die Deutsche Ska Keller und den Franzosen José Bové. Hintergrund dieser Personalisierung ist die Bestimmung des Vertrags von Lissabon, nach der sich die Regierungschefs bei ihrem Vorschlag für den künftigen Präsidenten der EU-Kommission an den Ergebnissen der Wahlen zum Europäischen Parlament orientieren sollen.

Die deutschen Parteien gehen überwiegend mit einer eindeutig proeuropäischen Botschaft in den Wahlkampf. Sozialdemokraten und Christdemokraten, Grüne und Liberale sprechen sich in ihren Wahlprogrammen für eine Fortsetzung der bisherigen Integration und eine starke Europäische Union aus, Schritte zu „mehr Europa“ sollen möglich bleiben. Die Unterschiede zwischen ihnen liegen in Einzelfragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Europa und den Themen Gerechtigkeit oder Regelungsdichte auf europäischer Ebene. Demgegenüber unterstreicht „Die Linke“ ihre Ablehnung der Euro-Rettungspolitik; die „Alternative für Deutschland“ betont ihre Ablehnung der gemeinsamen Währung und wirbt für einen Rückzug der EU auf den gemeinsamen Markt.

751 Sitze werden mit der Wahl vergeben, nach dem Vertrag von Lissabon weniger als bisher, da der Charakter eines „Arbeitsparlaments“ mit den Erweiterungen der EU nicht verloren gehen soll. Aus Deutschland werden deshalb mit 96 Abgeordneten drei weniger kommen als gegenwärtig. Weil die Wahl auf der Basis nationaler Wahlgesetze stattfindet, unterscheidet sich der Wahlmodus wie der Wahltag in verschiedenen Mitgliedsstaaten. Gravierender für die Akzeptanz des Parlaments wirkt die „degressive Proportionalität“ der Sitzzuordnung. Sie bevorzugt die Vertretung kleinerer EU-Staaten und entspricht damit der Stimmgewichtung im Ministerrat der EU. Im Ergebnis kommt in Frankreich, Deutschland oder Italien auf etwa 850 000 Einwohner ein Abgeordneter; in Dänemark, Finnland oder Irland sind es schon zwei, in Estland vier, in Luxemburg oder Malta zehn. Während eine Mindestsitzzahl unter demokratiepolitischen Gesichtspunkten unstreitig sein dürfte, erscheint die Ungleichgewichtung der Wählerstimmen problematisch.

Diese Frage wird jedoch nicht im Zentrum des Europa-Wahlkampfs stehen. Bedeutsamer werden die unterschiedlichen Interpretationen der Finanz- und Schuldenkrise in der EU und die daraus abgeleiteten Ansprüche und Ziele wirken. Zudem hat sich über die Frage der Zuwanderung und Binnenmigration in der EU eine neue Konfliktlinie aufgetan, welche die öffentliche Meinung polarisiert. Nahezu überall sind EU-skeptische oder rechtspopulistische Strömungen und Parteien entstanden und gewachsen, die bereits jetzt viele Debatten mitbestimmen. Das Gewicht der Krise und die einfachen Erklärungen vieler Europakritiker werden einen Kulturwandel im nächsten EP auslösen; vieles spricht dafür, dass in der kommenden Legislaturperiode mehr Kritiker im Parlament Platz nehmen werden als je zuvor.

Für die Arbeit des EP bedeutet dies eine neue Herausforderung: Die Mehrheitsfindung wird schwieriger werden und vielleicht eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den großen Fraktionen der Europäischen Volkspartei und der Sozialdemokraten erzwingen. Das künftige Parlament wird sich wohl nicht mehr als Gralshüter der Idee Europas gegen die einzelstaatlichen Interessen präsentieren können; zu viele seiner Mitglieder wollen offenbar nicht mehr, sondern weniger Europa, wollen nicht mehr Handlungsfähigkeit auf europäischer Ebene, sondern diese zugunsten der nationalen Politik und Parlamente beschneiden. Die Befürworter der Integration werden bessere Argumente finden müssen. Wenn es darüber gelingt, das Plenum zu einem Ort lebendiger Debatten zu machen, an dem die Erwartungen und Sorgen der Bürger zusammenkommen, muss dies kein Nachteil für Europa sein. ▪

Der Europaexperte Josef Janning ist Mercator-Fellow des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin.
Tags:
Europawahl
Europäisches Parlament
Spitzenkandidaten
Martin Schulz
Jean-Claude Juncker
Hintergrund-Artikel
Politik
Grundpfeiler der Demokratie
Staat
Deutschland in Europa
6. März 2014 von Josef Janning
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Die arabische Kultur

Beitragvon Weltbookadmin47 » 28. Mai 2015 16:50

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bild arabische kultur.jpg (7.44 KiB) 2853-mal betrachtet
https://de.search.yahoo.com/yhs/search?hspart=Elex&hsimp=yhs-elex_22find&p=kulturen+in+arabischen+l%E4ndern&type=b30250mpwa
Die arabische Kultur
Bis heute sind viele Länder von der arabischen Kultur geprägt, auch wenn von dem einstmals riesigen Reich nicht mehr viel übrig geblieben ist
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Die Wahrheit: »Kulturabbruch durch Masseneinwanderung bildungsferner Migra

Beitragvon Weltbookadmin47 » 13. Jun 2015 21:02

bild kulturabbruch.jpg
bild kulturabbruch.jpg (154.15 KiB) 2836-mal betrachtet
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/udo-ulfkotte/die-wahrheit-kulturabbruch-durch-masseneinwanderung-bildungsferner-migranten-.html

Die Wahrheit: »Kulturabbruch durch Masseneinwanderung bildungsferner Migranten«
Udo Ulfkotte

Politik und Medien sind geübt im Lügen. Angeblich gibt es in Deutschland immer mehr »Arme«, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens haben. Das ist kein Wunder, wenn man das Land mit Menschen aus Staaten der Dritten Welt flutet, die keinen Schul- oder Bildungsabschluss haben, immer öfter Analphabeten sind und dafür sorgen werden, dass Renten-, Pflege- und Sozialversicherungen endgültig zusammenbrechen werden.



Professor Herwig Birg ist in Deutschland der Begründer der Bevölkerungsforschung. Jedes Entwicklungsland hat an den Universitäten mehrere Lehrstühle und Forschungseinrichtungen für Bevölkerungsforschung, weil die Thematik untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen eines Landes verknüpft ist. Nur Deutschland ist das einzige Land der Welt, welches auf Druck der Politik alle (früher drei) Institute für Bevölkerungsforschung geschlossen und durch Lehrstühle für Gender-, Schwulen und Transgenderstudien ersetzt hat. Deutsche Politiker brauchen offenkundig keine wissenschaftlichen Daten zur Bevölkerungsentwicklung.



Sie wissen, wie man auf die »Überalterung« der Gesellschaft reagiert und öffnen einfach die Grenzen, damit jene, die kein anderes Land haben will, bei uns eine Zukunft finden. Auf die Idee, dass Kinder der eigenen Bevölkerung die Zukunft eines Landes sind, ist in den letzten Jahren kein deutscher Politiker gekommen. Denn junge Familien zu ermuntern, Kinder zu bekommen, erinnert Politik und Medien in Deutschland an dunkelste Nazi-Zeiten. Wenn deutsche Familien Kinder bekommen, dann ist das irgendwie »rechts«. Politisch korrekt ist es heute, wenn Schwule und Transgendervertreter Kinder adoptieren und diese gendergerecht auf den ersten multikulturellen Tuntenball vorbereiten.

Professor Herwig Birg, der schon erwähnte Begründer der Bevölkerungsforschung, ist inzwischen 76 Jahre alt und hat mit Die alternde Republik und das Versagen der Politik jetzt ein Sachbuch geschrieben, welches das bekannteste Werk zur Alterung der Gesellschaft (Das Methusalem-Komplott von Frank Schirrmacher) fachkundig zerreißt und uns dabei zugleich auch noch drastisch aufzeigt, wie wir mit Zuwanderung unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören. Schon im Vorwort schreibt Birg, dass der frühere FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher ein ganzes Land mit seiner irrwitzigen Behauptung zum Narren gehalten habe, wonach die Steigerung der Lebenserwartung unser Hauptproblem sei. Schirrmacher habe »den Blick dafür verstellt, dass die niedrige Geburtenrate Deutschlands und nicht die steigende Lebenserwartung die entscheidende Ursache der Alterung, Schrumpfung und aller übrigen demografischen Probleme bildet«.


Professor Birg prognostiziert uns ganz nüchtern den Zusammenbruch der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, weil es einen immer stärkeren Verteilungskampf geben wird. Wirklich spannend wird das Buch für mich im Kapitel »Der Einfluss von Geschlecht und Bildung auf die Lebenserwartung«. Der Wissenschaftler schreibt auf Seite 96, dass die Bildung eines Menschen zu »80 Prozent durch die Intelligenz bestimmt« werde, »die nach dem heutigen Kenntnisstand wiederrum zu 50 bis 80 Prozent genetische Ursachen hat«. Ich dachte, so etwas dürfe man heute nicht mehr schreiben und erinnerte mich beim Lesen dieser Passage an Thilo Sarrazin und an die Debatte um den Einfluss der Gene auf die Intelligenz eines Menschen.



Doch Professor Birg ist kein zweiter Thilo Sarrazin, sondern zitiert in Die alternde Republik und das Versagen der Politik aktuelle wissenschaftliche Studien, die scheinbar über jeden Zweifel erhaben sind. Die Zusammenhänge von Lebenserwartung, Intelligenz und Bildung erklärt er auch dem größten Skeptiker überzeugend mit aktuellen Studien an 5,2 Millionen männlichen deutschen Rentenbeziehern durch die Deutsche Rentenversicherung. Mithilfe dieser Daten wird deutlich: Wer die höchste Bildung hat, der erzielt auch das höchste Einkommen und hat die höchste Lebenserwartung. Die deutsche Studie deckt sich mit den Ergebnissen von Studien aus anderen Ländern (etwa aus Finnland, Seite 97).



Vor diesem Hintergrund skizziert Birg die durchschnittlich niedrige Bildung von Migranten, die eine extrem schlechte schulische und berufliche Bildung aufweisen und zu einem erheblichen Teil von Sozialhilfe leben (Seite 122). Die Schlussfolgerungen, die er daraus zieht, sind politisch ganz sicher nicht korrekt (Seite 125): »Der in Deutschland drohende Kulturabbruch durch die Einwanderung bildungsferner Bevölkerungsgruppen ist im Gegensatz zu einem wirtschaftlichen Rückschlag ein für Generationen irreversibler Vorgang. So wie es für eine Familie nichts Schlimmeres gibt, als wenn ihre Kinder ohne Ausbildung das Erwachsenenalter erreichen, so kann es für ein Land nichts Nachteiligeres geben, als die Einheimischen um vermeintlicher wirtschaftlicher Vorteile willen in großem Maßstab durch bildungsferne Populationen zu ersetzen.«


Wirklich schockiert und nachdenklich gemacht hat mich eine andere Passage des Buches. Politik und Medien behaupten ja, dass durch die Einwanderung die Alterspyramide verändert und die demografischen Probleme gelöst werden könnten. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Die derzeit praktizierte Einwanderungspolitik wird alle Probleme extrem verschärfen. Birg schreibt: »Die im Alter von z.B. 30 Jahren Zugewanderten gehören jedoch nach drei Jahrzehnten zur Gruppe der 60-Jährigen und Älteren, deshalb hat die Einwanderung nach Deutschland einen doppelten Effekt: Sie bewirkt kurz- und mittelfristig eine Verjüngung der Bevölkerung, langfristig schwächt sich der Verjüngungseffekt jedoch wieder ab und verkehrt sich in sein Gegenteil. (…) Wollte man den Anstieg der Altersquotienten in Deutschland durch Einwanderung Jüngerer stoppen, müssten nach den Vorausberechnungen der UN bis 2050 netto 188 Millionen Menschen mehr nach Deutschland ein- als auswandern.« Insgesamt vier Mal zitiert Professor Birg in Die alternde Republik und das Versagen der Politik die Vorausberechnungen der Vereinten Nationen, welche es auch für viele andere Länder der Welt gibt.



Es gibt offenkundig keinen Wissenschaftler, der die Zahlen bestreitet – nur Politik und Medien ignorieren sie. Die Wahrheit lautet demnach: Die deutsche Bevölkerung müsste jedes Jahr 3,4 Millionen junge Zuwanderer aufnehmen und von derzeit 82 auf 299 Millionen im Jahr 2050 ansteigen, um den Altersquotienten zumindest konstant zu halten (Seite 110). Auf rund 240 Seiten erklärt uns Wissenschaftler Birg, wie illusorisch das ist. Klar ist am Ende: Wir werden bald schon mindestens bis zum 72. Lebensjahr arbeiten müssen, um überhaupt noch eine Rente zu bekommen. Und die wird dann wohl nur noch halb so hoch sein, wie man es heute erwarten würde. Birg schlägt als eine von vielen Lösungen eine Rentenkürzung bei Kinderlosen vor (Seite 157). Und er legt überzeugend dar, dass wir an dieser Lage nichts durch noch so viel Einwanderung verändern werden (Seite 180): »Zuwanderungen aus dem Ausland sind auf Dauer kein Ersatz für Geburten im Inland«.



Professor Birg spricht in Die alternde Republik und das Versagen der Politik von fünf »demografischen Plagen«: Dem immer größeren Interessengegensatz zwischen den alten und jungen Generationen, zwischen den Menschen mit und ohne Kinder, zwischen den Regionen, zwischen Zugewanderten und nicht Zugewanderten und dem Finanzkonflikt. Er lässt den Leser am Ende seines spannenden und lehrreichen Buches eher fröstelnd zurück. Er nennt noch einmal die großen Katastrophen und politischen Umwälzungen der Deutschen: Weltkriege, Hyperinflation, Flucht und Vertreibung, Teilung Deutschlands und Wiedervereinigung. Und er erinnert daran, wie dieses Land einmal größte wissenschaftliche Leistungen in Serie hervorbrachte, sichtbar auch an der Rekordzahl von Nobelpreisen – und wie sich die Kette des Niedergangs und der deutschen Katastrophen nun fortsetzt. Dieses Mal in Form eines beispiellosen demografischen Niedergangs im 21. Jahrhundert.



Was zu tun ist? Professor Birg gibt auf diese Frage schon auf Seite elf seines Buches eine Antwort. Dort zitiert er einen der ranghöchsten Vertreter der deutschen Wirtschaft, der ihm am Rande des Berliner Demographieforums gesagt habe: »In Deutschland lässt sich das Ruder nicht mehr herumreißen. Meine vier Söhne werden alle aus Deutschland auswandern.« Professor Birg findet es skandalös, dass unsere Wirtschaftselite so denkt. Und er entwickelt Ideen, wie man das Ruder noch herumreißen könnte. Im letzten Kapitel schlägt er beispielsweise vor, bei der Vergabe von Arbeitsplätzen, Eltern zu bevorzugen und Mütterquoten einzuführen (Seite 205). Aber wahrscheinlich glaubt er selbst nicht, dass er in Zeiten, in denen sich die Politik am liebsten um Gender-, Schwulen- und Transsexuellenproblemchen kümmert, außerhalb der wenigen noch normal denkenden Menschen, Gehör finden wird.


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Leser-Kommentare (70) zu diesem Artikel
13.06.2015 | 20:00
Dieter

13.06.2015 | 10:43
Loup,
es ist durchaus möglich, das diese Menschen auf eine gewisse Weise besetztz sind. Zumindest handeln sie wie ein Geist. Welcher wohl?

Wer sagt eigentlich, dass in Deutschland unbedingt 82´000´000 Menschen leben müssen. Es wäre für die Natur doch viel günstiger, wenn es wieder weniger Menschen geben würde.

13.06.2015 | 19:59
DeepestPurple

Hallo NorbertE! Ich bin eine Ostbirne und kenne daher die Schulbildung der DDR gut. Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich meine Generation aus dem Osten viel auf ihre Schulbildung und Erziehung einbildet. Bekamen wir nicht jede Menge ideologisch korrekten Stoff eingerichtet? Bildung sollte den Menschen in die Lage versetzen, sich auf der Basis allgemein anerkannter Tatsachen und historischer Fakten sich selbst ein Urteil bilden zu können. Davon war man mit der Bildung und...

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13.06.2015 | 19:02
Reisfresser

@ Huber"Ich behaupte mal einfach so:Die Deutschen sind ....."Sie haben es erkannt,ich bin ganz ihrer Meinung.Deutschland ist nur noch eine Hüpfburg für Gehirnkrüppel.Ein Volk das seine Vergangenheit verteufelt und auf die eigenen Großeltern spuckt und welches zeitgleich die eigenen Kinder den Wölfen zum Fraß vorwirft,wird nicht nur vom Erdball verschwinden sondern es muss auch verschwinden.Ich bin schon dabei ,meine Auswanderung vorzubereiten weil ich diese BRD-Kloake...

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13.06.2015 | 18:15
lümrod

@ Irish Rover: Für alle richtigen Argumentationsbeispiele die sie anführen gibt es genau so viele Gegenbeispiele sodaß die Schlußfolgerungen sehr fraglich sind. Insbesondere die alten Hochkulturen im nahöstlichen und nordafrikanischen Bereich sind einige durch Kriege untergegangen die meisten aber durch Zuwanderung vonMenschen (sehr oft nomadisierender) aus primitiveren Kulturen mit wesentlich geringerer Schaffenskraft.Ebenso hat es in der Geschichte auch gegenteilige...

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13.06.2015 | 18:10
NorbertE

@lümrod 10:13 Die DDR hat bei aller Ideologie genau gewusst, dass man mit ungebildeten Idioten nicht viel anfangen kann. Deswegen wurde in eine solide Bildung und ein umfassendes Allgemeinwissen investiert. An einen Aufstand der gebildeten Bürger glaubte man anfangs nicht (bis zum Schluss eigentlich), da parallel zur Bildung ja die gleichzeitige Heranziehung der "sozialistischen Persönlichkeit" erfolgte: Das Individum ist nichts, nur die Gemeinschaft zählt. Darauf kann...

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13.06.2015 | 18:05
Klarseher

95 Prozent der Flüchtlinge fühlen sich und sind es auch tatsächlich, nämlich Eroberer des alten Kontinents. Das Wort Flüchtlinge wird einfach von den Mainstream- Medien immer und immer wieder missbraucht, um die dumme Deutsche Durchschnittsbevölkerung weiterhin dumm zu halten. Schaut Euch doch die randvollen Boote an. Weitestgehend junge potente Männer, ohne Ausbildung oder gekauften Zeugnissen mit dem Auftrag jeden erhaschten Euro nach Hause zu schicken, um weitere Nachzügler zu...

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Deutschland: Tabuthema Kirchenschändungen

Beitragvon Weltbookadmin47 » 16. Jul 2015 11:04

bild kirchenschändung.jpg
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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/deutschland-tabuthema-kirchenschaendungen.html

16.07.2015


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Deutschland: Tabuthema Kirchenschändungen
Udo Ulfkotte

Deutsche Gutmenschen scheinen einen besonderen Gefallen daran zu haben, kriminelle Muslime in Kirchen zu verstecken. Schließlich werden diese ja »verfolgt« – von der Polizei. Solche »Flüchtlinge« haben die Lektion verstanden und rauben nun immer öfter ungeniert Kirchen aus. Es ist ein Tabuthema, darüber zu sprechen. Denn mit der Beute aus ihren Raubzügen wollen sie den Dschihad unterstützen.



Kaum zu glauben sind die Raubzüge von Muslimen in unseren Kirchen, mit denen sie die Islamisierung finanzieren wollen. Seit Dezember 2013 gab es erst in Nordrhein-Westfalen und dann auch in mehreren anderen Bundesländern unerklärliche serienmäßige Einbrüche in Kirchen. Im Januar 2015 bestätigte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger dann, dass die Täter Muslime waren: Mustapha A., Kais B. O., Lazhar B. O., Sofien B. O., Omar B. O., Anoaur J., Ali Ö., Usman A. und Mirza Tamoor B. wollten mit der Beute den Heiligen Krieg zur Ausbreitung des Islam unterstützen.

Die Muslime begannen ihre Einbruchsserie in der Pfarrkirche Sankt Franziskus im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen. Dort drangen sie in das Pastoralbüro ein und entwendeten Schlüssel für andere Kirchen der Gemeinde, zudem eine Liste, auf der nachzulesen war, welcher Schlüssel zu welcher Kirche gehört. Sie raubten dann die Kölner Kirchen Sankt Monika in Bilderstöckchen sowie Sankt Joseph und Sankt Marien in Nippes aus.



Dort wurden Tresore leergeräumt, in einem Fall der Tresor abtransportiert. Es wurde Bargeld in vierstelliger Höhe gestohlen. Und weil sie so erfolgreich waren, brachen sie in immer mehr Kirchen ein. Besonders erschreckend: Die Muslime galten als Vorbilder bei der Integrationsbereitschaft, unterstützten den Dialog der Religionen – und nutzten in Wahrheit nur die Gutgläubigkeit der »Ungläubigen« aus.



Alle bedeutenden Leitmedien in Deutschland schauten weg, als das bekannt wurde. Die Raubzüge von Muslimen in deutschen Kirchen wurden von deutschen Journalisten wie ein Staatsgeheimnis behandelt. Und was passierte, als in den ausgeraubten deutschen Kirchen bekannt wurde, wer die Täter waren? Es gab Gebete und Gottesdienste für die Täter. Eins der Gebete für die jungen muslimischen Räuber lautete:

Beten wir vor allem für Jugendliche, die keinen Halt haben und der Propaganda schutzlos ausgeliefert sind. Unser Schutz ist unser Glaube und der Rosenkranz. Stellen wir auch sie unter diesen Schutz. Beten wir aber auch für die Christen in Europa, dass sie dieser Aggression mit Liebe und Güte statt mit Hass begegnen können. Mögen alle erkennen, dass Hass nur weiteren Hass provoziert.

So ist das heute im »Mekka Deutschland«. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch grauenvoller. In den italienischen Dolomiten liegt das Nonstal. Und in Cles, dem größten Ort dieses Tals, leben heute auch Muslime. Ein 67 Jahre alter Muslim hat im Januar 2015 den Altar und wertvolle sakrale Gegenstände aus dem 18. Jahrhundert in der Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt von Cles zerstört. Zwei Monate zuvor störte er eine christliche Messe im Ort und schlug mit einem Stock auf die Betenden ein. Dabei rezitierte er Koransuren.



Vor Gericht rechtfertigte er seine Tat mit dem Koran, nannte das Christentum eine »Irrlehre« und kündigte an, einigen Menschen den Kopf abzuschneiden. Die Richter hatten viel Verständnis für den frommen Mann und verurteilten ihn – zu ein paar Tagen Hausarrest. Milde Urteile und viel Verständnis ermuntern zu neuen Taten. Und wenige Tage nach der Zerstörung der Kirche in den Dolomiten traf es die Kirche St. Barnabas in Perugia, wo fünf Mitbürger die Marienstatue vom Sockel rissen, zerschlugen und dann auf sie urinierten.



Das alles geschieht Land für Land in Europa. Politik und Medien schweigen dazu. Im Frühjahr 2014 etwa hat der aus Ghana stammende Moslem Ibrahim A. in Wien die Heiligenfiguren in zahlreichen christlichen Kirchen zerstört, auch im Wiener Stephansdom. Und innerhalb von nur drei Monaten meldete die französische Internetplattform L’Observatoire de la Christianophobie 2014 folgende muslimische Aggressionen gegen christliche Gotteshäuser und andere kirchliche Einrichtungen in Westeuropa: Nach dem Sieg der algerischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Südkorea bei der Fußball-WM in Brasilien versuchten algerischstämmige »Jugendliche« im Siegesrausch in Lyon eine Kirche in Brand zu setzen.



Mitte Juli 2014 wurden im ostfranzösischen Verdun drei Kirchen verwüstet und geplündert. Kurz darauf wurde der Friedhof Saint-Just in Laon in Nordfrankreich geschändet. Im bretonischen Plégnier wurden wertvolle Fenster der Kirche Notre Dame de Soumission durch Steinwürfe zerstört. Bekennende Christen und ihre Häuser gelten inzwischen in Frankreich als Freiwild.



Kein Wunder, dass die Serie antichristlicher Aggressionen von Muslimen im französischsprachigen Raum nicht abreißt. In Genf wurde ein junger Moslem dabei erwischt, als er gerade ein großes Denkmal der Reformation mit Hammer und Meißel »bearbeitete«. Im belgischen Lüttich wurde Ende August 2014 die Kirche Saint Pierre zum wiederholten Mal geschändet. Im September schließlich brannte die Kirche von Lignon in Vernier bei Genf unter dem Beifall junger Araber.



Und was vor unseren Augen in Italien, Österreich und Frankreich geschieht, das gibt es auch in Griechenland und vor allem auf der Insel Kreta. Dort sind es nach Polizeiangaben arabische Jugendliche, welche gezielt orthodoxe Klöster und Kirchen schänden und islamische Slogans auf die Innenwände der häufig Jahrhunderte alten Wandmalereien sprühen.



Das alles mögen auf den ersten Blick isolierte Einzelfälle sein. Zusammen ergeben sie jedoch ein Bild. Und zwar auch in Deutschland. Denn auch die schon erwähnten Kirchenschändungen von Muslimen in Deutschland sind eben keine isolierten »Einzelfälle«. Einige weitere Beispiele: Am Heiligen Abend 2014 haben im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt Muslime die Christmesse gestört. Sie stürmten in die Kirche und riefen den Betenden zu: »Scheiß Christen«.



Und es sollen nach Angaben des evangelischen Informationsdienstes IDEA muslimische türkisch-arabische Jugendliche gewesen sein, die Mitte 2013 die evangelische Kirche in Garbsen bei Hannover bis auf die Grundmauern niederbrannten. Wie aber reagieren wir, wenn es den Verdacht gibt, dass Muslime bei uns eine Kirche abgebrannt haben? Wenige Tage nach dem Kirchenbrand schlug man in Garbsen vor, einer Straße einen türkischen Namen zu geben, als Geste des Friedens an die Garbsener Türken.



Zurück zu den brennenden Kirchen. Auch das ist in Deutschland heute kein »Einzelfall«. Im Oktober 2014 etwa traf es die koptische Kirche in Berlin-Lichtenberg. Vor dem Brandanschlag hatten »arabisch sprechende« Personen die christlichen Kopten wegen ihres Glaubens beleidigt.



Am Rande sei erwähnt, dass nach der angeblich so demokratischen Revolution in Tunesien einer der ersten Schritte der neuen Machthaber darin bestand, die christlichen Kreuze der wenigen in Tunesien existierenden (koptischen) Kirchen mit Müllsäcken verhüllen zu lassen. Der »Arabische Frühling« hat den dort lebenden Christen seither das tiefste Mittelalter zurückgebracht. In Deutschland blenden Politik und Medien das aus Gründen der politischen Korrektheit einfach aus. Das ist die politisch korrekte Realität im islamisierten »Mekka Deutschland«.


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Leser-Kommentare (9) zu diesem Artikel
16.07.2015 | 11:49
Sandotter

Was momentan weltweit mit den Christen und anderen Religionen außerhalb des Islams passiert, müsste doch den Vatikan in absolute Alarmbereitschaft versetzen. Doch da kann man lange darauf warten. Im Gegenteil, es wird immer wieder zur Toleranz gegen diese intolerante Religion aufgerufen. Könnte es sein, dass der Papst gar nicht der Vertreter Gottes auf Erden ist, sondern mit anderen Mächten im Bunde steht? Warum wird das "ECHTE 3. GEHEIMNIS" von Fatima nicht der...

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16.07.2015 | 11:46
Sandotter

Die Wessis haben sich nach der Wiedervereinigung immer als die klügeren Deutschen hervor gehoben. Aber, ich glaube, dass ist eine diese Verirrungen. Es wird seit gut zehn Jahren hier zugelassen, dass unsere Republik von ehemaligen StaSi IM´s und Altkommunisten zerflückt wird. Und jeder schaut hier zu. Wenn das mit Intelligenz zu tun hat, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Alle Ministerien sind mit diesen Leuten durchzogen. Eine Liste hier aufzuführen, würde jeglichen...

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16.07.2015 | 11:30
Dr. Mengele

"IM Viktoria" Kahane sagt, "der Osten sei zu weiß" und sie würde es sehr begrüßen, wenn sich dies bald ändere. Sie ist ebenso ein Günstling der Stasi-BRD, wie auch der Altkommunist Kretschmann.

16.07.2015 | 11:27
Sandotter

@ linksfreiDer Islam - eine friedliche Religion? Ich lese doch wohl nicht richtig. Genauso so ist das mit den Verirrungen, die Sie hier ansprechen. Nur genau anders herum Der Islam ist das Intoleranteste Gebilde, dass man sich überhaupt vorstellen kann. So etwas brauchen wir weder in Europa, noch in Deutschland. Wenn diese dumme Merkel der Ansicht ist, dass der Islam zu Deutschland gehört, dann kann man das nicht für voll nehmen. Diese Politiker haben den Auftrag, unser Land und...

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16.07.2015 | 11:09
Tom

Man möchte meinen, dass sich eines der ältesten und megareichsten Religionsunternehmen der Welt selber der muslimischen Landnahme erwehren könnte. Schließlich sitzen deren Vertreter überall in der Politik, im zwangsfinanzierten Staatspropagandafunk usw. mit drin. Bei uns herrscht übrigens die CDU, eine Religionspartei. Die Frage ist daher: Weshalb unterstützen diese Glaubensverkaufs-Unternehmen die Elendseinwanderung mittelalterlich anmutender Primitivvölker? Welches Ziel...

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16.07.2015 | 11:08
RICHARD BAER

Tja, all das sind die talmudischen "Segnungen" der Wallstreet-Diktatur mit seiner "EU"-Filiale.
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Weltbookadmin47
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Verfälschung der deutschen Sprache

Beitragvon Weltbookadmin47 » 24. Aug 2015 10:39

bild wir wollen klares deutsch.jpg
bild wir wollen klares deutsch.jpg (15.09 KiB) 2657-mal betrachtet
http://www.wer-weiss-was.de/t/verfaelschung-der-deutschen-sprache/6888011
Verfälschung der deutschen Sprache

Hallo,

ich komme beruflich oft in den spanischen, italienischen und englischen Sprachraum. Bin also oft in den entspr. Städten der Großstädte. In keinem Land konnte ich feststellen, daß fremdsprachliche Inhalte sprachlicher Art, oder in Form von gedruckten Werbungen so großen Einfluss gefunden haben, wie in Deutschland.
Es gibt in der Sprache/Werbung von England, Spanien, Italien keine fremden deutschen, englischen, französischen oder spanischen Wort- oder Werbeinhalte.
Wenn ich nun unsere deutsche Umgangssprache aktuell betrachte bzw. anhöre, so ergibt sich der Eindruck, daß die deutsche Sprache nicht mehr ausreicht, um eine Aussage zu machen. Ebenso in der Werbung.
Meine Frage ist daher, weshalb ein Land - in diesem Fall das Volk von Deutschland - es nötig hat, diese fremdsprachlichen Inhalte in seine doch ausdrucksvolle Sprache zu integrieren? Danke für die Antwort.

Grüsse fuerte

[hannes_201737]
Kommentar von hannes_201737
10.06.2012 02:42
Re^2: Verfälschung der deutschen Sprache
Hallo!
Mein Fazit: Entlehnte Wörter sind wirklich nicht so sinnlos
und schädlich, wie man meinen mag.

Was findest du daran so sinnvoll und nützlich, wenn man - ein Beispiel für viele - statt Nudeln nur noch Pasta hört?
Gruß!
H.
[Andr_M_ller]
Kommentar von Andr_M_ller
10.06.2012 03:03
Re^3: Verfälschung der deutschen Sprache
Ich nehme mal an, die bekannte Katz-und-Goldt-Zeichnung hat dich auf die Frage gebracht:


Mein Fazit: Entlehnte Wörter sind wirklich nicht so sinnlos
und schädlich, wie man meinen mag.

Was findest du daran so sinnvoll und nützlich, wenn man - ein
Beispiel für viele - statt Nudeln nur noch Pasta hört?

Das ist ja nicht der Fall. Die Leute sagen nicht "Pasta" statt Nudeln, die Leute sagen zusätzlich "Pasta" für alle Teigwaren einer bestimmten Art (was Pasta eben beschreibt). So dürfte Lasagne auch eine Art Pasta sein, allerdings sagt niemand dazu "Nudeln". Nicht-italienische (oder sagen wir: nicht-europäische) Nudeln werden auch nicht als Pasta bezeichnet. Glasnudeln sind gewiss keine Pasta, auch keine chinesischen oder georgischen Maultaschen oder Dampfbrötchen. Die letzten beiden sind auch keine Nudeln.
Auch Tortellini werden wohl kaum als Nudeln bezeichnet, wohl aber als Pasta.

Wir haben's bei "Nudeln" und "Pasta" also nicht mit Synonymen zu tun, wovon eins das andere verdrängt, sondern von Wörtern mit verschiedenen, sich überschneidenden Bedeutungen. Da wo sich die beiden Bereiche überschneiden (also bei den prototypischen Bandnudeln, Spaghetti, Makkaroni usw. im europäischen Stil) präferieren einige Leute eben den Ausdruck "Pasta", wo andere "Nudeln" sagen.
Ich lege dir da auch den Wikipedia-Artikel ans Herz:
de.wikipedia.org
Pasta

Pasta (italienisch für Teig) ist in der italienischen Küche die Bezeichnung für Teigwaren aus Hartweizengrieß, Kochsalz und Wasser in vielen Größen und Formen. In China waren Nudeln mindestens seit den Zeiten der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) bekannt. In einem der ältesten schriftlichen Belege ist von Nudeln, gedämpften Teigtaschen und Klößchen die Rede. Auch im Griechenland der Antike waren Nudelgerichte bekannt. In etruskischen Gräbern sind sie durch Abbildungen von Geräten zur N...
(besonders der erste Satz stimmt meiner Einschätzung auch zu: "...italienische Nudeln aus Hartweizengrieß, Kochsalz und Wasser...")

Die deutsche Sprache kommt auch prima ohne das Wort "Pasta" aus, da müsste man dann an den sich nicht mit "Nudeln" überschneidenden Bereichen andere Begriffe verwenden, etwa "Teiggerichte" (was aber auch wieder andere Dinge beinhaltet, wie etwa Eierkuchen, die ja aus Teig bestehen, aber weder Nudeln noch Pasta sind). Da das Wort bereits längst etabliert ist, können wir eine schöne neue Klassifizierung in unserer Sprache treffen, die recht ökonomisch ist.

Ich danke dir für das exzellente Beispiel eines nützlichen, Lehnwortes. smile

Guten Appetit!
- André
[Kolloquium]
Antwort von Kolloquium
10.06.2012 12:54
Re: Verfälschung der deutschen Sprache
Wenn ich nun unsere deutsche Umgangssprache aktuell betrachte
bzw. anhöre, so ergibt sich der Eindruck, daß die deutsche
Sprache nicht mehr ausreicht, um eine Aussage zu machen.
Ebenso in der Werbung.
Meine Frage ist daher, weshalb ein Land - in diesem Fall das
Volk von Deutschland - es nötig hat, diese fremdsprachlichen
Inhalte in seine doch ausdrucksvolle Sprache zu integrieren?

Unsere Sprache hat gar nichts "nötig", alles, was hinzukommt, ist eine BEREICHERUNG, die es schon immer gegeben hat und (hoffentlich) weiterhin geben wird. Nicht ganz richtig ist der Eindruck, dass andere Sprachen sich nicht des Deutschen bedienen würden, Beispiele dazu gibt es zuhauf: Schlagbaum in russisch = Schlagbaum, Kindergarten in amerikanisch = Kindergarden ....

Eine Sprache, die im stetigen Wandel ist, ist eine gute, lebendige Sprache. Im "gestorbenen" Latein kam nichts mehr hinzu, ein klares Indiz dafür, dass sie "tot" ist. Allein in diesem Text, den ich oben geschrieben habe oder in unserem täglichen Miteinander benutzen wir seit Jahrhunderten Worte, die aus dem Jiddischen, Arabischen, Französischen usw. kommen. Niemand hat sich je darüber aufgeregt im Gegensatz zu heute, wo wir, zugegebenermaßen recht viele, Anglizismen in unsere Sprache einfügen. Wir verfälschen oder verwässern aber damit unser Deutsch nicht, sondern bleiben modern, aktuell, lebendig, fortschrittlich.

Oder glaubst du, dass du, wenn du eine Jacke anziehst, dann einen Kaffee trinkst, dazu ein Buch liest und schließlich mit dem Auto durch einen Tunnel fährst, echtes, altes, "unverfälschtes Deutsch gesprochen/geschrieben hast?

Ich empfehle die Lektüre "Sprachen die Neandertaler englisch?", in der lebhaft und leicht vielerlei Etymologie erklärt wird.

LG
Kollo
[Denker_a_D]
Kommentar von Denker_a_D
10.06.2012 19:20
Re^2: Verfälschung der deutschen Sprache
alles, was hinzukommt,
ist eine BEREICHERUNG

Nein. Weder ist ALLES eine Bereicherung, noch ist ALLES eine Verfälschung. Es gibt Fremdwörter, die haben unsere Sprache bereichert (weil sie z.B. eine neue Ausdrucksmöglichkeit bieten), es gibt Fremdwörter, die haben die Sprache eher ärmer gemacht (weil sie z.B. mehrere differenzierende Begriffe verdrängt haben.)

Ich denke, amn aknn auch sprachliche Veränderungen differenziert und auf der Basis von sachlichen Überlegungen betrachten, ohne in einen Pauschales "Alles Neue ist toll" oder "Alles Neue ist böse" zu verfallen. Leider tut das kaum jemand. .-)

Gruß,
Max
[Nicolle_Bischofberger]
Kommentar von Nicolle_Bischofberger
10.06.2012 23:35
Re^3: Verfälschung der deutschen Sprache
bieten), es gibt Fremdwörter, die haben die Sprache eher ärmer
gemacht (weil sie z.B. mehrere differenzierende Begriffe
verdrängt haben.)

Hallo,

magst Du dafür mal ein Beispiel nennen?
Mir fällt keines ein. Gerade der Exkurs zur Pasta/Nudel hat doch gezeigt, dass Lehnwörter eher eine präzisere Ausdrucksweise ermöglichen.

Nicolle
[Denker_a_D]
Kommentar von Denker_a_D
11.06.2012 01:05
Re^4: Verfälschung der deutschen Sprache
magst Du dafür mal ein Beispiel nennen?

Dazu würde ich zum Beispiel schwammige Begriffe zählen wie "innovativ" oder "interessant", deren Beliebtheit gerade darin besteht, daß sie so schön ungestimmt sind. Auch "Event" ist kein sehr differenzierender Begriff, ein "Event" kann von der Party bis zur Messe eigentlich alles sein. Wenn ein schwammiger Begriff inflationär gebraucht wird und damit präzisere Begriffe verdrängt, betrachte ich das als eine Verarmung. (Es sei denn, man sieht die Möglichkeit, sich schwammig auszudrücken, als eine Bereicherung der Sprache an.)

Schwammigkeit macht die Sprache auf Dauer momoton und langweilig, ist aber auch kein Privilieg von Fremd- oder Lehnwörtern. Ich würde deshalb auch keinen Unterschied machen zwischen "innerdeutschen" Sprachveränderungen und solchen, die von "außen" kommen. Ein Wort ist nicht automatisch gut oder schlecht, nur weil es neu oder alt oder deutsch oder fremd ist. Es ist gut oder schlecht, wenn es gut oder schlecht ist.

Gruß,
Max
[Andr_M_ller]
Kommentar von Andr_M_ller
11.06.2012 04:16
Re^5: Verfälschung der deutschen Sprache
Hallo Denker,
Solche pauschalen und unüberlegten Aussagen bin ich von dir gar nicht gewohnt. Hyperonyme verdrängen Hyponyme, und das soll schlecht sein? "Verarmung der deutschen Sprache"? Das ist doch Aberglaube.

magst Du dafür mal ein Beispiel nennen?

(ich wollte übrigens die gleiche Frage stellen)

Dazu würde ich zum Beispiel schwammige Begriffe zählen wie
"innovativ" oder "interessant", deren Beliebtheit gerade darin
besteht, daß sie so schön ungestimmt sind. Auch "Event" ist
kein sehr differenzierender Begriff, ein "Event" kann von der
Party bis zur Messe eigentlich alles sein. Wenn ein
schwammiger Begriff inflationär gebraucht wird und damit
präzisere Begriffe verdrängt, betrachte ich das als eine
Verarmung. (Es sei denn, man sieht die Möglichkeit, sich
schwammig auszudrücken, als eine Bereicherung der Sprache an.

Natürlich ist das eine Bereicherung der Sprache.
Denn das ist ja gerade eine wichtige Sache: schwammig bleiben zu können, wenn man das möchte. Auch deswegen halten sich Lehnwörter. Ein Event kann viele verschiedene Sachen beschreiben, ist aber nicht deckungsgleich mit dem Wort "Ereignis" (der Tod eines Verwandten ist ein Ereignis, aber selten ein Event; eventuell sind aber alle Events Ereignisse?). Wenn man nun nicht immer von "Partys, Konzerten, Theateraufführungen, Straßenfesten, Liveübertragungen und Messen" reden möchte, kommt einem ein Hyperonym bzw. ein vager Ausdruck sehr gelegen. Andernfalls wären auch Klassenbezeichnungen wie "Gemüse", "Währungen", "Tiere" oder "Feste" schwammig. Stellen diese Ausdrücke keine Bereicherung für die Sprache dar?

Schwammigkeit macht die Sprache auf Dauer momoton und
langweilig, ist aber auch kein Privilieg von Fremd- oder
Lehnwörtern.

Da hast du nicht gründlich genug über den Nutzen von vagen Ausdrücken nachgedacht. Stell dir vor, es gäbe keine vagen Ausdrücke, und du müsstest immer EXAKT sagen, was du möchtest, auch wenn du dich nicht festlegen willst. Jedesmal müsstest du alle Marken nennen, statt einfach "Auto" zu sagen, oder du müsstest wie gesagt von Gemüse sprechen, wenn du stattdessen genauere Ausdrücke wie Erbsen, Bohnen, Mais oder Möhren verwenden könntest.
Nein, Vagheit ist in der Sprache seit jeher ein wichtiges Prinzip. Sie macht die Sprache vielleicht auf Dauer langweilig, aber dadurch leidet nicht die Sprache, sondern die Rede. Denn übertriebene Vagheit ist kein sprachliches, sondern ein diskursbezogenes Phänomen. Wenn ein Politiker sich schwammig ausdrückt, liegt das ja an ihm und nicht an der deutschen Sprache oder ihrem angeblichen Verfall.

Die Sprache verliert ja nur an Wörtern, wenn diese nicht mehr nötig genug sind, niemals entstehen dabei Lücken. Logisch betrachtet können häufig genutzte nützliche Wörter gar nicht verschwinden, da sie ja immer gebraucht werden. Es entstehen so also keine Lücken. Sollte tatsächlich mal ein Lehnwort als Hyperonym ein existierendes deutsches Wort mit exakterer Bedeutung erfolgreich verdrängen, bedeutet das ja nur, dass das Wort nicht wichtig genug für die Mehrheit der Sprecher ist. Niemand kann alle Wörter der deutschen Sprache kennen und aktiv benutzen. Natürlich fallen immer wieder Wörter raus, die keinen Nutzen mehr haben.
Ein Dreschflegel ist heute für Nichtbauern nicht mehr relevant, daher werden viele den Ausdruck nicht mehr kennen. Er stirbt also nach und nach aus und bleibt als Jargonausdruck noch in einigen Kreisen erhalten. Da man heute nicht mehr so viel mit Schwertern zu tun hat, kennt auch kaum jemand Bezeichnungen verschiedener Schwerttypen, dadurch scheint der Oberbegriff "Schwert" diese Wörter zu verdrängen. Ist das schade? Nein. Die Wörter sind nur nich mehr in Gebrauch, sie sind nicht gleich weg.
Nun kommt auch ein Wort wie Pasta ins Deutsche, bezeichnet italienische Teigwaren aller Art, v.a. Nudelarten. Noch sind Nudeln für uns wichtig, noch unterscheiden wir gerne zwischen Spaghetti, Makkaroni, Tortellini, Lasagne und Farfalle. Viele andere Nudelarten kennen wir Deutschen gar nicht, weil sie für uns nicht so wichtig sind (z.B. Spaghettoni), sie fallen mit Oberbegriffen zusammen, aber unsere lieben Makkaroni möchten wir nicht missen. Diese Wörter werden sich halten, so lange bis irgendwann Nudeln einmal völlig out sind und keine Unterscheidung mehr nötig. Erst dann wird der Begriff Nudeln oder gar Pasta die anderen Sachen verdrängt haben. Und dann ist's auch nicht mehr schade drum, weil es ja alte ungebräuchliche Begriffe sind, die man bei Bedarf noch nachschlagen kann (dadurch habe ich gestern von "Spaghettoni" gelesen). Kein Grund zur Sorge also. Die deutsche Sprache leider hier nicht.


Ein Wort ist nicht automatisch gut oder
schlecht, nur weil es neu oder alt oder deutsch oder fremd
ist. Es ist gut oder schlecht, wenn es gut oder schlecht ist.

Wörter sind nicht gut oder schlecht. Es gibt keine "guten" und "schlechten" Wörter. Daher erübrigt sich dein letzter Satz, da er eine Tautologie ist und nur auf subjektivem Eindruck beruht. Objektiv gesehen gibt es keine guten und schlechten Wörter. Wörter bezeichnen einfach das, worauf sie referrieren.

Grüße,
- André

P.S.: Zu guter Letzt fällt mir ein Zusammenfall zweier Wörter in der Umgangssprache ein, der damit zu begründen ist, dass die Unterscheidung nicht mehr getroffen wird, nicht mehr wichtig ist, sondern großteils nur künstlich aufrecht erhalten wird. Lustigerweise führt ihre angebliche Falschverwendung praktisch nie zu Missverständnissen: nämlich "dasselbe" vs. "das gleiche" — in der Umgangssprache ist das vielerorts schon seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, gleichbedeutend (sollte das nicht "selbbedeutend" heißen?). Manche Leute regen sich drüber auf, man solle die Unterscheidung doch treffen. Aber warum? Wäre die Unterscheidung in der Sprache wichtig, würden die Wörter ja nicht zusammenfallen. Sprache reguliert sich selbst, das kennt man ja. Andere Sprachen (wie das Englische) kommen prima ohne diese Unterscheidung aus.
"Dasselbe" wird hier zu einem Hyperonym und verdrängt damit (vielleicht nicht vollständig) "das gleiche". Das stört Sprachpuristen, und nur die. Den Sprecher, der diesen Ausdruck benutzt, stört es nicht, da wie gesagt, praktisch keine Missverständnisse auftauchen. Sollte es doch einmal wichtig werden, einen Unterschied zu machen, lässt sich dieser auch anders ausdrücken (wie das ja auch im Englischen geschieht). Ich denke, das Beispiel zeigt ganz gut, dass man sich über vage Ausdrücke, Bedeutungsverschiebungen, Lehnwörter und andere natürliche Arten des Sprachwandels nicht aufregen braucht — sie stellen keine Gefahr dar, im Gegenteil, sie garantieren Sprachökonomie.
[Denker_a_D]
Kommentar von Denker_a_D
11.06.2012 17:33
Sprachkritik und Gesellschaftskritik
Hallo Andre,

das wird jetzt richtig kompliziert. smile Ich versuche dennoch, es mal grob zu vereinfachen.

Wenn ich Sprache rein linguistisch betrachte, sehe ich das ganze genauso wie Du. Eine zusätzliche Ausdrucksmöglichkeit ist eine Zeichen für Vielfalt, egal, was man damit anstellt. Linguistik ist da völlig wertfrei. "Sozialverträgliches Frühableben" ist ein völlig korrektes Wort. Schön, daß wir das so sagen können. smile

Betrachte ich das ganze dann aus der Sicht der Stilistik und der Verständlichkeitsforschung, stelle ich fest: "Sozialverträgliches Frühableben" ist ein Blähwort. Es ist blaß und unnötig lang, es verschleiert, warum es eigentlich geht - nämlich sterben. Es macht die Sprache unklarer. Wer es verwendet, obwohl er klar kommunizieren möchte, spricht stilistisch schlechtes deutsch.

Nehme ich als drittes dann die Gesellschaftskritik hinzu, frage ich mich: Vielleicht will derjenige gar nicht klar kommunizieren? Und wenn ja: Warum nicht? Welche Ansicht steckt dahinter?

Sprachkritik bewegt sich für mich immer eher auf diesen beiden zweiten Ebenen. Es gibt wenig sprachliche Veränderungen, die aus linguistischen Gründen kritisch zu betrachten sind. Wenn jemand "Stet's heiße Würst'l" schreibt, dann sind die linguistischen Argumente, warum wir das nicht zur Norm erheben sollten, eher die schwächeren, die stilistischen und gesellschaftskritischen die Stärksten.

Der Blödsinn, den die meisten Sprachkritiker machen, ist der, daß sie Sprache aus der Sprache heraus ablehnen, aber nicht sagen können, was gena daran nun schlecht sein soll. "Es ist ist schlecht, weil's früher anders war, basta aus!" Das ich das vehement ablehne, weißt Du. *lächel* Sprachliche Veränderungen an sich sind in der Regel völlig wertfrei zu betrachten. Hinterfragen kann man aber in der Regel die Gründe, warum eine bestimmte sprachliche Veränderung so begeistert aufenommen wird, und diese Motive kritisieren.

Ein Freund von mir hat darüber einen sehr klugen Text geschrieben:
http://www.apostroph.de/motivation.php

Eine Geste an sich ist auch völlig wertfrei - sich die Hände schütteln ist nicht besser als die Nase reiben. Trotzdem wäre es bedenklich, würde jemand mit der erhobenen Rechten grüßen - er müsste sich fragen lassen, ob er nun unwissend ist oder unsebsibel oder dumm oder ein Neonazi.

Solche pauschalen und unüberlegten Aussagen

Ganz und gar nicht pauschal. smile Und auch nicht unüberlegt. Du kennst mich doch ... Ich habe auch nichts grundsätzlich gegen Hyperonyme oder sagen wollen, daß Hyperonyme grundsätzlich die Sprache verarmen. Nur, daß der inflationäre Gebrauch bestimmer Hyperonyme aus Sicht der Stilistik, Verständlickeitsforschung, Gesellschaftkritik nergativ zu sehen ist.

Wenn man nun nicht immer von "Partys, Konzerten,
Theateraufführungen, Straßenfesten, Liveübertragungen und
Messen" reden möchte, kommt einem ein Hyperonym bzw. ein vager
Ausdruck sehr gelegen.

Klar. Ich bin mir sicher, jeder der dieses Wort benützt, ist früh darüber, daß es dieses Wort gibt.

Andernfalls wären auch
Klassenbezeichnungen wie "Gemüse", "Währungen", "Tiere" oder
"Feste" schwammig.

Sind sie auch. Und ja, natürlich gibt es Situationen, in denen diese Vagheit völlig angebracht und nützlich ist. Der Gemüsehändler ist froh, nicht alle 234 Sorten über die Tür schreiben zu müssen, und ich bin froh, dieses Schild nicht lesen zu müssen, um zu wissen, daß es hier Gemüse gibt. Würde aber auf der Speisekarte bei jedem Gericht nur noch "Fleisch mit Gemüse" stehen, ganz egal, ob es nun ein "Steak mit Kartoffeln" oder "Lamm mit Bohnen" ist, dann wäre das für mich als Gast aber ärgerlich. Ein Begriff wie "Event" wird aber häufig in dieser zweiten Art verwendet und desinformiert dadurch mehr, als dass er aufklärt.


Stellen diese Ausdrücke keine Bereicherung
für die Sprache dar?

Linguistisch - ja. Stilistisch und inhaltlich - nicht in jedem Fall.

Stell dir vor, es gäbe keine vagen
Ausdrücke, und du müsstest immer EXAKT sagen, was du möchtest,
auch wenn du dich nicht festlegen willst.

Das wäre manchmal ein Segen für den Empfänger, wenn sich Sprecher genau überlegen müssten, was sie eigentlich sagen wollen, und sich festlegen müssten. smile

Nein, Vagheit ist in der Sprache seit jeher ein wichtiges
Prinzip.

Mit Sicherheit.

Denn übertriebene Vagheit ist kein sprachliches, sondern
ein diskursbezogenes Phänomen. Wenn ein Politiker sich
schwammig ausdrückt, liegt das ja an ihm und nicht an der
deutschen Sprache oder ihrem angeblichen Verfall.

Der Begriff "deutsche Sprache" geht für mich über die reine Linguistik hinaus und umfasst auch solche Aspekte. Das ist schlicht eine Definitionsfrage, über die wir uns nicht streiten müssen.

Ein Wort Wort ist sicher nicht auschließlich gut oder schlecht. Aber es gibt Wörter, deren häufiger Gebrauch an bestimmten Stellen hinterfragt werden kann ist, und die dadurch zumindest in ihrer häufigsten Verwendung ein "schlechtes Wort" sind.

Gruß,
Max
[michael_f7f5bc]
Antwort von michael_f7f5bc
09.06.2012 17:35
Re: Verfälschung der deutschen Sprache
hi,

goethe:

Sinnreich bist du, die Sprache von fremden Wörtern zu säubern,
Nun so sage doch, Freund, wie man Pedant uns verdeutscht.
(aus den "xenien")

lit.:
de.wikipedia.org
Deutscher Sprachpurismus

Unter deutschem Sprachpurismus (auch: Sprachreinigung) versteht man Bestrebungen, die deutsche Sprache von Fremd- und Lehnwörtern zu reinigen, indem man diese durch passende oder passend erscheinende deutsche Wörter ersetzt oder neue deutsche Wörter bildet. In Deutschland trifft die Bezeichnung Sprachpurismus laut Peter von Polenz eher für die sprachpflegerischen Bemühungen im 17. und 18. Jahrhundert zu, die nicht nur zwischensprachlich gegen Fremdwörter gerichtet, sondern auch innersprachlich au...

(der artikel ist - meine ich - recht gut.)

vermutlich hat keine sprache so gelitten wie die deutsche unter dem nazi-regime. das wirkt generationen nach: richter und henker statt dichter und denker. popmusik und computertechnologie haben das ihre zur verbreitung des englischen beigetragen. und deutsch ist definitiv in vielen fällen verdammt sperrig und im einzelfall sehr schwierig. deutsch klingt für viele ohren nicht unbedingt elegant und angenehm, sondern scharf, hart.

lit.:
mark twain über das deutsche:
http://gutenberg.spiegel.de/buch/1671/2
http://www.alvit.de/vf/de/mark-twain-die-schrecklich...

oder auch der schriftsteller daniel glattauer (damals noch journalist)
/t/deutsche-treter/3552617

"hope that helps" smile

m.
[ujk]
Antwort von ujk
12.06.2012 09:52
Re: Verfälschung der deutschen Sprache
Hallo,

Wenn ich nun unsere deutsche Umgangssprache aktuell betrachte
bzw. anhöre, so ergibt sich der Eindruck, daß die deutsche
Sprache nicht mehr ausreicht, um eine Aussage zu machen.
Ebenso in der Werbung.

wobei gerade hier der Schuß nach hinten losgehen kann, weil die fremdsprachlichen Kenntnisse der Deutschen überschätzt werden. Der Slogan "Come in and find out" soll von der Mehrheit der Befragten mit "Kommen Sie herein und finden Sie wieder heraus" übersetzt worden sein.

MfG,

ujk
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Sprachwächter beklagen Anglizismen in der deutschen Sprache

Beitragvon Weltbookadmin47 » 24. Aug 2015 18:11

Sprachwächter beklagen Anglizismen in der deutschen Sprache
06.09.2012 | 08:02 Uhr
Foto: /dapd/Sebastian Willnow

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) beklagt eine zunehmende Verenglischung. "Die deutsche Alltagssprache wird durch den Gebrauch von sinnlosen Anglizismen verdrängt", sagte der Vizechef und Sprecher der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, Jörg Bönisch, in Halle der Nachrichtenagentur dapd anlässlich des Tags der deutschen Sprache am Samstag.

Halle (dapd-lsa). Der Verein Deutsche Sprache (VDS) beklagt eine zunehmende Verenglischung. "Die deutsche Alltagssprache wird durch den Gebrauch von sinnlosen Anglizismen verdrängt", sagte der Vizechef und Sprecher der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, Jörg Bönisch, in Halle der Nachrichtenagentur dapd anlässlich des Tags der deutschen Sprache am Samstag.

Dabei gehe es bei der Beurteilung nicht um Lehnwörter. "Ergänzen Wörter aus anderen Sprachen die deutsche Sprache sinnvoll, sehen wir keinen Anlass zur Kritik", sagte Bönisch am Donnerstag. Der Verein betrachte mit Sorge die Entwicklung, dass ausdrucksstarke deutsche Wörter durch englische Begriffe ersetzt werden, wo es nicht sein müsse, wie beispielsweise Highlight für Höhepunkt. "Niemand sollte sich seiner deutschen Muttersprache schämen", sagte Bönisch.

Seinen Angaben zufolge zählt der Anglizismen-Index, ein Verzeichnis über den Einfluss englischer Vokabeln auf die deutsche Allgemeinsprache, inzwischen 7.400 Wörter. Jedes Jahr kämen 100 neue dazu. Mit der Vereinsarbeit wollen die Sprachfreunde, wie sie sich selbst bezeichnen, die Verdrängung der deutschen Alltagssprache durch Anglizismen aufhalten. Der VDS forderte daher die Deutschen auf, sich stärker auf die eigene Sprache zu besinnen.

Der Appell, bewusster mit der deutschen Sprache umzugehen, richte sich insbesondere an Politik und Wirtschaft. Eine Hauptforderung des Vereins ist Bönisch zufolge die Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz. "Die Muttersprache muss in Deutschland Bestandteil der Verfassung werden."

dapd

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Sprachlosigkeit: die Zerstörung der deutschen Sprache

Beitragvon Weltbookadmin47 » 24. Aug 2015 18:18

Sprachlosigkeit: die Zerstörung der deutschen Sprache

Veröffentlicht am 8. Januar 2014 von buergerstimme in Gesellschaft // 14 Kommentare

Die blinde Rache der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges hat bis zum heutigen Tage nicht nur die politische Souveränität Deutschlands getroffen. Unbeschadet der Tatsache, dass die Österreicher und die Schweizer selbst mitten im deutschen Sprachraum stehen, hat sie auch die deutsche Sprache voll getroffen.

Felix Austria, beiläufig bemerkt, stand seltsamerweise nach dem Krieg gar nicht im Blickpunkt der Sieger. Zwar waren der Hauptverantwortliche für den Holocaust, der Diktator Hitler sowie einer seiner übelsten Vollstrecker, Eichmann, gebürtige Österreicher. Die Bösen waren in den Augen der Welt aber seltsamerweise nur die Deutschen, obwohl doch ihr Führer nur seine österreichische Heimat eingliedern wollte.

Die deutschsprachige Schweiz und Österreich innerhalb der deutschen Sprachgemeinschaft sowie alle anderen deutschen Lande hatten davon profitiert, dass das Deutsche bis zum Kriege eine der wichtigsten Sprachen in Kultur und Wissenschaft in der Welt war. In der Mathematik, der Philosophie, der Psychologie, besonders aber im Ingenieurwesen, der Physik und Chemie kam kein Forscher ohne Kenntnis der deutschen Sprache sehr weit. Dass jetzt sogar schweizerische Diplomanden, selbst wenn sie Arbeiten im Fachbereich Germanistik vorlegen, diese in englischer Sprache annoncieren müssen, ist ein beabsichtigter Kollateralschaden.

Die Degradierung der deutschen Sprache zu einer regionalen Sprache von beschränkter Bedeutung ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Ganz zum Unmut der Franzosen hat die gezielte sprachliche Ausrichtung der Welt hin zur alleinigen Nutzung der angloamerikanischen Sprache selbst das Französische getroffen, das längst nicht mehr als exklusive Heimat für den Esprit und die feine Lebensart fungiert. Uns hat man das damit verkauft, dass die Welt sich endlich von der wild gewachsenen babylonischen Sprachverwirrung trennen müsste. Da Kunstsprachen wie Esperanto keine Akzeptanz gefunden hatten, blieb offenbar keine Wahl, als die Kommunikation der Welt immer mehr auf die Sprache der erfolgreichsten Kolonialherrschaft der Welt, Großbritannien, zu verlegen.

Dass angesichts des Gebrauchs mehrerer verbreiteter Sprachen in einem Land die Bevorzugung nur einer von ihnen ihre Gegner hatte, zeigte sich lange vor dem vielsprachigen Europa besonders in den USA. Dort hatte 1794 der Kongress über den Antrag deutschstämmiger Abgeordneter zu entscheiden, dass alle Gesetzestexte ebenso in deutscher Sprache veröffentlicht werden sollten. Zwar war das Deutsche im Lande bei weitem nicht so verbreitet wie das Englische, wie die Legende fälschlich behauptet. Aber es war der deutschstämmige Sprecher des Abgeordnetenhauses Mühlenberg, dessen Stimme den Ausschlag für die Ablehnung des Antrags gab. Er erklärte damals, dass es umso besser wäre, je schneller die Deutschen dort zu Amerikanern würden. Tatsächlich assimilieren sich seither die Deutschen schon spätestens in der zweiten Generation bis zur Unkenntlichkeit ihrer Herkunft und Sprache.

Wir haben nach dem Zweiten Weltkrieg in ganz Europa den nicht nur koinzidenziell gleichen Umbau der Universitäten von den herkömmlichen akademischen Bildungsanstalten zu Lernschulen amerikanischer Prägung mit nur mehr bescheidenen Abschlüssen wie die des Bachelor erlebt. Dies ist ganz sicher Teil des großen Masterplans der systematischen Herabstufung anderer Sprachen, besonders aber des Deutschen, als international führende Wissenschaftssprachen. Dieser Plan braucht als Vehikel die angeblich allein selig machende Globalisierung aller Lebensvorgänge, die uns von Politikern wie der Kanzlerin Merkel und dem Bundespräsidenten Gauck fortwährend als alternativlos hingestellt wird.

Hand in Hand damit geht seit Jahrzehnten die systematische Demontage der Bildungsinhalte in unserer Gesellschaft. Die Politik bemüht zwar immer wieder das Bild der Wissensgesellschaft. Dies wie die Forderung nach mehr Bildung ist aber nur Gerede. Unsere Gesellschaft, angeführt von der Politik, setzt gar nicht auf Wissen. Sie begnügt sich vielmehr mit der Sammlung von Informationen, von Daten, die heute gelernt und morgen wieder vergessen werden. Informationen werden gelehrt, damit die Menschen sie nach Bedarf im wirtschaftlichen Interesse der Auftraggeber oder ihrer Arbeitgeber anwenden können, nicht für sich selbst im Rahmen ihrer Persönlichkeitsbildung.

An allen Schulen und Hochschulen ist die alleinige Orientierung an der praktischen Anwendbarkeit längst Maxime geworden. Nachdem manuelle Arbeit des öfteren von Automaten erledigt wird, braucht die Wirtschaft die “workforce” allenfalls als wohlfeilen menschlichen Datentransporter. Wozu Muße zum Lernen, wozu die altmodische “akademische“ Freiheit? Das nutzt doch der Wirtschaft nicht! Geforscht wird ohnehin nur noch dort, wo Gewinn abfällt. Selbst “Eliteuniversitäten” werden auf ihre praktische Nutzbarkeit hin evaluiert.

Wissen ist aber nicht das, was der Mensch als Faktum im Kopf hat. Informationen werden erst durch ihre gedankliche Verarbeitung zum Bestandteil des Wissens. Wissen bedeutet stets, eine Antwort auf die Frage geben zu können, was und warum etwas ist. Menschen, die sich Dinge gut merken können, selbst in Quizsendungen hier und da auftauchende Gedächtnisakrobaten, verfügen nicht über das, was man Wissen nennen kann. Zu einem Wissen werden Einzelheiten und Begriffe erst dann, wenn sie „nach logischen und konsistenten Kriterien derart miteinander verknüpft werden können, dass die einen sinnvollen und überprüfbaren Zusammenhang geben“, wie es der österreichische Philosoph Lissmann treffend formuliert hat.

Mit den Zwangsabgaben für das öffentlich-rechtliche Fernsehen werden gewiss nicht durch Zufall immer mehr geistlose Quizsendungen bezahlt. Die Plattheit gerät so vielfach zum Normalmaß, dass sich viele Deutsche sehr gut den nur mit hohler Arroganz glänzenden Moderator Günter Jauch als Kanzler der Republik vorstellen können. Dass das nicht jedem gleich als ausgemachter Blödsinn ins Auge springt, liegt allerdings auch an der Mittelmäßigkeit des politischen Personals in Berlin, das offenbar zu allen Aufgaben einsetzbar ist, selbst wenn es keine einzelne beherrscht.

Ein ganz anderes Thema ist die auffällige Nutzung von Anglizismen in der heutigen Sprache. Dagegen wehrt sich mit wenig praktischem Erfolg der Verein Deutsche Sprache. Solches oftmals alberne „Denglisch“ ist indessen nicht so gefährlich wie der Mangel an Substanz. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang viele unverständliche sprachliche Zumutungen wie der tägliche Gebrauch von Obszönitäten. So wirbt doch ein privater Fernsehsender (Das Fünfte) mit „Leider Geil“ und rät doch dem Zuschauer: „Auch Sie können geil sein!“ Vielleicht sollte man das als unerwünschte Werbung abhaken, der man ja nur durch Nichtbeachtung den Zahn ziehen kann.

Unsere Politiker, allen voran Kanzlerin Merkel, die meist selbst kein oder nur ein erbärmliches Englisch sprechen, liegen der Bevölkerung ständig in den Ohren, dass wir alle Fremdsprachen lernen sollen. Gemeint ist natürlich im Ergebnis nur Englisch. Aber ist das eine gute Lösung für Deutschland und Europa?

Man muss unterscheiden zwischen der Fähigkeit zum „Smalltalk“ im Englischen und der Fähigkeit, in dieser Sprache komplizierte Sachverhalte aufzunehmen, zu durchdenken und wiederzugeben. Bei unseren Politikern muss man nicht zurückgehen zum frühen Bundespräsidenten Lübke, der mit seiner stümperhaften Übertragung von Wortinhalten zu wirklich drolligen Aussagen kam. Der bekannteste Spruch in Lübke-Englisch „equal goes it loose“, der allerdings gar nicht von ihm stammt, kennzeichnet das sehr gut. Aber wir haben ja Schäuble mit seinem „Zer will be no Staatsbankrott in Greece!“ und den Außenminister Westerwelle, der nach serienweisen Bauchlandungen im englischen Interview alle Zuschauer aufforderte:„Learn Languages!“

Auch wenn an die 500 Millionen Menschen in der Welt Englisch als Muttersprache haben und ein paar Milliarden sich grob in dieser Sprache ausdrücken können, ist das kein Grund dafür, die politischen Geschäfte in der EU vorwiegend in Englisch zu betreiben. In der EU sind die Engländer nicht in der Mehrheit. Es ist schon falsch, dass es nur die drei EU-Arbeitssprachen Englisch, Französisch und Deutsch gibt und als Pressesprachen nur Englisch und Französisch. Ganze EU-Veranstaltungen nur in Englisch abzuhalten, ist ein noch größeres Ärgernis.

Die EU verpulvert so viel Geld für ihre eigene Verwaltung und für eine exorbitant überhöhte Vergütung ihrer Funktionsträger und Mitarbeiter, dass man ihr zurufen sollte: „So viel Zeit muss sein, dass jede Aussage ordentlich in alle in ihren Mitgliedsländern anerkannten Sprachen übersetzt wird!“ Vielleicht zeigt die derzeitige restriktive Praxis ja nur die bei den Eurokraten in Brüssel übliche Geringschätzung der Meinung der Menschen in den Mitgliedsländern, die ja sowieso in ihren eigenen Ländern nichts mehr zu sagen haben, als dass sie die Politikerkaste alle paar Jahre im Amt bestätigen oder nicht – und die auf EU-Ebene noch viel weniger zählen. Das Majorisieren der Menschen in Europa, die nicht gerade die am stärksten vertretenen Sprachen beherrschen, ist eine Missachtung der grundlegenden Lebensrechte dieser Minderheiten. Wer die Mehrsprachigkeit einer Bevölkerung nicht respektiert, zeigt, dass er keinen Respekt vor ihnen hat.

Die Demokratie, die die Gleichheit vor dem Gesetz fordert, setzt zwingend voraus, dass jeder die Gesetzessprache versteht. Und da kommt man mit Denglisch, Frenglisch, Spenglisch usw. nicht weit! Die Demokratie braucht mündige gebildete Bürger, die wissen, ihren Verstand zu gebrauchen. Sie und auch die von ihnen beauftragten Staatsdiener benötigen die ihnen zur zweiten Natur gewordene Muttersprache, die ihnen die beste Basis für die Nutzung ihres Verstandes und das volle Erleben ihrer Emotionen vermittelt. An Stelle von Sprachkünstlern, die mehr oder weniger elegant durch viele Sprachen wandeln, brauchen wir die Menschen, die ihre eigene Sprache richtig nutzen. Mehr Sprachen heißt nicht mehr Intelligenz!

Ich kenne den Unterschied aus eigener Erfahrung, weil ich einige Jahre in Kanada gelebt und gearbeitet habe. Auch wenn ich eine wirklich gute Beherrschung der englischen Sprache hatte, erlebte ich in ihr nie die absolute Sicherheit und Geborgenheit wie in meiner deutschen Muttersprache.

Ihr

Rolf Ehlers
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Re: Sprachlosigkeit: die Zerstörung der deutschen Sprache

Beitragvon Weltbookadmin47 » 29. Aug 2015 14:58

Kita-Platz für Sprachbehinderte und mundfaule Politiker ?

Kindergartenplatz für Menschen die der Deutschen Sprache mächtig sind
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Trittin für Verdünnung des deutschen Volkes

Beitragvon Weltbookadmin47 » 30. Aug 2015 22:15

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Trittin für Verdünnung des deutschen Volkes
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»Sprachbewahrer des Jahres 2016«

Beitragvon Weltbookadmin47 » 18. Mär 2016 11:03

Sprachbewahrer des Jahres 2016.JPG
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http://info.kopp-verlag.de/hintergruend ... 2-16-.html

18.03.2016


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»Sprachbewahrer des Jahres 2016«
Birgit Stöger

Seit dem Jahr 2000 wählen die Leser des Magazins Deutsche Sprachwelt die »Sprachbewahrer des Jahres« und würdigen so deren vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache. Die »Deutsche Sprachwelt« sieht sich als neue Stimme der Sprachengemeinschaft und setzt sich für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache ein. Mit rund 80 000 Lesern ist die Deutsche Sprachwelt nach Eigendarstellung des Magazins die größte deutsche Zeitschrift für Sprachpflege und Sprachpolitik.

Ein einsamer Kämpfer gegen den Genderwahn



Sebastian Zidek, Student an der Technischen Universität Berlin, ist einer der »Sprachbewahrer des Jahres 2016« und wurde mit 25,9 Prozent der Leserstimmen auf den ersten Platz gewählt. Diese Belobigung habe sich der Student verdient, da er sich erfolgreich gegen den immer rasanter um sich greifenden Genderwahn stellte, indem er sich weigerte, seine Prüfungs- und Seminararbeiten »gendersensibel« mit Binnen-Is, Sternchen oder Unterstrichen in Personenbezeichnungen zu versehen.

Mitte des letzten Jahres sah sich der Student mit der Tatsache konfrontiert, dass er laut den Richtlinien des Seminars »Einführung in das Verkehrswesen« seine wissenschaftliche Arbeit in einer »gendersensiblen Sprache« zu verfassen habe.



Die Forderung des Einsetzens von Binnen-Is und Sternchen wurde lediglich mit dem Verweis auf das »BMFSFJ 2012« begründet. Dies wollte der Student so nicht hinnehmen und verlangte eine weitere Erklärung von der für ihn zuständigen Lehrkraft, was denn nun genau mit den Abkürzungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeint sei.



Gendern als Doktrin verordnen



In der Antwort wies der Dozent seine Studenten wahrheitswidrig darauf hin, dass das Gendern »eine Vorgabe seitens der TU Berlin« sei, deren Nichtberücksichtigung einen Punktabzug zur Folge habe. Außerdem habe es sich »inzwischen als gesellschaftlicher Konsens auch in wissenschaftlichen Ausarbeitungen niedergeschlagen«, so die Behauptung der Lehrkraft.



Sollte Zidek seine Prüfung oder Seminararbeit nur auf Wissenschaftlichkeit und Lesbarkeit hin ausrichten und er deshalb am Ende dafür eine schlechtere Note bekommen, dann werde ihm »alles diskutieren« nichts helfen, so der lapidare Hinweis des Hochschullehrers.



Daraufhin wandte sich der Student an die Rechtsabteilung der TU Berlin. Diese teilte mit, dass es die behauptete Vorgabe seitens der Universität zur Verwendung einer »gendergerechten Sprache« gar nicht gebe. Die Rechtsabteilung der TU Berlin führte aus: »Grundlagen für die Bewertung bzw. Benotung einer wissenschaftlichen Arbeit sind üblicherweise Inhalte und Aussagen. Daher solle mit den Modulverantwortlichen […] diesbezüglich eine Rücksprache unter entsprechenden Hinweisen erfolgen.« Sebastian Zidek erreichte damit, dass er seine Prüfungs- und Seminararbeiten an der TU Berlin nicht mit Binnen-Is, Sternchen oder Unterstrichen in Personenbezeichnungen versehen musste.



Hinweis auf eine unkritische, systemkonforme und letztlich lenkbare Jugend



Leider gibt es nicht viele Studenten, die den Mut aufbringen und hinterfragen, was ihnen als angeblich herrschende Lehre vorgesetzt wird, und somit aufzeigen, wie unkritisch, systemkonform und letztlich lenkbar diese Jugend geworden ist.



Im Zuge des linken Egalisierungs- und Genderwahns zählen fachliche Inhalte einer Arbeit immer weniger. Stattdessen schränken »Sprachpolizisten« in staatlich subventionierter Monopolstellung die Lesbarkeit einer akademischen Arbeit aufgrund einer irren Ideologie ein und opfern durch systematische Egalisierungspolitik die Freiheit der Lehre. Laut offizieller Lesart der Genderforschung ist das »Gender Mainstreaming« bestrebt, über diverse Sprachvorschriften Zugang zum Gehirn zu bekommen, so die Erfolgsautorin und Gender-Mainstreaming-Kritikerin Birgit Kelle.



»Ich bin Mohr. Ich stehe zu meiner schwarzen Hautfarbe«



Auf Platz zwei wählten die Leser des Magazins mit 18,5 Prozent den Wirt und Koch Andrew Onuegbu. Dieser habe sich den Preis verdient, da er sich nicht den Vorgaben politisch korrekter Sprache unterwerfe. Der Nigerianer nennt gerade deswegen sein Gasthaus »Zum Mohrenkopf«, weil er selbst schwarz ist. Er fände es auch schade, wenn der »Negerkuss« verschwände. Das Wort »Mohr« hält er für unbedenklich, so der streitbare Wirt. »Ich bin Mohr. Ich stehe zu meiner schwarzen Hautfarbe.«



Die Sängerin Sarah Connor erreichte Platz drei. Die Leser würdigten die Arbeit Connors, da die Sängerin in ihren Liedern von Englisch auf Deutsch wechselte und so nach eigener Aussage »mehr Tiefe« erreichte.



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SCHÜTZT DIE DEUTSCHE SPRACHE

Beitragvon Weltbookadmin47 » 7. Sep 2016 08:49

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Mundarten sterben in Großstädten - Dialekte gleichen sich immer mehr an

Beitragvon Weltbookadmin47 » 25. Sep 2016 10:22

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http://www.n-tv.de/wissen/Dialekte-glei ... 18196.html
Sonntag, 25. September 2016
Mundarten sterben in Großstädten - Dialekte gleichen sich immer mehr an

Früher hörte man relativ schnell, aus welcher Region jemand stammt. Heute ist das wesentlich schwerer, denn Dialekte sind in Deutschland immer seltener. Die Gründe dafür, sehen Experten in den immer längeren Schulzeiten.

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Sprachforscher sehen die Dialektvielfalt in Deutschland bedroht. Zwar würden viele Menschen auch in Zukunft Mundart sprechen. Lokale Dialekte, die sich oft schon von einem zum anderen Ort unterschieden, würden sich aber immer mehr angleichen, sagte der Erlanger Dialektforscher Sebastian Kürschner im Vorfeld einer internationalen Dialektologen-Tagung. Bei der von kommendem Mittwoch bis Samstag dauernden Konferenz in Erlangen wollen 90 Fachleute unter anderem die Entwicklung von Dialekten erörtern. "Wir haben beispielsweise bei Untersuchungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg festgestellt: Statt der früher häufig lokalen Dialekte gibt es dort fast nur noch zwei großräumige Dialekte: das im Westen von Rheinland-Pfalz und Luxemburg gesprochene Moselfränkisch und das eher im Süden und Osten gesprochene Rheinfränkisch", berichtete der Professor für Variationslinguistik und Sprachkontaktforschung an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Neben der Aussprache gleiche sich dort zunehmend auch der Wortschatz an. In manchen - vor allem großstädtischen Regionen - seien Dialekte ganz auf dem Rückzug. "Dort verschwinden die Dialekte natürlich nicht von einem Tag auf den anderen. Aber tiefe Dialektsprecher findet man dort immer seltener", berichtete der Sprachwissenschaftler.

Dabei gebe es in Deutschland einen ausgeprägten Nord-Süd-Trend: "In Süddeutschland haben Dialekte einen stärkeren Status als im Norden", betont Kürschner. Dabei spiele vor allem der altbayerische Dialekt eine große Rolle. "Die Altbayern sprechen ihren Dialekt mit einem größeren Selbstbewusstsein als Bundesbürger in anderen Regionen." Anders sei das in Franken. Das liege wohl auch daran, dass Fränkisch außerhalb Frankens kaum wahrgenommen werde. "Außerdem haben die Franken ein geringeres Selbstbewusstsein, was ihren Dialekt angeht."
Ein kultureller Verlust
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Die Wertschätzung eines Dialekts hänge stark davon ab, wie die Bevölkerung, die ihn benutzt, zu ihrer Heimatmundart stehe, berichtete Kürschner, der auch den fränkischen Dialekt erforscht. Dass in Deutschland - anders als etwa in der Schweiz - die regionale Mundart auf dem Rückzug sei, führt Kürschner vor allem auf die heute im Schnitt immer längere Schulzeit zurück. Dort spiele die standardisierte Schriftsprache eine große Rolle, dadurch würden immer mehr junge Leute nur noch Hochdeutsch sprechen statt ihre regionale Heimatmundart zu pflegen. "Wir konnten feststellen: Bei den jungen Leuten nimmt die Zahl der Dialektsprecher ab - in der Stadt noch stärker als auf dem Land", erläuterte der Sprachforscher.

Als Sprachforscher sehe er den Rückzug von Dialekten "neutral": "Wir können Menschen nicht dazu zwingen, Dialekt zu sprechen, wenn er ihnen nicht wichtig ist", gibt der Hochschullehrer zu bedenken. Trotzdem sei die schwindende Bedeutung des Dialekts natürlich ein kultureller Verlust. "Denn Dialekt hat viel mit regionaler Kultur zu tun. Und wenn die spezielle Ausdrucksweise einer Region wegfällt, geht damit natürlich auch ein Teil der regionalen Kultur verloren", unterstreicht Kürschner. Ideal finde er es, wenn Menschen sich in beiden Sprachwelten zu Hause fühlten, indem sie neben der Hochsprache auch weiterhin ihren Heimatdialekt pflegten.

Quelle: n-tv.de , jaz/dpa
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"Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung"

Beitragvon Weltbookadmin47 » 1. Feb 2017 14:49

https://www.welt.de/vermischtes/article ... edung.html
"Auf dem besten Wege in die absolute Verblödung"
Von Christin Bohmann | Veröffentlicht am 18.07.2013 | Lesedauer: 5 Minuten
LeeFest

Mag es die Jugend bunt, aber inhaltsleer? So wie auf diesem Festival in London

Quelle: PYMCA/UIG via Getty Images/Universal Images Group Editorial
Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier beklagt die zunehmende Verdummung der heranwachsenden Generation. Schuld sei ein Bildungssystem, in dem nur nach ökonomischen Aspekten unterrichtet werde.
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Nichts für‘s Leben, sondern für die Wirtschaft lernen wir – das ist die provokante These von Bernhard Heinzlmaier, der seit Jahrzehnten Deutschlands Jugend wissenschaftlich analysiert. Die systematische Verdummung der Jungen, die „mit begrenztem Horizont und engem Herz“ in eine unmenschliche Leistungsgesellschaft gedrängt werden, prangert er auch in seinem Buch: „Performer, Styler, Egoisten: Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben“ an. Der 53-Jährige ist Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien.

Die Welt: Herr Heinzlmaier, wie verblödet ist unsere Jugend?

Bernhard Heinzlmaier: Sie ist auf dem besten Wege, in die absolute Verblödung geführt zu werden. Wenn unser Erziehungs- und Bildungssystem nur noch nach den ökonomischen Gesichtspunkten von OECD und Pisa funktionieren muss, rechne ich den Jugendlichen keine guten Chancen aus.
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Die Welt: Sie schreiben, dass die heutigen Bildungsstandards von der Wirtschaft diktiert würden. Was heißt das?

Heinzlmaier: Bei der Zusammensetzung der Bildungsinhalte zählt nur noch die wirtschaftliche Logik. Die Lehrinhalte werden danach ausgewählt, was später auf dem Arbeitsmarkt auf jeden Fall verwertbar ist. Seit Jahren findet in den Schulen eine Verlagerung zugunsten naturwissenschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Inhalte statt. Unterrichtsstunden in Musik, Literatur und Kunst werden gekürzt, weil diese Fächer kein im ökonomischen Sinne nützliches Wissen vermitteln.

Die Welt: Was ist mit alternativen Schulformen wie zum Beispiel Waldorfschulen?

Heinzlmaier: Das ist schlicht eine Flucht der gut gebildeten Mittelschichten, die weiter Wert auf eine umfassende, auch kulturelle Bildung legen. Die Alternativen zum staatlichen Bildungssystem sind da. Doch die kann sich eine vierköpfige Familie aus Berlin-Marzahn nicht leisten, also helfen sie nur den Reichen. Ich bin kein Illusionist. Technisches und arbeitsmarktorientiertes Wissen muss in den Schulen unbedingt vermittelt werden, aber nicht allein. Der Verzicht auf kulturelle Bildung wird unsere demokratische Grundordnung über kurz oder lang gefährden, weil der Nachfolgegeneration die politische Urteilsfähigkeit fehlt.

Die Welt: Dennoch sind geisteswissenschaftliche Studiengänge wie Germanistik seit Jahren komplett überlaufen.

Heinzlmaier: Viele junge Menschen haben nach wie vor das Bedürfnis nach humanistischer Bildung. Deswegen ist das Interesse an diesen Studiengängen immer noch groß. Aber auch hier ist es kein Geheimnis, dass die Wirtschaft immer mehr Einfluss darauf nimmt, was an den Hochschulen in Lehre und Forschung stattfindet.

Die Welt: Forscher sagen, Jugendliche seien durch Leistungsdruck verunsichert. Gleichzeitig konstatieren Sie, die Jungen wünschten sich mehr klare Vorgaben. Wie passt das zusammen?

Heinzlmaier: Die meisten Jugendlichen heutzutage sind Pragmatiker. Die wissen genau, wie ihnen der soziale Aufstieg gelingen kann. Um erfolgreich zu sein, müssen sie sich an die Normen und Regeln des Neoliberalismus anpassen. Gleichzeitig stehen sie dank der vielen Wahlmöglichkeiten heutzutage unter einem permanenten Entscheidungsdruck. Viele von ihnen sagen: „Die Welt ist zu komplex, wir hätten es gern wieder etwas einfacher.“

Die Welt: Wofür stehen Jugendliche heute auf?

Heinzlmaier: Für ihre eigenen Interessen. Wenn die infrage stehen, gehen die jungen Leute auch auf die Straße. Nehmen Sie die Demonstrationen in der ganzen Welt: Den Protesten in Spanien zum Beispiel liegen überwiegend materielle Interessen zugrunde. Diese Leute sorgen sich um ihren Arbeitsplatz, ob die Umstände günstig sind, eine Familie zu gründen, um ihren sozialen Status. Aber dem liegen keine weiter reichenden Werte zugrunde.

Die Welt: Was sollte falsch daran sein, auf diese Art seine Zukunft mitzubestimmen?

Heinzlmaier: Weil es nur noch um Einzelinteressen geht, nicht mehr um das gesellschaftliche Ganze. Wo früher die Orientierung an Traditionen Sicherheit gab, herrschen heute Beliebigkeit und Unübersichtlichkeit. Und an die Stelle von sozialen und beruflichen Kompetenzen ist vielfach die Selbstvermarktungsfähigkeit getreten. Das Produkt, das die Jugend primär verkauft, sind sie selbst.

Die Welt: Fühlen sich ältere Generationen vom Zweckoptimismus der Jüngeren beleidigt, weil sie für vermeintlich höhere Ideale gekämpft haben?

Heinzlmaier: In der Tat. Diese Ökonomisierung der Bildung ist ein Schlag ins Gesicht der 68er-Generation. Die haben noch in größeren Dimensionen gedacht, haben über die Dritte Welt, die Hochschulreform, Sozialgesetze und demokratische Mitbestimmung gestritten. In den 90er-Jahren kam dann so langsam der Umbruch in eine Ego-Gesellschaft. Auch viele der 68er haben sich korrumpieren lassen. Deswegen hat die ganze 68er-Bewegung bei den Nachfolgegenerationen an Ansehen verloren. Mittlerweile hat sich der Tenor durchgesetzt: „Wir wollen etwas leisten, und wir wollen dafür auch materiell entschädigt werden.“

Die Welt: Die Autoren der letzten Sinus-Jugendstudie haben aber auch festgestellt, dass sich Jugendliche in Deutschland eine eigene Familie wünschen, aber es schwierig finden, den richtigen Zeitpunkt für die Familienplanung zu erwischen.

Heinzlmaier: Die Familie stellt den letzten geschützten Rückzugsraum in dieser Gesellschaft dar, ein nach außen abgeschlossenes System, in dem sich der Mensch aufgehoben fühlen kann. Je unwirtlicher die Welt da draußen ist, desto wichtiger werden die kleinen Lebenswelten. Insofern ist die Suche nach Geborgenheit fast eine Art Reflex auf die wachsende Unsicherheit in unserer Gesellschaft.

Die Welt: Wie werden aus jungen Menschen dann „Egoisten“ und „Performer“?

Heinzlmaier: Letztlich geht es um Erfolg, Image und Konsum. Wichtiger als, wie ich mich fühle, ist, wie die anderen mich sehen. Wie sehe ich aus? Welche Statussymbole habe ich? Dieses Verhalten lernen Kinder und Jugendliche schon sehr früh, und sie lernen auch, sich selbst gut zu verkaufen. Die neuen Medien verstärken dieses Bedürfnis nach Selbstdarstellung und Selbstvermarktung nur noch. Aber notwendig glücklich wird man nicht, wenn man tagtäglich eine Rolle spielt, mit der das eigene Selbst wenig bis nichts zu tun hat.

Die Welt: Was müsste sich also ändern?

Heinzlmaier: Zum einen müssen wir anfangen, die Probleme der Jugendlichen wieder ernst zu nehmen. Oft genug höre ich: Was haben die zu meckern? Denen geht es im Vergleich zu den früheren Generationen doch richtig gut. Auf der anderen Seite müssen wir wegkommen von einer Lebenshaltung, in der es nur um materielle Güter geht, und von einer Bildungspolitik, die nur den Interessen der Wirtschaft dient. Wir brauchen eine neue Bewegung aus der Zivilgesellschaft heraus, wenn humanistische Werte in unserem Bildungssystem wieder eine Rolle spielen sollen. Wenn das nicht passiert, sehe ich für die Jugend schwarz.

Bernhard Heinzlmaier: „Performer, Styler, Egoisten. Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben“, Berlin, 2013 (Hardcover, 196 Seiten, 18,50 Euro)
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Verfälschung und Mißbrauch von Sprache

Beitragvon Weltbookadmin47 » 3. Apr 2017 13:37

Verfälschung und Mißbrauch von Sprache
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Es ist das eine, sich eines (falls vorhandenen) sprachlichen Konsens bewußt zu sein sowie über ein entsprechendes Sprachpotenzial zu verfügen und sich dessen zu bedienen. Die andere Seite ist es, die Sprache oder einzelne Wörter ganz bewußt und unter besonderem Hinweis oder mit ironischem Hintergrund einmal anders zu benutzen, um mit ihr zu spielen. Dies ist die Freiheit des Schreibers/Sprechers, der die Sprache damit nicht vergewaltigt. Und außerdem unterliegt die Sprache eh einem ständigen Wandel, so daß sich Wortbedeutungen fließend ändern, neue Begriffe eingeführt oder Komponenten aus Fremdsprachen übernommen werden. Aber es ist ein Vergehen, die Sprache absichtlich zu eigennützigen Zwecken zu manipulieren.

Die meisten Anwender der deutschen Sprache sind sich nicht darüber bewußt, wie viele der mittlerweile integralen Bestandteile des üblichen Wortschatzes ursprünglich aus fremden Sprachen stammen und sie sich als eingedeutschte Lehnworte nicht mehr von anderen Worten unterscheiden. Typisch dafür sind Begriffe des täglichen Lebens, die aus dem Lateinischen herrühren wie Fenster, Dach oder Mauer. Dazu treten noch die unzähligen Fremdworte, die noch als solche zu erkennen sind und die trotzdem zum üblichen Sprachgebrauch gehören. Aber deshalb brauchen wir nicht in Sorge zu geraten, denn das ist ein natürliches Procedere. Von allzu exzessivem Gebrauch von Fremdwörtern oder Anglizismen rate ich allerdings ab.

Ich möchte aber die provokative These aufstellen, daß wir heutzutage - zumindest bei grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Begrifflichkeiten - überhaupt keinen sprachlichen Konsensus mehr haben. Die Sprache wird zunehmend als Waffe oder als Instrument zur psychologischen Manipulation des Menschen verwendet. Wesentliche Begriffe wie Demokratie, Freiheit, Soziales, Christliches, Gerechtigkeit, Mitverantwortung oder Gleichberechtigung sind bereits umgedreht worden, so daß sie teilweise in das genaue Gegenteil der früheren Bedeutung umgewandelt wurden.

Euphemismen sind in allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch. Man muß sich nur einmal aufmerksam die TV-Nachrichten ansehen oder den Mainstream ganz bewußt lesen - dann wird man die Manipulationen sofort entdecken. Viele Ereignisse, deren wahre Hintergründe verschleiert werden sollen, werden mit beschönigenden Begriffen versehen (so wird zum Beispiel aus einem Kriegseinsatz eine friedenserhaltende Maßnahme usw.), so daß der Bürger langsam aber sicher eingeschläfert wird. Die Sprache verkommt langsam aber sicher zu von einem Werkzeug zur exakten Kommunikation zu einem Desinformationsinstrument, das die wahren Absichten, Hintergründe und Handlungsabläufe vernebeln soll.

Insbesondere die Werbung sowie die Politik haben aus der Wortverdrehung und der absichtlichen Fehlinformation eine Wissenschaft entwickelt. Den Menschen werden mit schönen Worten, die in alten Zeiten positiv besetzt waren, Lügen vorgesetzt und Eigenschaften vermittelt, die nicht mehr damit verbunden sind. Die Sprache wird, ohne daß sie sich dagegen wehren kann, als Mittel zur Propaganda, Indoktrination und zur Vorspiegelung falscher Tatsachen mißbraucht. Mit Hilfe von wissenschaftlichen Methoden aus der Psychologie und Verhaltensforschung wird die Sprache zu einem Vehikel der Machtausübung und Profitsteigerung ausgebaut, so daß sie sich immer mehr vom praktischen Leben entfremdet.

Wir alle sollten uns dieser Entwicklung entgegen stemmen und dazu beitragen, daß Sprache, Worte und Handlungen wieder zu einer Einheit zueinander geführt werden. Wenn wir uns den derzeitigen entfremdenden Prozeß nicht wirklich vor Augen führen und eine Änderung anstreben, dann wird Kommunikation zu einer reinen Farce und wir reden nur noch aneinander vorbei oder versuchen, uns gegenseitig zu täuschen.

MfG Peter A. Weber
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