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Krankheit und Tod durch Abgase - Wie gefährlich sind Stickoxide ?

Beitragvon Weltbookadmin47 » 12. Sep 2017 12:29

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Wie-gefaehrli ... 28289.html
Dienstag, 12. September 2017
Krankheit und Tod durch Abgase - Wie gefährlich sind Stickoxide ?

Stickoxid-Messstationen stehen in Deutschland oft an verkehrsreichen Straßen, in anderen Ländern nicht. Auch sonst gelten in der Diesel-Debatte oft verschiedene Maßstäbe. Welche Grenzwerte gibt es eigentlich, wer hält sie ein und wie gefährlich ist die Luftverschmutzung?

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Dieselskandal, Grenzwerte, Fahrverbote - der Selbstzünder ist kein Selbstläufer mehr. Aber auf der Internationalen Automobilausstellung IAA zeigt die Autoindustrie auch wieder Dutzende neue Dieselfahrzeuge. Immerhin gelten die Stickoxid-Grenzwerte für die Straße nicht in den Frankfurter Messehallen. Der Kabarettist Bruno Jonas kam nach der seit zwei Jahren tobenden Debatte jetzt zu der Erkenntnis: "Wir brauchen Fahrverbote in geschlossenen Räumen!"

Wie gefährlich sind Stickoxide?
Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren im Auspuffrohr eines Autos.
Messschlauch eines Gerätes zur Abgasuntersuchung für Dieselmotoren im Auspuffrohr eines Autos.
(Foto: dpa)

Die EU-Umweltagentur schätzt, dass in einem Jahr allein in Deutschland 10.000 Menschen wegen der Luftverschmutzung mit Stickoxid (NOx) vorzeitig sterben. Mediziner, die als Sachverständige im Diesel-Untersuchungsausschuss des Bundestags aussagten, halten diese Aussage aber für wissenschaftlich nicht haltbar. Professor Thomas Kuhlbusch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sagte, NO2 sei eine Ursache von Atemwegserkrankungen. NO2 gehört zu den Stickstoffoxiden.

Professor Annette Peters vom Helmholtz-Zentrum für Epidemiologie sagte, Asthmatiker zeigten Asthma-Symptome, wenn sie Stickoxide einatmen - besonders Kinder. Der Münchner Toxikologie-Professor Helmut Greim sagte, ein Zusammenhang von Luftverschmutzung und Asthma bei Kindern sei offenkundig. Zwar seien mehrere Stunden dauernde Belastungen von 3000 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft "für den Menschen gesundheitlich unbedenklich getestet worden". Eine Langzeitbelastung von 60 Mikrogramm an einer stark befahrenen Straße sei gesundheitlich eher unbedenklich. Der EU-weite Grenzwert von 40 Mikrogramm sei vernünftig.

Welche Grenzwerte gibt es?

In den USA gelten 103 Mikrogramm als unbedenklich. Die EU hat die Empfehlung der Weltgesundheitsbehörde WHO übernommen: 40 Mikrogramm im Jahresmittel als Höchstwert. Er gilt auch für deutsche Straßen. Für Büros schreiben die deutschen Gesundheitsbehörden 60 Mikrogramm als Grenzwert vor. Für Beschäftigte mit einer 40-Stunden-Woche in Industrie und Handwerk dürfen es 950 Mikrogramm sein. "Ein Grenzwert ist immer ein politischer Wert", er berücksichtige auch technische Möglichkeiten und wirtschaftliche Folgen, erklärte UBA-Fachreferent Marcel Langner.

Wer bläst Stickoxide in die Luft und wie hoch ist die Belastung?
Umweltschutzverbände protestieren am Tag des Dieselgipfels, am 2. August, vor dem Bundesministerium für Verkehr in Berlin.
Umweltschutzverbände protestieren am Tag des Dieselgipfels, am 2. August, vor dem Bundesministerium für Verkehr in Berlin.
(Foto: imago/Christian Mang)

Seit der Wiedervereinigung ist die Luft in Deutschland viel sauberer geworden. Das gilt für Feinstaub ebenso wie für NOx. Laut Umweltbundesamt (UBA) sank die NOx-Belastung seit 1990 von 2,9 Millionen auf unter 1,2 Millionen Tonnen. Gut 60 Prozent davon stammen aus Kraftwerken, Industriebetrieben, Heizungen von Privathaushalten und der Landwirtschaft, knapp 40 Prozent aus dem Verkehr. Die Jahresmittelwerte lagen auf dem Land bei zehn, in Städten zwischen 20 und 30 Mikrogramm NO2 je Kubikmeter Luft und auch an den verkehrsnahen Messstationen blieben sie im Durchschnitt unter 40 Mikrogramm. Laut EU-Kommission werden jedoch in 28 Regionen in Deutschland diese Grenze überschritten. Spitzenreiter im vergangenen Jahr: das Stuttgarter Neckartor mit 82 Mikrogramm.

Wie wird gemessen?

Laut EU-Richtlinie sollen die Messstationen straßennah aufgestellt werden. In Deutschland wurden sie an neuralgischen Punkten errichtet, "das wurde sehr akribisch gemacht", sagte Langner. Aber die EU lasse Ermessensspielraum. In Italien und anderen Ländern handelten die Behörden mitunter anders: "Wir sind genauer."

Halten andere Länder die Grenzwerte ein?

Laut Greim liegt die mittlere NO2-Konzentration in Berlin bei 16, in Stuttgart bei 23, in London bei 34 und in Barcelona bei 38 Mikrogramm NO2. Laut EU-Kommission halten in Spanien drei Regionen die Grenzwerte nicht ein, in Italien zwölf, in Großbritannien 16, in Frankreich 19 und in Deutschland 28 Regionen. Wenn diese Staaten nicht rasch Luftqualitätspläne verabschieden, droht ihnen ein Verfahren wegen Verletzung der EU-Verträge.

Wie reagiert Deutschland?
Video http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wir ... 13452.html
Fahrverbote und neue Abgasnorm: ADAC rät Autokäufern vorerst vom Diesel ab
30.06.17 – 01:41 min

Fahrverbote und neue Abgasnorm ADAC rät Autokäufern vorerst vom Diesel ab

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hält Fahrverbote für ältere Diesel für das effektivste Mittel. Das wäre für viele Autofahrer, Pendler, Handwerker ein Fiasko, ebenso wie für die Autoindustrie. Laut Kraftfahrtbundesamt ist jedes dritte Auto in Deutschland ein Diesel. Aber der von den SUVs befeuerte Trend zum Diesel ist vorbei, die Debatte verunsichert Käufer: Im ersten Halbjahr waren nur noch 39 Prozent der Neuzulassungen Diesel. Beim Dieselgipfel im Kanzleramt sagte die deutsche Autoindustrie Software-Updates für fünf Millionen ältere Dieselautos zu. Außerdem will sie ältere Diesel mit hohen Rabatten beim Kauf neuer Autos aus dem Verkehr ziehen. Darüber hinaus wollen Bundesregierung und Industrie eine Milliarde Euro in den kommunalen Nahverkehr, Ladesäulen für Elektroautos und andere Maßnahmen investieren, um die Belastung zu senken. Auch die jetzt gesetzlich vorgeschriebenen Abgasmessungen im Straßentest sollen helfen, die Grenzwerte durchzusetzen.
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Reicht das?

Ob Fahrverbote kommen, dürften das Bundesverwaltungsgericht und die Politik 2018 entscheiden. An Straßen könnte etwa die Hälfte der Belastung vom Verkehr kommen. Davon wiederum - da waren sich die Sachverständigen im Bundestags-Untersuchungsausschuss einig - stammt die Hälfte aus Dieselautos, die andere Hälfte aus Last- und Lieferwagen, Bussen und Benzinmotoren. Professor Thomas Koch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sagte im Ausschuss, Audi, BMW Mercedes und VW hätten heute Dieselmotoren im Angebot, die einen NOx-Ausstoß auf Grenzwertniveau im Realbetrieb erreichten. Der Dieselmotor sei derzeit der umweltfreundlichste Antrieb, sagte Koch. "Wir haben das Thema Stickoxide wirklich gelöst." Andere dagegen fordern einen radikalen Schnitt. Das Umweltbundesamt sieht es so: "Bessere Luft gibt es nur, wenn alte Diesel gegen wirklich saubere Autos getauscht werden. Das sind vor allem Benziner oder Elektroautos."

Quelle: n-tv.de , Roland Losch, dpa
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Ablagerungen nachweisbar - Alzheimer zeigt sich im Urin

Beitragvon Weltbookadmin47 » 21. Sep 2017 10:19

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Alzheimer-zei ... 40382.html
Donnerstag, 21. September 2017
Ablagerungen nachweisbar - Alzheimer zeigt sich im Urin

Bislang ist es immer noch schwierig und aufwendig, bei Menschen die Alzheimer-Krankheit nachzuweisen. Nun gelingt es Wissenschaftlern, diese Diagnose anhand einer Urinprobe zu treffen. Das könnte vor allem Patienten im frühen Stadium der Erkrankung helfen.

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Die genaue Diagnose der Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist nicht einfach. Ein spezielles bildgebendes Verfahren kann die typischen Ablagerungen, Plaques genannt, nachweisen - es wird jedoch nicht überall angeboten, belastet den Körper des Patienten mit radioaktiver Strahlung und ist zudem sehr teuer.

Teile der Ablagerungen und Abbauprodukte aus dem nervenzerstörenden Prozess der Erkrankung lassen sich zwar auch in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit der Patienten finden; die Entnahme dieser Flüssigkeit ist jedoch ein ziemlich starker Eingriff mit entsprechenden Risiken. Forscher sind daher auf der Suche nach einem günstigeren, weniger oder gar nicht invasiven Diagnosemittel. Wissenschaftler um Prof. Cheng am Neurologischen Institut der Medizinischen Universität Tianjin in China untersuchten daher eine weitere Quelle für Hinweise auf eine Alzheimererkrankung: den Urin. Dort lässt sich nämlich, so wie im Gehirngewebe oder in der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, bei Alzheimerpatienten das Protein AD7c-NTP vermehrt nachweisen, das unter anderem als Auslöser für das Absterben von Nervenzellen und Fehlfunktionen der Mitochondrien, der "Kraftwerke der Zellen", verstanden wird.
Test der Diagnose-Aussagekraft anhand Urinprobe

Um die Aussagekraft einer Diagnose anhand der Urinprobe zu testen, untersuchten die Forscher 22 Patienten, die leicht bis mäßig an Alzheimer erkrankt waren, und verglichen sie mit acht Patienten, die unter leichter Beeinträchtigung der Denkleistung (leichte kognitive Beeinträchtigung, LKB) litten. Bei allen Patienten wurde der Zusammenhang zwischen AD7c-NTP im Urin, Ablagerungen im Gehirn und klinischen Symptomen der Alzheimererkrankung oder der leichten kognitiven Beeinträchtigung untersucht.

Mithilfe eines speziell auf Alzheimerplaques zugeschnittenen bildgebenden Verfahrens wurde die Menge der alzheimertypischen Ablagerungen bei allen Patienten gemessen. Die Konzentration des AD7c-NTP-Proteins im Urin wurde in einer Laboranalyse ermittelt. Zusätzlich wurden erste Hinweise auf eine Demenzerkrankung in der Denkleistung und Verhaltensauffälligkeiten mit zwei verschiedenen Tests überprüft.
Unterscheidung von wahrscheinlich an Alzheimer erkrankten Patienten
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63,6 Prozent der Alzheimerpatienten (14 von 22) und 25,0 Prozent der leicht kognitiv beeinträchtigten Patienten (zwei von acht) zeigten die Alzheimerablagerungen. Die Menge des AD7c-NTP-Proteins im Urin war interessanterweise höher, wenn die Patienten Ablagerungen zeigten, als wenn dies nicht der Fall war. Anhand dieses Urinwerts ließen sich damit die Patienten, die wahrscheinlich an Alzheimer erkrankt waren, von denen unterscheiden, bei denen das sicher nicht der Fall war. Die Denkleistungs- und psychiatrischen Tests schienen bis auf einen Wert dagegen nicht mit dem Urinwert übereinzustimmen. Lediglich die bei Demenzpatienten häufige Unruhe zeigte sich bei hoher AD7c-NTP-Konzentration auch verstärkt.

Die Urinkonzentration des nervenschädigenden AD7c-NTP-Proteins zeigte demnach eine gute Vorhersage über die alzheimertypischen Ablagerungen im Gehirn und spiegelte ebenso ein Verhaltenssymptom der Alzheimerdemenz, die Unruhe, wider. Damit erlaubt dieser Wert möglicherweise eine günstige, schnelle und patientenfreundliche Diagnosealternative. Die klinische Anerkennung einer solchen Diagnostik könnte eventuell auch Patienten in frühen Stadien einer möglichen Erkrankung erkennen und ihnen schneller eine optimierte Behandlung ermöglichen.

Quelle: n-tv.de , abe
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Stress bringt Herz aus dem Takt - Broken-Heart-Syndrom ist gefährlich

Beitragvon Weltbookadmin47 » 22. Sep 2017 20:47

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Broken-Heart- ... 43538.html
Freitag, 22. September 2017
Stress bringt Herz aus dem Takt - Broken-Heart-Syndrom ist gefährlich

Manchen Menschen schlägt Stress - seelischer oder körperlicher - tatsächlich aufs Herz. Sie reagieren mit Beschwerden, die denen eines Herzinfarktes gleichen. Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom ist viel gefährlicher als lange angenommen.

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"Es hat ihr das Herz gebrochen" - man sagt das so. Auch von Herzschmerz ist gern die Rede. Und dann gibt es diese Filmszenen, in denen sich jemand so aufregt, dass er mit Schmerzen in der Brust zusammenbricht. Nur dass das tatsächlich passieren kann, wissen die wenigsten. Auch Ärzten ist es noch gar nicht so lange klar. Erst seit etwas mehr als 20 Jahren ist das Broken-Heart-Syndrom bekannt.

"Das Broken-Heart-Syndrom ist eine Herzmuskelerkrankung, die durch ein hohes Level an Stresshormonen ausgelöst wird", erklärt Felix Schröder vom Herz- und Gefäßzentrum im Albertinen-Krankenhaus Hamburg, der gerade ein Buch über das Herz geschrieben hat. Mit anderen Worten: Regt sich jemand sehr auf, kann es passieren, dass sein Herz nicht mehr richtig arbeitet. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eng das Herz mit der psychischen Gesundheit verwoben ist.

Bei Elke Enders begann es mit Schmerzen im linken Arm. Sie war am Morgen an der Nase operiert worden. Vielleicht eine Folgeerscheinung der Narkose, dachte sie. Am nächsten Morgen aber schmerzte auch ihre linke Brust. Die Ärzte fackelten nicht lange. Sie brachten die ältere Dame direkt auf die Intensivstation: Verdacht auf Herzinfarkt.
Erste Entdeckung durch japanische Ärzte

Doch die Herzkranzgefäße der Patientin sahen ganz normal aus. Keine Verstopfungen, wie es sie bei einem Infarkt geben müsste. Dafür hatte sich ihre linke Herzkammer verändert. Sie war an der Spitze enger und unten aufgeblasen wie ein Ballon. Auf Bildern sieht die Herzkammer dann aus wie ein Gefäß, mit dem in Japan früher Tintenfisch gefangen wurde: Tako Tsubo. Die japanischen Ärzte, die die schmerzhafte Veränderung am Herzen erstmals entdeckten, nannten die Krankheit deshalb Tako-Tsubo-Kardiomyopathie.

Wie genau es dazu kommt, ist abschließend noch nicht geklärt. Auffällig ist aber, dass es meistens passiert, wenn jemand großem Stress ausgesetzt war. "Nach meinen Erfahrungen ist der Tod des Ehepartners häufig ein Auslöser", sagt Schröder. "Aber auch eine freudige Nachricht kann dazu führen", ergänzt Prof. Martin Borggrefe, Direktor der I. Medizinischen Klinik an der Mannheimer Uniklinik. Auch körperlicher Stress wie beispielsweise ein Unfall kann das Syndrom auslösen, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zeigt.
Streit geht zu Herzen

Elke Enders vermutet einen Streit hinter ihren Beschwerden. "Als ich am Morgen auf dem OP-Tisch lag, erklärte ich dem Anästhesisten, dass ich auf eines der Narkosemittel allergisch reagiere." Der Arzt aber wollte ihr nicht so recht glauben und das Mittel trotzdem verabreichen. "Ich habe mich wahnsinnig aufgeregt und ihm sogar gedroht", erinnert sich Enders. Am Ende ließ er sich auf ein anderes Mittel ein. Der Patientin aber ging der Streit im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen.

Ärzte vermuten, dass der Körper durch den Stress extrem viel Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet. Diese Stresshormone wiederum lösen eine Kalzium-Ausschüttung aus. Gelangt das Kalzium in die Zellen, verkrampft sich der Herzmuskel - so die Theorie.

"Möglicherweise haben betroffene Menschen auch zusätzliche Bindungsstellen für Adrenalin und Noradrenalin", sagt Jana Boer vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). Das würde bedeuten, dass sie stärker auf die Hormone reagieren als andere. Denkbar ist auch, dass die Betroffenen sich eher aus der Ruhe bringen lassen als andere. Martin Borggrefe will das gemeinsam mit einer Stressforscherin demnächst herausfinden.
"Deutlich gefährlicher, als wir bisher dachten"
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Was auch immer im Einzelnen dahintersteckt: Wichtig ist, dass Patienten, die schon mal ein Broken-Heart-Syndrom erlitten haben, auf sich Acht geben. "Das Syndrom ist deutlich gefährlicher, als wir bisher dachten", sagt Borggrefe. Zwar sterben Menschen mit Broken-Heart-Syndrom viel seltener während des Ereignisses als Herzinfarktpatienten. Das Herz sieht nach ein paar Tagen wieder völlig gesund aus. Langzeitbeobachtungen zeigen aber, dass es bei vielen Betroffenen immer wieder passiert.

"Wir raten deshalb zu einer kombinierten Therapie aus Betablockern und Psychotherapie", sagt Boer. Die Medikamente blockieren die Rezeptoren am Herzen. In der Therapie sollen die Patienten zudem lernen, besser mit Stress umzugehen. "Ratsam ist auch Ausdauersport", sagt Borggrefe. Er stärkt nicht nur das Herz, sondern hilft auch, mit Stress besser umzugehen.

Elke Enders war die Situation auf dem OP-Tisch eine Lehre. "Ich versuche heute, mich nicht mehr so aufzuregen", sagt sie. Natürlich ärgere sie sich hier und da mal über etwas. Aber sie lässt es nach Möglichkeit nicht mehr so nah an sich heran. "Macht ihr mal", sage sie sich gern, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte. Sie weiß, dass ihr Herz besonderen Schutz braucht.

Quelle: n-tv.de , Teresa Nauber, dpa
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Veränderungen der Hirnstruktur - Mentales Training senkt Stresslevel

Beitragvon Weltbookadmin47 » 5. Okt 2017 10:41

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Mentales-Trai ... 67126.html
Donnerstag, 05. Oktober 2017
Veränderungen der Hirnstruktur - Mentales Training senkt Stresslevel

Stress scheint allgegenwärtig. Wie man ihm entkommt, untersuchen Forscher mit verschiedenen Verfahren. Sie stellen fest, dass alle Übungen die Strukturen im Gehirn verändern. Die besten Ergebnisse allerdings lassen sich mit einem Partner erzielen.

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Zwei Studien zeigen, wie stark mentales Training die Hirnstruktur verändert - und dass manche Verfahren Menschen deutlich stressresistenter machen. Grundsätzlich könnten solche Übungen die geistige und körperliche Gesundheit von Menschen verbessern, schreiben die Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften im Fachblatt "Science Advances". Sie hatten mehr als 300 Teilnehmern verschiedene Übungen angeboten und sie nach drei Monaten ausgiebig untersucht.

Im sogenannten ReSource-Projekt lernte eine Gruppe ein sogenanntes Achtsamkeitstraining, bei dem insbesondere die Konzentration geschult wurde. Die Teilnehmer sollten sich bei dieser Meditation auf bestimmte Bereiche des Körpers fokussieren, etwa die Atmung. Die beiden anderen Gruppen trainierten, teils zu zweit, verschiedene soziale Fähigkeiten: Der eine Kurs lernte Fähigkeiten wie Mitgefühl, Güte und den Umgang mit schwierigen Gefühlen. Die Teilnehmer versuchten, etwa durch Gefühlsaustausch mit dem Übungspartner, ihre positiven Gefühle zu sich selbst und anderen zu stärken.

Die dritte Gruppe trainierte sozio-kognitive Fertigkeiten wie die Fähigkeit zum Perspektivwechsel. Um die eigenen Gedanken mit Abstand zu erleben, erzählten sie ihren Trainingspartnern etwa Tageserlebnisse, allerdings aus Sicht eines bestimmten inneren Charakterteils, etwa der "besorgten Mutter" oder des "strengen Richters".
Einmal jede Woche dreißig Minuten

Die Teilnehmer trainierten einmal wöchentlich in der Gruppe, an fünf weiteren Wochentagen waren sie mit Trainer oder Übungspartnern per Computer oder Smartphone verbunden. Die Einheiten dauerten jeweils eine halbe Stunde. Nach drei Monaten machten alle Probanden für die erste Studie einen Verhaltenstest, ihre Hirnstrukturen wurden per Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht. Für die zweite Studie maß das Team die Menge des Stresshormons Cortisol im Speichel.

Die erste Studie ergab, dass sich die Gehirnregionen aller Teilnehmer veränderten. Bei jener Gruppe, die Achtsamkeit trainierte, wuchs die Großhirnrinde in den Bereichen, die für Aufmerksamkeit zuständig sind. Verhaltenstests zeigten, dass sich ihre Konzentration und Aufmerksamkeit tatsächlich verbessert hatten.

"Das Gleiche beobachteten wir in den beiden Modulen, die gezielt die beiden sozialen Verhaltensbereiche übten", sagt Erstautorin Sofie Valk. "Hier erhöhte sich auch jeweils die Dicke des Cortex in den Regionen, die Mitgefühl oder Perspektivwechsel verarbeiten. Entsprechend verbesserten sich hier auch die Kompetenzen der Teilnehmer."
Wirkungen nur bei sozialen Übungen messbar

Die zweite Studie ergab, dass sich nach dem Training alle Teilnehmer selbst als weniger gestresst einstuften. Aber ein Stresstest, bei dem sie einen Vortrag hielten und Rechenaufgaben lösten, ergab, dass nur die beiden sozialen Übungen zu Veränderungen des Stresshormons Cortisol führten. In den beiden Gruppen sanken die Cortisol-Werte bis um die Hälfte (51 Prozent).
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"Wir vermuten, dass das Stresslevel durch die sozialen Interaktionen in den Paar-Meditationen gesenkt wurde", so die Erstautorin der zweiten Studie, Veronika Engert. "Sich regelmäßig einer fremden Person gegenüber zu öffnen und zu lernen, vorurteilsfrei einem anderen zuzuhören, hat wahrscheinlich zu einer Art Stress-Immunisierung geführt."

Gezielte Trainingsmethoden gebe es in Deutschland bislang nur vereinzelt, so Engert. Ziel sei deshalb, das Programm öffentlich anzubieten. Die Leiterin des Gesamtprojekts, Tania Singer, betont, wenn man die Effekte verschiedener Verfahren besser kenne, könne man die geistige und körperliche Gesundheit von Menschen gezielt fördern.

Quelle: n-tv.de , jaz/dpa
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Zwischen Euphorie und Vorsicht - Medizin-Cannabis auf dem Vormarsch

Beitragvon Weltbookadmin47 » 9. Okt 2017 12:44

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/ratgeber/Medizin-Can ... 72724.html
Montag, 09. Oktober 2017
Zwischen Euphorie und Vorsicht - Medizin-Cannabis auf dem Vormarsch

Im Frühjahr wurde die Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke liberalisiert, die Zahl der Therapien steigt rasant. Dabei ist der Wirkstoff nicht völlig erforscht. Während Anbieter große Chancen wittern, hakt es noch gehörig im System mit Krankenkassen und Ärzten.

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Cannabis auf Rezept - das war ein historischer Schritt auf dem deutschen Arzneimarkt. Schwerkranke können den Wirkstoff seit Mitte März in der Apotheke bekommen, ohne Sondererlaubnis. Und während viele die Blüten bisher selbst bezahlen mussten, sind die Krankenkassen nun verpflichtet, die Therapiekosten zu übernehmen.

Doch die Bilanz gut ein halbes Jahr später fällt gemischt aus. Bei etlichen Cannabis-Firmen herrscht zwar Goldgräberstimmung. Aber so mancher Arzt fühlt sich allein gelassen mit den neuen Ansätzen und die Kassen sehen immense Zusatzausgaben auf sich zukommen.
Längst ein Milliardenmarkt

Grundsätzlich kann der Cannabis-Wirkstoff THC etwa bei Multipler Sklerose und gegen chronische Schmerzen helfen. Auch Appetitlosigkeit bei Chemotherapien kann er lindern. In Kanada und in den USA ist die Behandlung mit Hanf längst ein Milliardenmarkt, ähnlich in Israel.

In Deutschland indes ist die Zielgruppe für Cannabis-Therapien noch klein. Nur rund 1000 Patienten hatten bisher eine Ausnahmegenehmigung zum Kauf für medizinische Zwecke. Mit der Liberalisierung wächst jedoch die Nachfrage: Im ersten Halbjahr seien über 10.000 Einheiten an Blüten ausgegeben worden, berichtet der Apothekerverband ABDA. Die Zahl der verschriebenen Behandlungen sei seit März von Monat zu Monat kräftig gestiegen. Hinzu kämen etwa 12 500 Fertigarzneien.

Derzeit wird laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) medizinisches Cannabis vor allem aus den Niederlanden und Kanada importiert. Dabei soll es nicht bleiben. Deutschland hat Anfang März eine staatliche Cannabis-Agentur unter dem Dach des BfArM gegründet, um die Versorgung von Patienten sicherzustellen. Sie soll Hanf aber nicht selbst anbauen, sondern schreibt Aufträge EU-weit an Firmen aus, die sich dann um die deutschen Plantagen kümmern. Mit der ersten Ernte unter staatlicher Aufsicht rechnet das BfArM 2019.

Eines der Unternehmen, die hierzulande Cannabis-Wirkstoffe erforschen und verkaufen, ist Bionorica. Die Bayern verzeichnen ein anziehendes Geschäft. Es gebe ein "immens gestiegenes Interesse" von Ärzten an Informationen über Cannabis-Therapien, sagt Chef Michael Popp.

Aber auch ausländische Anbieter drängen auf den Markt. Die aus Kanada stammende Tilray mit etwa 11.000 versorgten Patienten weltweit will Cannabis nach Deutschland importieren. "Wir beobachten ein großes Interesse bei Ärzten und Apothekern und wenig kulturelle Ablehnung", sagt Deutschland-Chefin Marla Luther. Tilray forsche zudem an neuen Wirkstoffen und wolle in fünf bis zehn Jahren die Zulassungen haben.
Anträge nicht vollständig oder fehlerhaft

Bei den Krankenkassen hingegen hält sich die Begeisterung angesichts hoher Kosten in Grenzen. Eine Cannabis-Therapie kostet im Monat im Schnitt 540 Euro - so wird es im neuen Gesetz veranschlagt. Bei der Bewilligung der Anträge hakt es, kritisiert Bionorica-Chef Popp.

In den ersten zwei Monaten nach der Liberalisierung sei eine "mittlere vierstellige Zahl" von Anträgen für Cannabinoide eingegangen, erklärt der GKV-Spitzenverband. "Deutlich über die Hälfte konnten positiv beschieden werden, da die gesetzlichen Anforderungen als erfüllt anzusehen waren." Einige Kassen bemängeln, dass Anträge nicht vollständig oder fehlerhaft seien. Oft gebe es keinen Nachweis, dass andere Behandlungsmethoden ausgeschöpft seien.

Die Kassen würden bei jedem zugelassenen verschreibungspflichtigen Medikament die Kosten übernehmen, betont der GKV. Anders als bei üblichen Medikamenten habe Cannabis aber nicht vorab über Studien nachweisen müssen, dass es sicher wirke. Auch verlässliche Daten zu möglichen Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Substanzen fehlten.

Cannabis-Firmen wie THC Pharm aus Frankfurt sehen die Entwicklung differenziert. "Die Liberalisierung bedeutet einen großen Schritt nach vorn", sagt Holger Rönitz, Direktor für Geschäftsentwicklung. "Aber es gibt auch viele neue Firmen, die das große Geschäft wittern und mit unhaltbaren Heilsversprechungen werben." Teils kursierten zudem halbseidene Studien. "Man kann auch nicht jeden Krebs mit medizinischem Cannabis lindern, wie manche behaupten."
"Vermischung von Freizeitkonsum und medizinischem Bedarf"

Und gerade bei Cannabis-Blüten komme es "zu einer Vermischung von Freizeitkonsum und medizinischem Bedarf", sagt Rönitz. Wichtig sei, dass Schwerkranke Zugang zu schmerzlinderndem Cannabis oder den pharmazeutisch geprüften Inhaltsstoffen der Pflanze bekämen.

Ärztevertreter weisen auf lückenhafte Therapieerfahrungen hin. Es sei schwer, Verschreibungen genau zu begründen, wenn es auf Basis weniger Studien "keine gesicherte medizinische Indikation" gebe, meint Josef Mischo aus dem Vorstand der Bundesärztekammer. Überdacht werden müsse zudem die Vorgabe, dass Cannabis nur abzurechnen ist, wenn gängige Schmerztherapien ausgeschöpft sind: "Auch schon in früheren Stadien versprechen sich Patienten etwas von Cannabis als Schmerzmittel."
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Achtung: Auch Passivrauchen von Cannabis kann die Fahrerlaubnis kosten. 04.04.17 Spätwirkung von Cannabis BGH: Kiffer müssen sich selbst prüfen

Ein regulierter Markt in Deutschland sei überfällig, da sind sich die Befürworter einig. "Mir war das Cannabis-als-Medizin-Gesetz ein besonderes Anliegen, weil ich möchte, dass schwerkranke Patienten, denen Cannabis wirklich hilft, dieses auch erhalten können - in Arzneimittel-Qualität und auf Kosten der Krankenkassen", sagt Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. "Dass Ärzte und Krankenkassen jeden Fall genau prüfen, ist aber völlig richtig."

Bei der Lizenzvergabe für Cannabis-Importe gibt es indes noch keinen Zuschlag für Lieferverträge. "Die Frist zur Teilnahme ist abgelaufen, das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen", erklärte das BfArM.

Bis Cannabis in einigen Jahren in Deutschland angebaut wird, könnte bereits das nächste Thema auf die Agenda rücken: Legalisierung auch für den privaten Verbrauch? FDP, Linke und Grüne machen sich für die Freigabe von Anbau und Besitz kleiner Mengen und einen kontrollierten Verkauf stark. In einer möglichen Jamaika-Koalition aus Union, Liberalen und Grünen könnte das "Gras" daher für Unruhe sorgen - als wäre das Durcheinander beim medizinischen Cannabis nicht schon genug.

Quelle: n-tv.de , Jan Petermann und Alexander Sturm, dpa
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Tipps für die ersten Schritte - Pflege zu Hause organisieren

Beitragvon Weltbookadmin47 » 14. Okt 2017 11:32

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/ratgeber/Pflege-zu-H ... 81644.html
Samstag, 14. Oktober 2017
Tipps für die ersten Schritte - Pflege zu Hause organisieren

Wenn ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird und auf keinen Fall in ein Heim möchte, dann muss auf die Schnelle viel organisiert werden. Tipps für die Organisation der Pflege zu Hause.

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Von jetzt auf gleich kann es passieren. Ein Sturz oder ein Unfall mit komplizierten Brüchen, ein langer Krankenhausaufenthalt - und danach ist nichts mehr, wie es war. Der Betroffene kann den Alltag alleine nicht mehr bewältigen, ist pflegebedürftig, will aber unter keinen Umständen ins Heim. Schließlich ist es zu Hause, in der vertrauten Umgebung, am schönsten. Jetzt müssen die Angehörigen handeln und die Pflege daheim organisieren. Das sind die ersten Schritte:

Pflegestufe beantragen

"Als Allererstes sollte mit der zuständigen Pflegekasse Kontakt aufgenommen und Pflege beantragt werden", rät Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln. Um einzuschätzen, ob und in welchem Maß Pflegebedürftigkeit vorliegt, kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) beim Patienten zu Hause vorbei. Wird dann einer der fünf Pflegegrade bewilligt, beginnt ab dem Tag, an dem der Antrag eingereicht wurde, die Zahlung des Pflegegeldes. Existiert eine private Pflegeversicherung, sollte man diese ebenfalls sofort anschreiben.

Sich beraten lassen

Als Nächstes steht an, den Hausarzt über die neue Lebenssituation des Patienten zu informieren. "Der Hausarzt kennt die Situation vor Ort gut und kann Tipps geben", sagt Sowinski. Daneben gibt es weitere Anlaufstellen, bei denen sich Pflegebedürftige und Angehörige beraten lassen können. "Das sind etwa Pflegestützpunkte oder Beratungsstellen von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden", erklärt Bettina Sauer von der Stiftung Warentest. Ihr Tipp: Interessierte können per Postleitzahl nach Ansprechpartnern suchen - auf der Internetseite des Zentrums für Qualität in der Pflege.

"Wichtig ist, dass ein ambulanter Pflegedienst den Patienten in seiner Wohnung berät", betont Thomas Meißner vom Deutschen Pflegerat. Der Experte kann nur vor Ort ausmachen, wie welcher Pflegebedarf realisiert werden kann. Auch gibt er Tipps, ob Änderungen in der Wohnung vorgenommen werden müssen, damit es der Pflegebedürftige im Alltag einfacher hat. In manchen Wohnung ist das Pflegebett im Wohnzimmer besser aufgehoben - beispielsweise, wenn sich das Bad auf demselben Stockwerk befindet.

Hilfsmittel beantragen

Apropos Pflegebett: Solche Hilfsmittel genehmigen Kassen je nach Bedarf. Sogenannte Pflegehilfsmittel können Angehörige gleich mit beantragen. "Darauf hat jeder Patient mit Pflegegrad einen Anspruch", betont Sowinski. Das sind zum Beispiel Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel. Zu den Hilfsmitteln gehören neben dem Pflegebett ein Badewannenlifter, ein Rollator, ein Rollstuhl, eine Toilettensitz-Erhöhung oder Inkontinenzeinlagen.

Personal zusammenstellen

Ein ambulanter Pflegedienst, der rund um die Uhr da ist, verschlingt Monat für Monat fünfstellige Summen, sagt Sauer. Für die meisten ist das unbezahlbar. Eine Alternative kann unter Umständen eine Betreuungskraft aus Osteuropa sein, die wochenweise mit im Haushalt lebt. Eine 24-Stunden-Betreuung ist oft aber gar nicht nötig. In vielen Fällen reicht es, wenn der Pflegedienst stundenweise vorbeikommt. Helfen können häufig auch Partner, Kinder oder Enkel. "Bei einer Familienkonferenz kann festgelegt werden, wer in der Familie in der Lage ist, was zu machen", erklärt Sowinski.

Essen und Trinken organisieren

Wer nicht (mehr) kochen kann oder will, kann Dienste wie Essen auf Rädern in Anspruch nehmen. Mitarbeiter von Wohlfahrtsverbänden, privaten Trägern, Senioreneinrichtungen oder auch von Metzgereien liefern ein Menü nach Hause. "Häufig sind Hauptmahlzeiten ab ungefähr fünf Euro zu haben", sagt Sauer. Für die Kosten müssen die Pflegebedürftigen selbst aufkommen.
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Hausnotruf installieren lassen

Wer pflegebedürftig ist und alleine lebt, sollte einen Hausnotruf haben, um in einem Notfall Hilfe rufen zu können. Per Fingerdruck auf einer Art Armband hat der Pflegebedürftige die Möglichkeit, Kontakt mit einer Notrufstelle aufzunehmen. Einen Hausnotruf bieten zum Beispiel die Malteser oder das Deutsche Rote Kreuz an. Die Kosten liegen bei etwa 20 Euro im Monat plus Anschlussgebühr. "Pflegekassen übernehmen auf Antrag 18,36 Euro, wenn man meist allein zu Hause ist und mindestens Pflegegrad eins hat", erklärt Sauer.

An sich denken

Wer die Pflege für einen Bedürftigen organisiert, sollte nicht den Mut verlieren. Am Anfang kommen die Probleme mit Wucht auf einen zu, sagt Sowinski. Meist pendelt sich aber alles nach etwa acht Wochen ein. Stellt sich heraus, dass Angehörige überfordert sind, sollten sie nicht zögern, erneut eine Beratungsstelle aufzusuchen. Eine Lösung kann dann vielleicht ein Mittelweg sein: Der Bedürftige besucht einmal oder mehrmals die Woche eine Tagespflege-Einrichtung. So haben die Angehörigen mehr Zeit für eigene Bedürfnisse.

Quelle: n-tv.de , Sabine Meuter, dpa
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Riskant wie Rauchen - Einsamkeit verkürzt das Leben

Beitragvon Weltbookadmin47 » 15. Okt 2017 09:22

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Einsamkeit-ve ... 83398.html
Riskant wie Rauchen - Einsamkeit verkürzt das Leben

Jeder kennt Momente, in denen man sich einsam fühlt. Das geht vor allem älteren Menschen so. Ein anhaltendes Gefühl von Alleinsein wirkt sich negativ auf die Lebensdauer aus - und steht als Risikofaktor auf einer Stufe neben Fettleibigkeit und Rauchen.

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Macht Einsamkeit uns auf lange Sicht krank? Und was hieße das für eine alternde Gesellschaft wie Deutschland, in der heute schon jeder Fünfte, 2060 vermutlich sogar jeder Dritte über 65 Jahre alt ist?

Laut dem regelmäßig fortgeschriebenen Deutschen Alterssurvey sinkt hierzulande der Anteil der Einsamen zwar seit zwei Jahrzehnten - auch unter den Älteren. Global warnen US-Forscher jedoch vor einer "Einsamkeits-Epidemie", die Gesundheitsprobleme bereiten könnte.

Auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Psychologen-Gesellschaft wurden jüngst mehrere Studien dazu präsentiert: Menschen mit vielen Sozialkontakten haben demnach ein um 50 Prozent geringeres Risiko, früher als erwartet zu sterben. Eine andere Meta-Auswertung von 148 Studien aus USA, Europa, Asien und Australien zeigte, dass die drei Parameter soziale Isolation, Einsamkeit und Single-Dasein jeweils messbare Auswirkungen auf einen vorzeitigen Tod haben - und zwar ebenso stark wie die Risikofaktoren Fettleibigkeit oder Rauchen.
Einsamkeit bisher unterschätzt

"Das hat man bislang unterbewertet", sagt die Psychologin Julianne Holt-Lunstad von der Brigham University, die die Arbeiten in Washington vorstellte. "Aber gesammelte Daten aus Hunderten Studien mit Millionen Teilnehmern liefern uns robuste Hinweise, welche Bedeutung Sozialkontakte für die körperliche Gesundheit haben und für das Risiko eines vorzeitigen Todes."

Auch Anne Böger vom Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) schreibt: "Einsame Personen rauchen häufiger, sind eher in Gefahr, übergewichtig zu sein und berichten weniger körperliche Aktivität." Auch mit erhöhtem Brustkrebsrisiko und Herzgefäß-Problemen wurde Einsamkeit in Zusammenhang gebracht.

Für die USA sagt Holt-Lunstad eine heranrollende Einsamkeitswelle voraus: 2010 haben sich einer US-weiten Umfrage zufolge 35 Prozent aller Menschen ab 45 Jahren chronisch einsam gefühlt - ein Jahrzehnt zuvor waren es nur 20 Prozent. Gründe dafür seien mehr Single-Haushalte, höhere Scheidungsraten und ein stärkerer Fokus auf soziale Medien statt auf Kontakte im echten Leben.

Deutsche Forscher sehen das Szenario nicht so düster. Maike Luhmann, Psychologie-Professorin an der Ruhr-Uni Bochum, hat 2016 auf Basis von Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel eine große Studie zu Einsamkeit veröffentlicht. Einen Bezug zu Sterblichkeit konnte sie mit diesen Daten zwar nicht untersuchen. Aber sie stellte fest, dass Einsamkeit keineswegs ein sich langsam auftürmendes Altersphänomen ist.

Zwar haben die Ältesten am meisten Probleme mit Einsamkeit. Ab 86, wenn körperliche Gebrechen und der Tod von Wegbegleitern oft Realität sind, klagt jeder Fünfte darüber. Aber: Auch Menschen in der Lebensmitte (46-55 Jahre, 14 Prozent) und jüngere Erwachsene (26-35 Jahre, 14,8 Prozent) fühlen sich häufig einsam. Am wenigsten betroffen sind die jüngeren Alten (66-75 Jahre, 9,9 Prozent).
Soziale Medien als Chance

Luhmann erläutert: "Veränderungen in den Sozial- und Kontaktstrukturen sind ja nicht unbedingt nur negativ. Beispielsweise könnten soziale Medien und Internetanwendungen wie Skype gerade älteren, weniger mobilen Menschen die Möglichkeit geben, häufiger und intensiver Kontakt zu Familie und Freunden zu halten, als es vielleicht noch vor Kurzem der Fall war."

Zwar gibt es auch in Deutschland mehr Scheidungen, Singles und Menschen mit wechselnden Partnerschaften. Auch unter den langsam alternden Babyboomern hat längst nicht jeder Kinder. "Aber Kinder sind auch keine Garantie gegen Einsamkeit", betont Luhmann. "Gerade wenn sie selber noch Kinder haben oder weit weg wohnen." Freundeskreise könnten dies auffangen. "Prinzipiell sind Menschen weniger einsam, je mehr tiefe Beziehungen sie haben und je mehr sie sich zugehörig fühlen."
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Letzteres scheint ein Knackpunkt zu sein. Wer sich ausgeschlossen und sozial isoliert fühlt, hat auch ein höheres Risiko für Einsamkeit, stellt auch der Deutsche Alterssurvey fest. Außerdem könne aufgrund von Armut das Gefühl aufkommen, nicht so richtig dazuzugehören, ergänzt Luhmann.

Wie einsam nach Deutschland geflüchtete Menschen sind, muss ein künftiger Alterssurvey zeigen. Bislang gibt es dazu keine Daten. Bedenke man aber die Faktoren, die Einsamkeit hervorrufen könnten - geringes Einkommen, kleines soziales Netzwerk, wenig direkte Kontakte und Trennung von engen Angehörigen - so sei es wahrscheinlich, dass viele Geflüchtete davon betroffen seien, vermutet Luhmann.

Quelle: n-tv.de , Andrea Barthélémy, dpa
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Ohne Umstellung der Ernährung - Walnüsse senken Cholesterinspiegel

Beitragvon Gudrun Graf » 3. Nov 2017 11:34

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Walnuesse-sen ... 13547.html
Freitag, 03. November 2017
Ohne Umstellung der Ernährung - Walnüsse senken Cholesterinspiegel

Harte Schale, weicher Kern: Die Kraft der Nüsse für die Gesundheit ist unumstritten. Wie sich der Verzehr von Walnüssen auf den Cholesterinspiegel auswirkt, können Forscher nun mit Sicherheit sagen.

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Pünktlich nach der Nussernte veröffentlichen Forscher der Universität München die Ergebnisse ihrer Walnuss-Studie. Sie stellten fest, dass der regelmäßige Verzehr naturbelassener Walnüsse zu einem messbaren Absinken des sogenannten Non-HDL-Cholesterinspiegels, umgangssprachlich auch als schlechtes Cholesterin bezeichnet, führt.

Da dieser Zusammenhang bereits 2014 mit einer Studie bewiesen werden konnte, gingen die Forscher bei der neueren Untersuchung einen Schritt weiter. Diese Mal untersuchten sie die Wirkungen der Walnuss - "und das unabhängig davon, ob man bei der Ernährung Fette oder Kohlenhydrate anstelle der Walnüsse weglässt", erklärt Professor Klaus Parhofer, der die Studie leitete. "Somit können wir mit unserer Studie nachweisen, dass alleinig der Nussverzehr der ausschlaggebende Faktor für den positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel ist."

Für die Untersuchung wurden 200 gesunde Männer und Frauen im Alter von durchschnittlich 63 Jahren in drei Gruppen eingeteilt. Alle Probanden sollten täglich acht Wochen lang 43 Gramm, das entspricht etwa zehn bis zwölf Walnüssen, zu verzehren. Die Probanden der ersten Gruppe sollten in diesem Zeitraum vor allem auf Kohlenhydrate verzichten, die der zweiten Gruppe auf Fette und die dritte Gruppe auf beides. Dazu wurde eine vierte Gruppe als Kontrollgruppe gebildet, die über acht Wochen hinweg beobachtet wurde. Die Probanden dieser Gruppe aßen keine Nüsse. Alle Studienteilnehmer waren Nichtraucher.
Weniger Cholesterin bei Nussessern
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Es stellte sich heraus, dass sich nicht alle Studienteilnehmer an die vorgegebenen Diäten hielten – dennoch sanken die Cholesterinspiegel bei allen Nussessern um rund 5 Prozent. "Es spielt also keine Rolle, ob man Fette oder Kohlenhydrate reduziert, während man täglich eine Handvoll Walnüsse isst", fasst Parhofer das Ergebnis zusammen. Egal ist auch, ob man die Walnüsse als Bestandteil der Hauptmahlzeit oder als Snack zwischendurch zu sich nimmt, der Cholesterinspiegel sinkt trotzdem.

Wie sich der Walnussverzehr auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirkt, wurde auch untersucht. Die Daten dazu werden derzeit ausgewertet. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin "Nutrients".

Quelle: n-tv.de , jaz
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Mehr Campylobacter-Erkrankungen - Erreger sitzen oft auf Hühnerfleisch

Beitragvon Gudrun Graf » 4. Nov 2017 14:25

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Erreger-sitze ... 15394.html
Mehr Campylobacter-Erkrankungen - Erreger sitzen oft auf Hühnerfleisch

Immer öfter Menschen sitzen mit Bauchschmerzen und Durchfall im Wartezimmer von Ärzten. Das Robert-Koch-Institut ging dem Anstieg auf den Grund. Ergebnis: Das größte Risiko geht von Campylobacter-Erregern aus, die oft auf der Haut von Geflügel zu finden sind.

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Bei Durchfall und starken Bauchschmerzen steckt oft der bakterielle Erreger Campylobacter dahinter: Das größte Risiko für eine solche bakterielle Darmentzündung geht einer Untersuchung zufolge in Deutschland von Hähnchenfleisch aus.
Video http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wis ... 36368.html
Junge Menschen besonders betroffen: Bakterium löst heftige Durchfälle aus
09.03.17 – 00:45 min
Junge Menschen besonders betroffen Bakterium löst heftige Durchfälle aus

Etwa ein Drittel der Erkrankungen könnte vermieden werden, wenn der Risikofaktor ausgeräumt würde, berichten Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in einer aktuellen Veröffentlichung. Nicht ausreichend erhitztes Geflügelfleisch galt schon länger als wichtige Infektionsquelle. Campylobacter führen zu einer Entzündung des Dünndarms, die oft mit Durchfall und Fieber einhergeht.

Die Zahl der gemeldeten Campylobacter-Erkrankungen steigt seit 2001, im vergangenen Jahr waren es rund 74.000 Fälle. Es ist damit die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland. Experten vermuten laut RKI aber, dass die wahre Anzahl an Erkrankungen in der Bevölkerung "fast zehnmal höher" ist. Salmonellen werden mit 13.000 gemeldeten Erkrankungen 2016 deutlich seltener registriert.
Bedeutende Risikofaktoren
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Als bedeutende Risikofaktoren für Campylobacter-Erkrankungen machten die Autoren Essen außer Haus und die Zubereitung von abgepacktem Hähnchenfleisch im Haushalt aus. Für die Untersuchung waren unter anderem gut 2000 Fragebögen ausgewertet worden, die nachweislich Erkrankte ausgefüllt hatten. Sie schreiben, dass in der Europäischen Union 2018 Grenzwerte für Campylobacter auf Geflügelkarkassen festgelegt würden.

Campylobacter sind Bakterien aus dem Darmtrakt von Tieren, beim Schlachten können sie auf das Fleisch geraten. Auch Rohmilch, Hackfleisch und Mettwurst gelten als Infektionsquellen. Auch Küchenhygiene ist wichtig: Bei Benutzung der gleichen Schneidebretter können zum Beispiel Keime von rohem Fleisch auf Salat übergehen.

Quelle: n-tv.de , abe/dpa
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Umsatz vor Patientenwohl - Bundesweit behandeln Kliniken ohne Grund

Beitragvon Weltbookadmin47 » 7. Nov 2017 09:42

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Bundesweit-be ... 19203.html
Umsatz vor Patientenwohl - Bundesweit behandeln Kliniken ohne Grund

Kliniken in Deutschland arbeiten vielfach als Wirtschaftsunternehmen - und müssen Geld verdienen. In etlichen Fällen werden einer Studie zufolge deshalb lukrative Therapien verordnen. Manchmal fehlt sogar ein medizinischer Grund.

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Das Wohl der Patienten steht in deutschen Krankenhäusern nach einer neuen Studie nicht immer an erster Stelle. Bundesweit komme es aus Kostengründen vor, dass Patienten ohne medizinischen Grund im Krankenhaus behandelt würden, sagte Professor Karl-Heinz Wehkamp vom Socium Forschungszentrum der Universität Bremen. "Das System geht auf Lasten der Patienten und zu Lasten der Medizin", sagte der Mediziner. Auch das Krankenhauspersonal stehe unter enormem Druck.

Für ihre selbst finanzierte Studie befragten Wehkamp und Prof. Heinz Naegler aus Berlin rund 60 Ärzte und Geschäftsführer aus Krankenhäusern in zwölf Bundesländern. Ihren rund 250 Seiten langen Bericht wollen sie im Dezember als Buch veröffentlichen. Über die Studie hatte zunächst der NDR berichtet.

Der Analyse zufolge werden ärztliche Entscheidungen durch betriebswirtschaftliche Vorgaben beeinflusst. In Interviews und Diskussionen gaben Ärzte und Geschäftsführer an, dass Entscheidungen über Aufnahme, Behandlungsart und Entlassung eines Patienten ohne Kostendruck häufig anders ausfallen würden. Demnach bieten Ärzte zum Beispiel eher gewinnbringende Behandlungsverfahren an. Beim Personal sorge die Arbeitsverdichtung für gesundheitliche Risiken.
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"Erschreckend ist, dass die Politik das nicht zur Kenntnis nehmen will", sagte Wehkamp mit Blick auf die alarmierenden Zustände in vielen Krankenhäusern. "Bei diesem Defizit an Grundfinanzierung können sie auch bei einer einigermaßen menschenwürdigen Personalpolitik nur sehr schwer Gewinne machen", sagte er. In der Branche gebe es strukturelle Steuerungsschwächen und teilweise Fehlanreize.

Im NDR sagte Wehkamp zudem: "Wir hätten noch viel mehr Ärzte interviewen können. Die meisten hatten geradezu ein Bedürfnis darüber zu sprechen, um Öffentlichkeit und Politik wachzurütteln." Allerdings gebe es eben auch die andere Seite - gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Geschäftsführern, bei der es vorrangig um das Patientenwohl gehe.

Quelle: n-tv.de , jwu/dpa
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Verspätete Entscheidung - Wenn die Krankenkasse trödelt

Beitragvon Weltbookadmin47 » 7. Nov 2017 21:53

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/ratgeber/Wenn-die-Kr ... 20734.html
Dienstag, 07. November 2017
Verspätete Entscheidung - Wenn die Krankenkasse trödelt

Gesetzliche Krankenkassen können sich nicht ewig Zeit nehmen, um über den Antrag eines Versicherten auf eine bestimmte Behandlung zu entscheiden. Wird die gesetzliche Frist überschritten, gilt die beantragte Leistung als genehmigt, wie das Bundessozialgericht entscheidet.

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Gesetzliche Krankenkassen haben über einen Leistungsantrag ihrer Versicherten grundsätzlich innerhalb von drei Wochen zu entscheiden. Kommt die Kasse dem innerhalb dieser gesetzlichen Frist nicht nach, gilt die Leistung als genehmigt (fingierte Genehmigung), wie das Bundessozialgericht (BSG) in zwei Fällen entschieden hat (Az.: B 1 KR 15/17 R und B 1 KR 24/17 R). Das BSG bestätigte damit eine Entscheidung des saarländischen Landessozialgerichts und hob ein anderslautendes Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen auf.

In den verhandelten Fällen hatten die bei der selben Krankenkasse versicherten Frauen beantragt, sie wegen massiver Gewichtsabnahme mit einer Abdominalplastik (Straffung der Bauchhaut) zu versorgen. Doch die Krankenkasse entschied in beiden Fällen nicht zeitgerecht und verweigerte dann verspätet die Leistung. In den zwei Berufungsverfahren hatte sie jeweils vorsorglich die fingierten Genehmigungen zurückgenommen.

Zu Unrecht, wie das Bundessozialgericht entschied. Denn der Gesetzgeber wollte mit der fingierten Genehmigung die Rechte der Patientinnen und Patienten gezielt verbessern. Er schützt damit bewusst das Interesse aller Berechtigten an zeitgerechten Entscheidungen der Krankenkassen.
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Laut dem Sozialgesetzbuch hat die Kasse über einen Antrag auf Leistungen zügig, spätestens bis zum Ablauf von drei Wochen nach Antragseingang oder in Fällen, in denen eine gutachtliche Stellungnahme, insbesondere des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (Medizinischer Dienst), eingeholt wird, innerhalb von fünf Wochen nach Antragseingang zu entscheiden.

Wenn die Krankenkasse eine gutachtliche Stellungnahme für erforderlich hält, hat sie diese unverzüglich einzuholen und die Leistungsberechtigten hierüber zu unterrichten. Der Medizinische Dienst nimmt innerhalb von drei Wochen gutachtlich Stellung. Beschaffen sich Leistungsberechtigte nach Ablauf der Frist eine erforderliche Leistung selbst, ist die Krankenkasse zur Erstattung der hierdurch entstandenen Kosten verpflichtet.

Quelle: n-tv.de , awi
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Erbliche Hautkrankheit - Neue Gentherapie heilt kranken Jungen

Beitragvon Weltbookadmin47 » 9. Nov 2017 13:46

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Neue-Genthera ... 21627.html
Erbliche Hautkrankheit - Neue Gentherapie heilt kranken Jungen

Sie ist der letzte Versuch, einen kleinen Jungen vor dem Tod zu bewahren: eine Gentherapie zur Heilung seiner schweren Hauterkrankung. Der Versuch gelingt. Klinischer Alltag wird so eine Therapie trotzdem vorerst nicht.

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Mit einer Gentherapie haben Mediziner einen kleinen Jungen von einer lebensbedrohenden erblichen Hautkrankheit geheilt. Sie entnahmen dem damals sieben Jahre alten Hassan dazu einige Hautzellen, schleusten im Labor eine gesunde Variante des bei ihm fehlerhaften Gens hinein und vermehrten die Zellen dann. Schließlich transplantierten sie die nachgezüchtete gesunde Haut auf fast die gesamte Körperfläche des Jungen. Er ist heute, knapp zwei Jahre nach dem Eingriff, weitgehend frei von Beschwerden. Die Forscher stellen ihre Therapie, die unter Leitung von Bochumer Wissenschaftlern erfolgte, im Fachblatt "Nature" vor.

Die Freiburger Dermatologin Leena Bruckner-Tuderman, die nicht an der Studie beteiligt war, spricht von einer "sehr guten Arbeit". Es sei nicht nur ein schwer kranker Junge erfolgreich behandelt worden, auch seien wesentliche Fortschritte in der stammzellbiologischen Grundlagenforschung erzielt worden. Die Medizinerin erwartet bei weiteren Verbesserungen der Methodik Hilfe auch für weitere Betroffene mit anderen Varianten der Erkrankung. "Aber das ist Zukunftsmusik, so weit sind wir noch nicht", sagt die Ärztliche Direktorin der Hautklinik am Uniklinikum Freiburg.

Der kleine Hassan litt an einer Form der Erbkrankheit Epidermolysis bullosa, auch Schmetterlingskrankheit genannt. Dabei ist die obere Hautschicht, die Epidermis, nur unzureichend in der darunterliegenden Hautschicht, der Dermis, verankert. Schon kleinste mechanische Belastungen führen zu Blasenbildung und zur Ablösung der Haut, massive chronische Wunden sind die Folge. Das schränkt nicht nur die Lebensqualität enorm ein, es führt auch häufig zu Hautkrebs. Für die Verankerung ist maßgeblich ein Protein namens Laminin-332 verantwortlich. Sind Gene fehlerhaft, die für die Bildung dieses Proteins zuständig sind, tritt die Erkrankung in unterschiedlichen Varianten und Schweregraden auf. Eine Heilung ist bisher nicht möglich.

Bei dem Jungen war die Krankheit zunächst gut unter Kontrolle, nach einer Infektion verschlechterte sich sein Zustand allerdings dramatisch. Als er 2015 mit sieben Jahren ins Brandverletztenzentrum der Bochumer Kinderklinik kam, waren bereits 60 Prozent seiner Hautoberfläche zerstört. Durch die schweren chronischen Wunden und die Infektionen war er völlig ausgezehrt. Die üblichen Behandlungen schlugen nicht an, so dass im Grunde nur noch eine palliativmedizinische Behandlung infrage kam. Auf Wunsch der Eltern suchten die Ärzte nach experimentellen Therapiemöglichkeiten und stießen auf Arbeiten von Michele De Luca, der am Center for Regenerative Medicine der Universität Modena (Italien) eine Gentherapie für diese Erkrankung an zwei Patienten getestet hatte, allerdings nur an kleineren Hautbereichen.
"Er lag wie eine Mumie im Bett"

Nach Klärung der rechtlichen und organisatorischen Fragen, die zur Durchführung einer Gentherapie nötig sind, schickten die deutschen Ärzte einige Hautzellen des Jungen an die italienischen Experten. Die isolierten daraus die epidermalen Stammzellen, schleusten ein gesundes Gen mit Hilfe eines Virus - einem sogenannten Vektor - ins Erbgut hinein und vermehrten die Zellen. In Deutschland transplantierten die Wissenschaftler dann das nachgezüchtete Gewebe in zunächst drei Operationen. Insgesamt ersetzten sie 80 Prozent seiner Haut.

"Zu Beginn der Behandlung lag der Junge wie eine Mumie in seinem Bett, er war von Kopf bis Fuß in Verbände gewickelt", erzählt Tobias Rothoeft von der Kinderklinik in Bochum, der Hassan während seines etwa achtmonatigen Klinikaufenthaltes mitbetreut hat. "Nach der zweiten Operation besserte sich sein Zustand enorm. Heute ist seine Haut stabil, er geht zur Schule, spielt Fußball und kann ein weitgehend normales Leben führen." Verletzungen an der neuen Haut heilten bei ihm wie bei jedem anderen Kind. Die Forscher zeigten, dass die neue Haut etwa so viel Anker-Protein Laminin-322 enthielt wie gesunde Haut.

"Es ist der erste Mensch, der so behandelt wurde. Wir müssen abwarten, ob auch weiterhin alles so gut verläuft. Das wird die Zeit zeigen", sagt Tobias Hirsch vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, der den Jungen operiert hat. Für ihn als plastischen Chirurgen sei es "ein Wunder und ein Segen", dass es dem Jungen so gut gehe.

Die Forscher sehen ihren Erfolg als Beweis, dass eine solche Gentherapie grundsätzlich möglich ist. Sie hoffen, dass das Verfahren in Zukunft auch zur Behandlung anderer Patienten eingesetzt werden kann. Derzeit gebe es aber zumindest in Bochum keine Pläne dafür. Nach Angaben von Hirsch sind in Europa etwa 35.000 Kinder von der Schmetterlingskrankheit betroffen. Die Schwere der Erkrankung sei sehr unterschiedlich, eine die Ursache angehende Therapie werde dringend benötigt.
Risiken sind immer vorhanden

Grundsätzlich besteht bei Gentherapien wie der vorgestellten das Risiko, dass sich das neue Gen an einer ungünstigen Stelle im Erbgut integriert. Dadurch können Regulationsprozesse in der Zelle gestört werden, Krebserkrankungen können die Folge sein. Untersuchungen des Erbguts der neuen Haut zeigten, dass sich das Gen in den meisten Zellen in DNA-Bereiche integrierte, die nicht für die Bildung von Proteinen zuständig sind oder in solche Gene, die nicht mit einer Krebsentstehung in Verbindung stehen. Bisher fanden die Forscher bei dem Jungen auch keinen Tumor oder andere schädliche Entwicklungen.

Auch bei den zwei Patienten, die vor mittlerweile zwölf Jahren an kleineren Hautregionen behandelt worden waren, gebe es keine derartigen Probleme, schreiben die Forscher in ihrem Fachartikel. Die Wissenschaftler hätten sehr viele Anstrengungen unternommen, um Risiken für ihren kleinen Patienten so weit wie möglich auszuschalten, sagt die Freiburger Dermatologin Bruckner-Tuderman. Sie ist überzeugt, dass die Risiken solcher Gentherapien künftig beherrschbar sein werden. "Derzeit wird viel an der Entwicklung neuer Vektoren gearbeitet, die sicherer sind als die bisher verfügbaren. Wenn solche Vektoren zur Verfügung stehen und andere sicherheitsrelevanten Fragen geklärt sind, halte ich eine gentherapeutische Behandlung von Epidermolysis-bullosa-Patienten angesichts ihrer Leiden für vertretbar."
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Bislang können die Patienten nur symptomatisch behandelt werden, das heißt unter anderem, dass ihre Wunden versorgt werden und die Haut mit Cremes und Medikamenten zur Förderung der Wundheilung gepflegt wird. Um sich vor Verletzungen oder offenen Wunden zu schützen, tragen die Betroffenen an vielen Körperstellen Verbände. "Die Lebensqualität der Patienten ist auch in weniger schweren Fällen stark eingeschränkt", so Bruckner-Tuderman. Weitere Langzeitbeobachtungen seien nötig, um sicherzustellen, dass die Behandlung wirklich sicher ist, schreiben auch Mariaceleste Aragona und Cédric Blanpain von der Université Libre de Bruxelles in einem in "Nature" veröffentlichten Kommentar. Nichtsdestotrotz stelle die Arbeit einen entscheidenden Fortschritt bei der Suche nach geeigneten Stammzelltherapien dar.

Quelle: n-tv.de , lri/dpa
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Trinken statt Kratzen - Schützt kaum behandelte Milch vor Allergien ?

Beitragvon Weltbookadmin47 » 10. Nov 2017 11:58

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Helmholtz/Sch ... 23075.html
Trinken statt Kratzen - Schützt kaum behandelte Milch vor Allergien ?

Dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener an Allergien leiden als Stadtkinder, ist erwiesen. Doch woran liegt das? Es könnte Milch sein, die beim Schutz vor Allergien eine wichtige Rolle spielt. Forscher aus München starten eine neue Studie.

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Die Haut ist blutig aufgekratzt, die Augen brennen und tränen, das Atmen fällt schwer oder das Kribbeln in der Nase hört einfach nicht auf. Wer von einer Allergie geplagt ist, kennt diese Symptome. Immer weniger Menschen bleiben davon verschont: Die Allergierate in Deutschland steigt seit Jahrzehnten. 40 Prozent aller Erwachsenen geben mittlerweile an, mindestens einmal im Leben an einer Allergie gelitten zu haben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung spricht deshalb bereits von einer Volkskrankheit.

Wissenschaftler forschen schon lange an den Ursachen von Allergien. Sie hoffen, dass sie ihnen so besser vorbeugen und Betroffene gezielter behandeln können. Eine dieser Ursachen-Forscherinnen ist Erika von Mutius. Die Kinderärztin und Allergologin arbeitet am Münchener Universitäts-Klinikum, außerdem leitet sie am Helmholtz Zentrum München das neue Institut für Asthma- und Allergieprävention. Seit den 90er Jahren befasst sie sich mit dem Thema. "Damals stieß ich zufällig auf einen merkwürdigen Zusammenhang", erzählt sie. Ihrem Team fiel bei einer Befragungsstudie auf, dass Kinder, die auf Bauernhöfen lebten, seltener Asthma und Heuschnupfen hatten als andere Kinder.
Hofleben wirkt wie Schutzdeckel

Diese Beobachtung könnte auf der sogenannten Hygiene-Hypothese beruhen: Sie besagt, dass Kinder, deren Immunsystem sich mit vielen nicht krank-machenden Mikroben auseinander gesetzt hat, weniger anfällig für Allergien sind. Von Mutis geht davon aus, dass das Aufwachsen auf einem traditionellen Hof wie eine Art Schutzdeckel wirkt. Die dortigen Umweltfaktoren stärken das Immunsystem. "Wenn wir diesen Schutzdeckel verlieren, gibt es plötzlich viele Risikofaktoren für uns", sagt die Ärztin und meint damit zum Beispiel Luftverschmutzung, Rauchen, bestimmte Nahrungsmittel, Bewegungsmangel oder Stress. Diese Risiken treten vor allem im urbanen Milieu auf. Wer in der Stadt lebt, hat deshalb ein höheres Allergierisiko.

Das deckt sich mit den neuesten Untersuchungen der Wissenschaftler: Demnach haben ungefähr 45 Prozent aller Kinder, die nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen sind, einen positiven Allergietest, ihr Immunsystem reagiert also schon über.

Dass es einen Zusammenhang zwischen dem bäuerlichen Umfeld und einer Allergieresistenz gibt, ist mittlerweile durch über 40 Studien belegt. Einige Beobachtungs-Studien zeigen auch, dass dieser positive Effekt bei Nachbarskindern, die mit ihren Freunden vom Bauernhof spielen, ebenso eintritt. Doch was dafür wirklich ursächlich ist, wissen die Forscher bislang nicht. Sind es die Pollen, die Tierhaare oder spezielle Mikroorganismen?
Es könnte an Proteinen oder Fetten liegen

Im kommenden Januar wird Erika von Mutius eine neue Studie starten, denn sie will die Rolle von Milch genauer untersuchen. "Der besondere Allergieschutz von Bauernhofkindern könnte zum Teil durch den Konsum von Rohmilch entstehen. Denn wir haben gesehen, dass Kinder auf Bauernhöfen oft unbehandelte Milch trinken", sagt die Forscherin.

Mit einer niederländischen Molkerei, die eine nur sehr gering behandelte Milch zur Verfügung stellt, haben die Wissenschaftler deshalb eine Kooperation geschlossen. Die Milch sei mikrobiologisch sicher, enthalte also keine krankmachenden Keime, sagt von Mutius. Sie sei aber ansonsten so belassen wie eine Rohmilch. Die Auswirkungen dieser Milch sollen im Vergleich mit einer ultrahocherhitzten, also einer sehr stark behandelten Milch, getestet werden. Dazu sollen Kinder, die gerade abgestillt werden, das Äquivalent von ein bis zwei Gläsern pro Tag trinken. "Wir wollen also das tun, was die Bauernhofkinder tun, und worauf wir den Asthma- und Allergie-schützenden Effekt zurückführen", sagt von Mutius. "Wir glauben, dass Milch ihren Schutzeffekt verliert, wenn sie zu sehr behandelt wird. Welche Substanzen dabei verloren gehen, könne man bislang nicht genau sagen. In Frage kommen zum Beispiel bestimmte Proteine oder Fette.
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Erste Ergebnisse erhoffen sich die Forscher in fünf bis sieben Jahren. "Dann hoffen wir, nachweisen zu können, ob der Konsum unterschiedlicher Milch sich auf das Auftreten von Asthma und Allergien auswirkt", sagt von Mutius. "Wenn wir die Wirkung von minimal behandelter Milch in der neuen Interventionsstudie bestätigen, könnten wir deren Verzehr sogar als Schutz gegen Allergien empfehlen."
Ferien auf dem Bauernhof reichen nicht

Doch bis dahin müssen Betroffene noch auf die bisherigen Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten zurückgreifen. Eltern betroffener Kinder sollten deshalb unbedingt einen Kinderarzt mit allergologischer Zusatzausbildung aufsuchen, rät von Mutius. Der empfiehlt in der Regel, eine Nahrungsmittelallergie mit einer speziellen Diät zu behandeln. Gegen Heuschnupfen raten die Allergologen zu lokalen Anti-Histaminika oder eventuell Kortison, unter Umständen auch zu einer Hyposensibilisierung. Gegen Asthma hilft meistens Inhalieren. Mit der Behandlung solle man rechtzeitig beginnen. Erstens lässt sich so das Leiden der Kinder lindern, etwa das Jucken bei Neurodermitis oder die Atemnot bei Asthma. Und zweitens beugt es am besten einer Verschlimmerung bis hin zu einer chronischen Erkrankung vor.

Und wie wäre es einfach mit Ferien auf einem Bauernhof? Von Mutius ist da zurückhaltend. "Ich glaube, dass es eine regelmäßige Exposition braucht, um den Allergieschutz zu erlangen. Ferien auf dem Bauernhof allein reichen da wohl nicht aus." Kinder, die bereits allergisch seien, könnten bei einem Besuch auf dem Hof im Gegenteil sogar eher Gesundheitsprobleme bekommen. "Da sollten Eltern sehr vorsichtig sein", rät sie. "Allergische Reaktionen darf man nicht unterschätzen."

Kurz und knapp: zehn Fakten zu Allergien

Quelle: n-tv.de , Roland Koch/helmholtz.de
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Trotz Therapie - Wenn der Bluthochdruck nicht sinkt

Beitragvon Weltbookadmin47 » 11. Nov 2017 10:44

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Wenn-der-Blut ... 20733.html
Trotz Therapie - Wenn der Bluthochdruck nicht sinkt

Bluthochdruck ist längst zur Volkskrankheit geworden. Wird der stille Killer rechtzeitig erkannt, kann er gut behandelt werden. Doch ein Teil der Bluthochdruck-Patienten spricht nicht auf herkömmliche Therapieformen an. Dann ist eine neue Herangehensweise gefragt.

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Churchill, Roosevelt, Stalin: Alle drei Männer der Macht litten an Bluthochdruck und das war in den 1950er Jahren ein echtes Problem. Die Überlebenschancen von Menschen mit Bluthochdruck waren damals mit denen von Patienten mit metastasierenden Krebs vergleichbar. Zum Glück ist das heute anders. "Die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck ist in den letzten Jahrzehnten eine echte Erfolgsgeschichte", sagt Professor Walter Zidek, Klinikdirektor an der Charité - Universitätsmedizin Berlin in einem Pressegespräch. Rund 70 Prozent der behandelten Patienten erreichen während der normalen Therapie gute Werte. Dennoch gibt es einen Teil von Patienten, die nicht oder nur ungenügend auf die klassische Bluthochdrucktherapie mit drei verschiedenen Blutdrucksenkern und einer Lebensstiländerung ansprechen.
Churchill, Roosevelt, Stalin. Alle drei starben an den Folgen von Bluthochdruck.

Auf diese sogenannten resistenten Hypertoniker müsse aber besonders geachtet werden, betonte Zidek, denn Bluthochdruck könne eine Reihe von teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte nach sich ziehen. Die Ursachen für schwer einstellbaren Bluthochdruck sind vielfältig und oftmals schwer zu diagnostizieren. Aus diesem Grund kann es schnell zu einer Über- oder sogar Fehlbehandlung kommen. Dementsprechend sieht Zidek eine nicht ausreichende oder inadäquate ärztliche Behandlung des Patienten an erster Stelle der Ursachen.

Experten erkennen Ursachen schneller

Es gibt einen weiteren Teil von Patienten, die nehmen die Medikamente nicht so ein, wie verordnet. Andere essen weiterhin genau so viel Salz wie vor der Diagnose. Entweder sind sie über die positiven Auswirkungen der Salzreduktion auf den Bluthochdruck nicht aufgeklärt oder nicht bereit, auf eine salzreduzierte Kost umzusteigen. Wieder andere leiden an einer Nieren- oder hormonellen Erkrankung. Aber auch Schnarchen mit Atemaussetzern, in der Fachsprache als obstruktive Schlafapnoe bezeichnet, kann dazu führen, dass der Bluthochdruck nicht sinkt. "Um diese Patienten zu erkennen und entsprechend zu behandeln, benötigt man erfahrene und gut ausgebildete Experten", so Zidek und verweist auf die Fortbildungsangebote der Deutschen Hochdruckliga.
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Treten Probleme bei der Behandlung von Bluthochdruck auf, dann ist oftmals eine neue diagnostische und therapeutische Herangehensweise nötig. Dieser Weg kann am besten in Hypertonie-Zentren, von denen es derzeit 144 durch die Deutsche Hochdruckliga zertifizierte deutschlandweit gibt, gegangen werden. Hier arbeiten Hypertonie-Experten mit Experten anderer Fachrichtungen, zum Beispiel Neurologen, Gynäkologen oder Kardiologen zusammen, um die Ursache für den schwer behandelbaren Bluthochdruck herauszufinden - und schließlich erfolgreich zu behandeln.

Am Wochenende treffen sich Experten der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Diabetes Gesellschaft zu einer gemeinsamen Fachtagung in Mannheim.

Quelle: n-tv.de , jaz
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Raus aus der PKV ? - Neue Verdienstgrenzen erleichtern Wechsel

Beitragvon Weltbookadmin47 » 14. Nov 2017 12:43

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/ratgeber/Neue-Verdie ... 29625.html
Dienstag, 14. November 2017
Raus aus der PKV ? - Neue Verdienstgrenzen erleichtern Wechsel

Von Isabell Noé

Privat versicherte Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren wollen, haben es bald etwas leichter. Denn 2018 ändert sich die Versicherungspflichtgrenze. Auch für Selbständige gibt es Neuerungen.

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Gesetzliche Krankenversicherung oder private? Wer mit einem Wechsel liebäugelt, findet im nächsten Jahr geänderte Bedingungen vor: Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen steigen. Einige Privatversicherte können dann leichter in die GKV umsteigen. Für Kassenpatienten werden die Hürden für einen Wechsel in die private Krankenversicherung dagegen höher.

Bislang liegt die Versicherungspflichtgrenze bei einem Jahreseinkommen von brutto 57.600 Euro. Arbeitnehmern mit höheren Einkünften steht der Weg in die PKV offen, sie können aber auch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben. 2018 steigt die Grenze um 1800 Euro auf 59.400 Euro. Angestellte müssen also mehr verdienen, um sich für die private Krankenversicherung zu qualifizieren.
Bruttogehalt drücken

In den letzten Jahren ging die Bewegung aber ohnehin eher in die andere Richtung: Es sind mehr Mitglieder aus der PKV in die GKV gewandert als umgekehrt. Denn wer nicht mehr jung ist oder Familie hat, der stellt wahrscheinlich irgendwann fest, dass die gesetzliche Krankenversicherung durchaus ihre Vorteile hat. Beitragsexplosionen im Alter sind jedenfalls nicht zu befürchten und Kinder sowie gegebenenfalls auch Partner lassen sich kostenlos mitversichern. Wer deshalb in die gesetzliche Kasse zurückkehren will, der wird die höhere Versicherungspflichtgrenze womöglich begrüßen.

Voraussetzung für die Rückkehr ist, dass das Bruttogehalt unter dem Entgeltlimit liegt. Sprich: Wer 2018 weniger als 59.400 Euro verdienen wird, der darf wechseln, sofern er noch keine 55 Jahre alt ist. Boni oder Überstundenvergütungen bleiben dabei außen vor, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen mit, wenn Arbeitnehmer darauf einen Anspruch haben.

Arbeitnehmer können natürlich gezielt ihr Gehalt senken, um wieder versicherungspflichtig zu werden, etwa indem sie ihre Arbeitszeit reduzieren. Im Vertrag darf dann allerdings nicht stehen, dass die Änderung nur vorübergehend ist. Wenn Teilzeitarbeit keine Option ist, kommt vielleicht die Entgeltumwandlung über die betriebliche Altersvorsorge infrage. Dabei wird der Vorsorgebeitrag direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen. Die Lösung hat Charme: Der Verdienst sinkt unter die entscheidende Grenze und der Angestellte sorgt gleichzeitig fürs Alter vor.
Selbständige müssen aktiv werden
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2018 ändert sich nicht nur die Versicherungspflichtgrenze, sondern auch die Beitragsbemessungsgrenze. Bleiben bislang Einkünfte über 52.200 Euro abgabenfrei, so greift die Beitragsbefreiung künftig erst ab 53.100 Euro. Wer gut verdient, muss also etwas mehr zahlen, bei Angestellten sind es etwa 65 Euro zusätzlich im Jahr.

Selbständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, werden aufgefordert, ihren Einkommensteuerbescheid vorzulegen – und das sollten sie auch tun, sonst zahlen sie eventuell mehr als sie müssten. Denn ab 2018 werden die Beiträge für Selbständige nur noch vorläufig auf Grundlage des letzten Einkommensteuerbescheids festgesetzt und später mit dem neuen Bescheid abgeglichen. Dann müssen die Versicherten entweder nachzahlen oder sie bekommen Geld zurück. Wird kein Nachweis vorgelegt, rechnet die Versicherung mit den Beitragsbemessungsgrenzen und man muss den Höchstbeitrag zahlen.

Quelle: n-tv.de
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Immunsystem verschluckt sich - Salz verdrängt wichtige Darmbakterien

Beitragvon Weltbookadmin47 » 17. Nov 2017 12:01

Info Gesundheit
http://www.n-tv.de/wissen/Salz-verdraen ... 36557.html
Freitag, 17. November 2017
Immunsystem verschluckt sich - Salz verdrängt wichtige Darmbakterien

Salz ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrung. Da es auch das Geschmackserleben beeinflusst, essen die meisten Menschen zu viel davon. Das hat negative Auswirkungen auf Bakterien im Darm und das Immunsystem, wie Forscher seit Neuestem wissen.

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Zu viel Kochsalz im Essen ist ungesund. Es kann Bluthochdruck fördern und das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erhöhen. Was es im Darm anrichtet und welchen Einfluss es auf das Immunsystem hat, haben Forscher des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft nun getestet.

Es zeigte sich, dass die Zahl bestimmter Milchsäurebakterien im Darm der Tiere, sogenannter Laktobazillen, durch zu viel Kochsalz sank, was wiederum Auswirkungen auf eine bestimmte Art der Immunzellen, sogenannter Th17-Helferzellen, hat, die für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose verantwortlich gemacht werden.

Die Forscher testeten daraufhin, wie sich die Gabe von probiotischen Laktobazillen zu einer salzreichen Ernährung auswirkt. Es zeigte sich, dass die Zahl der TH17-Helferzellen und gleichzeitig der Blutdruck der Tiere sank. Darüber hinaus besserten sich auch die neurologischen Symptome, die bei Mäusen mit einem Krankheitsmodell für die Multiple Sklerose beobachtet wurden.
Erste Untersuchungen am Menschen

Neben den Untersuchungen an Mäusen überprüften die Forscher die Bakteriengemeinschaft im Verdauungstrakt von zwölf gesunden Männern, welche 14 Tage lang sechs zusätzliche Gramm Kochsalz täglich erhielten. Da die Probanden ihre normalen Essgewohnheiten ansonsten beibehielten, verdoppelten sie damit in etwa ihre tägliche Salzzufuhr. Auch bei den Probanden reagierten die Darmbakterien der Gattung Lactobacillus empfindlich. Die meisten waren nach 14 Tagen erhöhter Salzaufnahme nicht mehr nachweisbar. Gleichzeitig stiegen der Blutdruck und die Zahl der Th17-Helferzellen im Blut an.
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Die Forscher konnten mit diesen Ergebnissen zeigen, dass das Mikrobiom, also die Zusammensetzung der Bakterien im Darm, ein bedeutender Faktor für durch Salz beeinflusste Erkrankungen ist. Sie sehen ein therapeutisches Potenzial in Laktobazillus-Probiotika. Die therapeutische Wirksamkeit von Laktobazillen, die vor allem in fermentierten Speisen wie Sauerkraut, Joghurt oder Käse zu finden sind, ist mit den neuen Ergebnissen allerdings noch nicht bewiesen. Ob man Multiple Sklerose und Bluthochdruck mit individuell angepassten Probiotika tatsächlich behandeln kann, muss durch weitere Untersuchungen geklärt werden.

Geplant ist eine Blutdruck-Studie am Berliner Experimental and Clinical Research Center mit einer großen Zahl an Frauen und Männern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal "Nature".

Quelle: n-tv.de , jaz
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